BSV Rehden unterliegt Zweitligist VfR Aalen erst im Elfmeterschießen

Ein Wahnsinnsspiel mit einem ganz brutalen Ende

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Rehdener Glücksgefühle nach dem 1:0: Alessandro Ficara (li.) hatte die Ecke per Kopfball verlängert, Michael Wessel freut sich mit dem Quasi-Torschützen.

Cloppenburg - Von Arne Flügge und Cord Krüger. Wenn Verlierer wie Helden gefeiert werden, minutenlange Sprechchöre aus fast 1000 Kehlen die Spieler vom Platz begleiten; wenn der haushoch favorisierte Gegner feiert, als wäre er gerade Weltmeister geworden – dann muss es ein Spiel gewesen sein, in dem am Ende wieder einmal nicht die bessere Mannschaft gewonnen hat. Und so war es auch. Nach einer bärenstarken Leistung und großem Kampf unterlag Fußball-Regionalligist BSV Rehden gestern in der ersten Runde des DFB-Pokals dem Zweitligisten VfR Aalen erst im Elfmeterschießen mit 4:5 (1:1/1:0).

„Das ist so bitter“, seufzte Aaron Goldmann, noch sichtlich angeknockt vom finalen Shoot-Out: „Wir hätten es heute verdient gehabt, weiterzukommen.“ Rehdens Mittelfeldspieler hatte beim Gleichstand von 3:3 den vierten Elfmeter nicht im Kasten untergebracht: „Der Keeper hat gut gehalten, aber ich muss ihn einfach auch besser schießen. Das ist schon traurig.“ Danach verschoss auch noch Abwehrspieler Stefan Heyken, nachdem Keeper Milos Mandic zuvor den Elfmeter von Andre Hainault pariert hatte – der Traum von der großen Sensation war geplatzt. Doch niemand wollte den Beiden einen Vorwurf machen. „Elfmeterschießen ist nun einmal Glückssache“, sagte Trainer Andreas Petersen – und BSV-Keeper Mandic fügte an: „Die Jungs, die verschossen haben, machen sich jetzt sicherlich einen Vorwurf. Aber das brauchen sie nicht. Jeder von denen ist heute bestimmt 18 Kilometer gelaufen. Wir haben ein Riesenspiel gezeigt.“

Eine Meinung, mit der Mandic nicht allein dastand. „Rehden hat uns das Leben richtig schwer gemacht und uns vor große Probleme gestellt. Sie haben unsere Schwachstellen entdeckt und gnadenlos aufgedeckt“, räumte Aalens Trainer Stefan Ruthenbeck ein: „Ein Regionalligist hat einem Zweitligisten die Grenzen aufgezeigt.“ Dieses Lob ging Petersen natürlich „runter wie Öl“. Dennoch blieb unterm Strich sein bitteres Fazit: „Wir sind draußen – und das tut richtig weh.“

Denn der BSV Rehden war dem Gegner über die gesamten 120 Minuten ein mehr als ebenbürtiger Gegner gewesen. Die Führung in der 20. Minute, als Aalens Nejmeddin Daghfous nach einer Ecke von Viktor Pekrul eine Kopfballverlängerung von Alessandro Ficara ins eigene Tor drückte, war verdient – und die Ecke so geplant, wie BSV-Innenverteidiger Michael Wessel erklärte: „Wir wussten, dass Aalen bei Ecken keinen Mann an den ersten Pfosten stellt.“ Dieses und viel mehr hatte Petersen seinem Team mit auf den Weg gegeben – und auch das kompakte 4-3-2-1-Tannenbaumsystem gefiel Wessel gut: „Das gibt uns in der Abwehr noch mehr Sicherheit. Abstimmungsprobleme hatten wir nicht. Jeder wusste, was er zu tun hatte.“ So ließ der BSV fast nichts zu. Aalen war nur gelegentlich bei Standards gefährlich.

Nach dem Wechsel aber leistete sich der BSV Rehden einen Fehler – und der wurde auch gleich brutal bestraft. Pekrul spielte Michael Klauß den Ball in die Füße, und dessen Schuss fälschte der bärenstarke Wessel auch noch unglücklich zum 1:1 (57.) ab. Klar, dass Pekrul später untröstlich war: „Ich hab’ den Ball schon auf dem Fuß, brauche ihn nur wegzuschlagen. Stattdessen spiele ich ihn in die Mitte...“

Doch das Gegentor lähmte Rehden nicht. Die Mannschaft gab weiter Gas, erzwang die Verlängerung. „Und dort hatten wir dann noch zwei Riesenchancen“, sagte Mittelfeldspieler Marius Winkelmann. Doch das Glück war nicht auf Rehdener Seite. Zunächst scheiterte Mattia Trianni an VfR-Keeper Daniel Bernhardt (91.), dann köpfte Kiala Kifuta eine Winkelmann-Flanke an die Latte (113.), ehe die Gäste schließlich das Elfmeterschießen für sich entschieden. „Natürlich haben wir ein Riesenspiel gemacht“, meinte Winkelmann später, „aber im Moment überwiegt bei mir nur die totale Enttäuschung. Denn es ist einfach nur scheiße, nach so einem Fight im Elfmeterschießen rauszufliegen.“

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