Rehden verlangt Havelse alles ab – verhindert aber das Tor in Minute 94 nicht

Gerber klagt nach spätem 1:1: „Es liegt ein Fluch auf uns“

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Aldin Kljajic (re./gegen Havelses Denis Wolf) gab gestern Abend den Linksaußen und machte seine Sache gut.

Aus Havelse Berichtet - Cord KrügerUnd wieder gab der BSV Rehden einen fast schon sicheren Sieg aus der Hand – unfassbar! Diesmal kassierte der Regionalligist den Ausgleich zum 1:1 (0:0)-Endstand in der vierten Minute der Nachspielzeit beim TSV Havelse – durch einen Alleingang des eingewechselten Milislav Popovic. Rehdens Ex-Coach Alexander Kiene, im Oktober quasi über Nacht vom BSV zum TSV gewechselt, riss die Arme hoch und stürmte freudetrunken aufs Feld. Sein Nachfolger, Rehdens Interimscoach Franz Gerber, haderte hingegen mit höheren – oder besser: niederen – Mächten: „Es liegt ein Fluch auf uns“, erinnerte er an das späte Gegentor zum 2:2 in Meppen und das 3:3 in Norderstedt.

Trotzdem stellte der 61-Jährige klar: „Bis auf die letzte Szene bin ich mit der Mannschaft sehr zufrieden. Wir haben bei einem starken Gegner gut gegengehalten.“

Zu Beginn hatte Gerber mit einer Riesen-Startelf-Überraschung gepunktet: Linksverteidiger Kresimir Matovina spielte drei Monate nach seiner schweren Gesichtsverletzung von Beginn an – mit einer Spezialmaske, dafür aber sehr gut und griffig. Sein bisheriger Vertreter Aldin Kljajic rückte eine Position weiter vor und gab den Linksaußen. Ebenfalls nicht unbedingt zu erwarten: Kevin Artmanns Rückkehr in den Kader. Der BSV-Kapitän nahm sieben Wochen nach seiner Leistenblessur zunächst auf der Bank Platz. Von dort aus sah er Rehdens dickste Chance nach 15 Minuten: Jeff Gyasi köpfte eine weite Ecke von Viktor Pekrul ins Zentrum – und dort zwang Abu Bakarr Kargbo Havelses Keeper Alexander Meyer zur ersten Parade. 60 Sekunden später sorgte Rehdens Schlussmann Milos Mandic für eine Schrecksekunde, als er einen Rückpass von Pekrul nach vorn bolzen wollte, über die Kugel drosch – aber noch rechtzeitig zurückkam.

Weiter ging es auf der anderen Seite mit einer Flanke von Rechtsaußen Danny Arend – doch diesen Ball schoss Kargbo knapp daneben (18.). Fortan ging es munter rauf und runter. Die Gäste gestatteten Kienes neuem Team aber durch offensives Pressing und aufmerksames Verschieben sonst wenig Räume, zwangen es so zudem zu Fehlpässen und Ballverlusten. BSV-Abwehrchef Stefan Heyken hielt mit starker Kopfball-Quote den Strafraum der Schwarz-Weißen sauber, die aus Jeff Gyasi und Marcel Stutter bestehende Doppel-Sechs verstärkte das Zentrum wie zu besten (Kiene-)Zeiten. So sahen die 503 Zuschauer bis zur Pause keine hochkarätigen Torraumszenen mehr.

Das änderte sich im zweiten Durchgang: Drei Minuten nach Wiederanpfiff setzte Deniz Cicek einen Freistoß gefährlich dicht über Mandics Kasten – und kurz darauf jubelten die Gäste: Jeff Gyasi köpfte einen Freistoß von Pekrul in die Maschen – 0:1 (53.) !

Kiene war bedient, stellte seine Abwehr auf eine Dreierkette um. Das brachte zunächst wenig, denn Rehden rackerte aufopferungsvoll um jeden Zentimeter. Pech hatte Kljajic, als er mit einem Linksschuss an Meyer scheiterte (58.). Danach nahm der Druck aufs BSV-Gehäuse zu, Rehden kam aus dem Konzept. Gerber reagierte auf die Bedrängnis, nahm Stürmer Kargbo runter und verstärkte durch Gazi Siala die Defensive. Dies und die Einwechslung von Artmann als ordnende Hand löschten einige lodernde Feuer. Und als Havelses Kapitän Tobias Holm Siala legte, zückte Schiedsrichter Stefan Zielsdorf sofort die Rote Karte (87.). Ob wegen des Fouls oder einer angeblich homophoben Äußerung, ließ sich gestern Abend nicht mehr ergründen. „Aber wir haben bis zum Ende an uns geglaubt“, schilderte Havelses Daniel Degner. So erreichte ein langer Ball den A-Jugendlichen Popovic, der sich gegen Pekrul durchsetzte und Mandic per Flachschuss überwand. Der Rest war pure Rehdener Enttäuschung – und Havelser Jubel über einen „natürlich gefühlten Sieg“, urteilte Kiene: „Nur an den Disziplinlosigkeiten müssen wir noch arbeiten.“ Gerber hingegen muss nun wieder mal mentale Aufbauarbeit leisten.

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