Rehden siegt 2:0 in Hildesheim, doch Gazi Siala bricht sich das Nasenbein

„Trainer-Wunsch-Ergebnis“ mit dickem Wermutstropfen

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Der BSV Rehden stand gestern ziemlich hoch – da erlaubte sich auch Innenverteidiger Michael Wessel (rechts, gegen Hildesheims Niklas Kiene) mehr Ausflüge nach vorn als sonst. Hinten ließ Wessel aber deshalb ebenfalls nichts anbrennen.

Aus Hildesheim Berichtet - Cord KrügerAlles lief gestern bestens für den BSV Rehden – bis zur 77. Minute im Duell bei Regionalliga-Aufsteiger VfV Borussia Hildesheim: Rehdens Gazi Siala blieb nach einem Luftkampf im Mittelfeld liegen, Mitspieler und Gegner beugten sich über den Rechtsaußen, winkten fast in derselben Sekunde hektisch die Sanitäter herbei – und die trugen den 20-Jährigen vom Platz. Der gebürtige Hildesheimer kam mit einem blutenden Nasenbeinbruch in die Klinik, seine Eltern, als Zuschauer im Stadion, begleiteten ihn. Ein bitterer Wermutstropfen beim 2:0 (2:0)-Sieg des BSV.

Siala hatte keine Chance. Denn hinter ihm war Rehdens Kraftklotz Jeff Gyasi ebenfalls zum Kopfball herangerauscht. Der katapultierte ihn vor Hildesheims Philipp Rockahr und zog sich dabei selbst eine Kopfplatzwunde zu, konnte allerdings weitermachen. „Es war ein zweiter Ball. Ich hab' noch ,Leo‘ gerufen, aber wohl zu spät“, berichtete Gyasi, der gestern mit dem erstmals wieder in der Startelf stehenden Marcel Stutter die Doppelsechs bildete. Stutter hat seine Schulterblessur also auskuriert, doch Siala reißt die nächste Lücke.

„Ein weiterer herber Verlust für uns“, seufzte Rehdens Trainer Alexander Kiene: „Gazi hat sich als Neuzugang hier sofort etabliert und ist gleich zur Stammkraft geworden. Aber ich hoffe, dass wir diesen Ausfall so stark über das Kollektiv auffangen wir heute.“ Erst am Donnerstagabend im Training nämlich hatte Kiene Stürmer Andreas Gerdes-Wurpts als Neuzugang im Lazarett verbuchen müssen – der 35-Jährige erlitt wie in der Vorwoche Danny Arend einen Muskelfaserriss. „Wir hoffen aber, dass es nicht so schlimm ist wie bei Danny“, schilderte der A-Lizenz-Inhaber.

Gestern jedenfalls mussten erstmal noch andere die Ausfälle kompensieren. Etwa Matthias Tietz als bärenstarke Vertretung für Linksaußen Arend. Oder Abu-Bakarr Kargbo als Spitze, „der unsere Abwehr gut beschäftigt hat“, wie VfV-Trainer Jürgen Stoffregen anerkannte. Rehdens Ex-Coach im Aufstiegsjahr 2012 ärgerte sich, dass „wir wieder viel Lehrgeld bezahlt haben“. Vor allem beim 0:1 durch Rehdens aufgerückten Abwehrchef Stefan Heyken, der sich bei einer Ecke von Kevin Artmann wie ein Brustschwimmer durch die Reihen wühlte und einköpfte (15.). „So, wie wir das immer trainieren“, schwärmte Kiene.

Ebenfalls einstudiert hatte er eine offensive Viererkette, die bei Ballbesitz zur Dreierreihe wurde. Die wurde in Minute 18 allerdings ziemlich überrannt – doch Rehdens Schlussmann Milos Mandic war einen Schritt schneller am Ball als Dominic Hartmann. Ansonsten hatte „Milo“ in der ersten halben Stunde wenig zu tun. Zu sicher schirmte Kienes „gutes Defensivquadrat“, wie der Coach Heyken und Michael Wessel im Abwehrzentrum sowie die gestern bärenstarken Sechser Stutter und Gyasi vor ihnen nannte, alles ab. Ebenso gut funktionierten die Außenverteidiger Viktor Pekrul und Aldin Kljajic – mit gefährlichen Flankenläufen. So kam es auch zum 2:0: Tietz bediente Rechtsverteidiger Pekrul, der rannte bis zur Grundlinie durch, und seine Hereingabe köpfte Kargbo wuchtig ins lange Eck (36.). „Für Abu freut mich das“, verriet Kiene: „Er war zuletzt im Spiel bei St. Pauli II schon gut, hatte aber Pech im Abschluss.“

So wie gestern der Ex-Rehdener Omar El-Zein, der kurz vor der Pause Heyken die Kugel abluchste, Mandic überwand, mit seinem Schuss aber an Wessel auf der Linie scheiterte.

Nach dem Seitenwechsel vergab Artmann mit einer direkt an den Pfosten geschnibbelten Ecke die größte Chance (53.). „Anschließend haben wir das Ergebnis gut verwaltet, wie wir das in der Pause besprochen hatten“, freute sich Kiene. In der Nachspielzeit musste Mandic noch gegen Philipp Schlichting alle seine Reflexe aufbieten, aber es reichte zum „Trainer-Wunsch-Ergebnis“, wie Kiene das 2:0 nannte: „Die Null steht, wir haben zwei Tore geschossen – so kann es weitergehen.“ Aber bitte ohne weitere Verletzte…

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