Rehden und St. Pauli II trennen sich 1:1 / Trainer Petersen vermisst die Gier

Zweimal Rot und ein Elfer in einem verrückten Spiel

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Das 1:1: Rehdens Kiala Kifuta ist im Gewühl schneller am Ball und drückt die Kugel über die Linie.

Rehden - Von Arne Flügge. Es waren nicht einmal 60 Sekunden gespielt, da hatte Trainer Andreas Petersen den Torschrei auf den Lippen. Doch denkste! Sein Stürmer Kiala Kifuta scheiterte freistehend an Torwart Robin Himmelmann – Chance vertan. Wieder einmal. Am Ende reichte es am Samstag im Heimspiel der Fußball-Regionalliga für den BSV Rehden gegen den FC St. Pauli II immerhin noch zu einem 1:1 (0:1). Ein Ergebnis, mit dem unterm Strich beide Mannschaften leben müssen. Auch wenn’s Petersen ziemlich schwer fiel.

Denn das Manko der vergangenen Spielzeit zieht sich wie ein roter Faden auch durch die neue Saison. Rehden lässt einfach viel zu viele Möglichkeiten ungenutzt – und tritt mit nun sieben Punkten aus sechs Spielen in der Tabelle weiter auf der Stelle. „Wir hatten in der ersten Halbzeit drei, vier richtig gute Gelegenheiten, und trotzdem liegen wir hinten, weil wir so ein dummes Gegentor bekommen haben“, seufzte der Rehdener Trainer. Ein Fauxpas von Keeper Milos Mandic (siehe nebenstehenden Text) hatte in der 35. Minute das 1:0 der Gäste durch Bentley Baxter Bahn ermöglicht. Auf der anderen Seite vergaben Kifuta, Michael Wessel per Kopf (38.) oder auch der starke Mattia Trianni (41.) beste Chancen. „Wir fahren wirklich gute Angriffe, aber uns fehlt einfach die Geilheit und die Gier, dann auch das Tor zu machen“, kritisierte Petersen.

In der 42. Minute sah dann Hamburgs Andrej Startsev nach einem Foul an Kifuta die Rote Karte. Eine überzogene Entscheidung von Schiedsrichter Nils Riedel (TuS Schwachhausen), der später noch einmal in den Blickpunkt rücken sollte. „Dass das Rot ist, die Meinung hat der Schiri exklusiv“, schimpfte St. Paulis neuer Trainer Fabian Boll. Auch Petersen fand die Entscheidung zu hart.

Rehdens Trainer stellte nach dem Wechsel um, brachte in Omar El-Zein und später noch Almir Kasumovic zwei weitere Stürmer. „Wir haben brutal offensiv gewechselt, weil wir unbedingt die drei Punkte wollten“, so der BSV-Coach. Und nachdem El-Zein noch knapp verzogen hatte (55.), traf Kifuta dann auch aus dem Gewühl heraus zum 1:1 (60.). „Es freut mich für Kifu“, sagte Petersen, „denn der Junge arbeitet wie ein Tier.“ Rehden wollte nun mehr, was dem Gegner Platz zum Kontern gab. Und so entwickelte sich eine spannende, fast schon dramatische Schlussphase, in der es rauf und runter ging, beide Teams Chancen auf den nächsten Treffer hatten.

Die größte bekam St. Pauli serviert, als Schiri Riedel nach einem Zweikampf zwischen Bahn und Michael Wessel plötzlich Elfmeter pfiff und dem Rehdener wegen einer Notbremse auch noch glatt Rot zeigte. „Das war nie und nimmer Rot“, ärgerte sich Wessel, „ich habe den Ball abgegrätscht und ihn unten gar nicht berührt.“ Auch die beiden Trainer befanden später: keine Rote Karte.

Riedel aber sah es anders. „Ich glaube, der Schiedsrichter wollte da etwas korrigieren“, vermutete Petersen in Anspielung auf den Platzverweis des Hamburgers Startsev. Wie auch immer. Bahn hatte nun die große Chance, scheiterte aber an Mandic (78.), der somit das 1:1 festhielt. „Es war sicher nicht Glanz und Gloria, was wir gespielt haben“, fasste Petersen zusammen, „aber wir haben mit Herz und Leidenschaft Fußball gearbeitet und gekämpft.“ Bleibt am Mittwoch (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen Cloppenburg eigentlich „nur“ noch eines: endlich eine bessere Chancenverwertung.

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