Haushoch überlegen, aber punktlos: Destruktive Flensburger gewinnen mit 1:0

Rehden stirbt in Schönheit

Nicht effektiv genug: Die Rehdener um Josip Tomic (hier im Duell mit seinem Ex-Kollegen Kevin Njie) kassierten gegen Flensburg die siebte Saisonniederlage. Foto: wiechert

Rehden - Von Daniel Wiechert. Ab der 51. Minute wurde aus dem Keeper Florian Kirschke ein Greenkeeper. Sein SC Weiche Flensburg war soeben mit 1:0 beim BSV Rehden in Führung gegangen – und fortan kümmerte sich Kirschke liebevoll um jeden Grashalm in seinem Fünfmeterraum. Damit nahm er bei jedem Abschlag etliche Sekunden von der Uhr. Auch das Raunen und Buhen der Zuschauer kümmerte Kirschke wenig. Warum auch? Schließlich brachte Flensburg auch dank dieser Extra-Minuten bei der Rasenpflege das 1:0 über die Zeit.

Dass ein Team, das vor der Saison durchaus Aufstiegsfantasien gehegt hatte, derartige Mittel anwandte, durften die Rehdener als Kompliment auffassen. Und was Weiche-Trainer Daniel Jurgeleit nach dem Spiel sagte, zeigte auch, mit welchem Respekt die Gäste an die Waldsportstätten gefahren waren. „Wir wollten insgesamt tiefer stehen als üblich“, erläuterte der 55-Jährige: „Wir haben uns aufs Verteidigen beschränkt.“ Das funktionierte. Schließlich spielten die Flensburger zu Null. Doch Jurgeleit wusste, dass seine Mannschaft am Samstagnachmittag auch Massel hatte: „Man muss klar sagen, dass es für uns ein glücklicher Sieg war.“

Kein Widerspruch. Rehden war über 90 Minuten die bessere Mannschaft gewesen. Und so konnte BSV-Coach Heiner Backhaus seinem Team einerseits „auch keinen Vorwurf machen“. Mit dem Ball seien seine Schwarz-Weißen „drückend überlegen“ gewesen. Zudem hatten seine Spieler ein „überragendes Gegenpressing“ fabriziert. Und alle Akteure „sind körperlich ans Limit gegangen“. Also alles schön und gut? Mitnichten. Denn Backhaus setzte noch zum Andererseits an: „Fußball wird durch Tore entschieden; nicht durchs Schönspielen.“ Der Ex-Profi vermisste den absoluten Willen, den Ball im Strafraum mit aller Macht über die Linie zu drücken. „Wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass es nach vorne zu wenig war“, betonte Backhaus: „Noch schlimmer ist, dass wir die Verantwortung des Toreschießens allein auf Addy Menga schieben.“

Einmal hatte der Ball dennoch im Flensburger Tornetz gezappelt. Bocar Djumo hatte ihn aus 14 Metern reingedroschen. Doch er hatte bei der Ballannahme seinen linken Arm eingesetzt, weshalb der Treffer in der zehnten Minute zu Recht abgepfiffen worden war. Ansonsten passierte in der Anfangsphase wenig. Nach 28 Minuten zog Flensburgs Stürmer Jonas Andersen mal aus 27 Metern ab, doch der Schuss rauschte rechts am Tor vorbei. Fünf Minuten später schoss Rhami Ghandour aus halblinker Position ans linke Außennetz. Kurz vor der Pause erhöhte Rehden dann das Tempo. Es wurde ein vierminütiges Powerplay. Zunächst schoss Quentin Fouley von der Strafraumgrenze aus über den Kasten (42.), dann entschärfte Kirschke einen Schuss von Marco Kaffenberger (44.), ehe auch Fouley (45.+1) nach Brustablage von Menga am Keeper scheiterte.

Nach dem Seitenwechsel gab es die kalte Dusche für Rehden. Andersen tankte sich nach kapitalem Fehlpass von Ghandour bis zur linken Grundlinie durch, passte zurück auf Dominic Hartmann – und dessen Flanke setzte Casper Olesen per Kopf zum 1:0 (50.) in den rechten Knick. Sekunden später kratzte Kirschke einen Nahdistanzschuss von Fouley aus dem langen Eck, Hartmann hinderte Djumo am Nachschuss. Die Rehdener forderten Elfmeter, bekamen aber keinen. In der Schlussphase hielt Kirschke mit zwei weiteren Paraden gegen Menga (84.) und Tomislav Ivicic (90. +1) den Sieg für Flensburg fest.

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