Rehden nimmt vom Spitzenreiter HSV II ein 1:1 und viel Selbstvertrauen mit

Kifuta und das BSV-Kollektiv knacken die Hamburger Serie

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„Kommt in meine Arme!“ Torschütze Kiala Kifuta bedankt sich bei den Vorbereitern Jeff-Denis Fehr und Viktor Pekrul (von links). Jeffrey Obst und Andor Bolyki (von rechts) gratulieren als erste Rehdener Kollegen zum 1:1.

Aus Hamburg - berichtet Cord KrügerHAMBURG Donnerwetter! Ausgerechnet der BSV Rehden beendete gestern die bisher makellose Serie des Hamburger SV II und trotzte dem Spitzenreiter den ersten Punktverlust nach neun Siegen in neun Regionalliga-Partien ab. Die Mannschaft von Trainer Andreas Petersen feierte bei der Bundesliga-Reserve ein 1:1 (0:1) und nahm neben diesem Zähler richtig viel Selbstvertrauen mit. „Das tut uns gut für den ganzen Rest der Saison“ – da war sich BSV-Kapitän Viktor Pekrul sicher.

Das sah auch Petersen so. Allerdings, mutmaßte der 54-Jährige, „hätten wir sogar gewinnen können, wenn wir von der ersten Minute an so gespielt hätten wie ab der 15. – doch bis dahin hatten wir ziemlich die Hosen voll.“

Und ziemlich verdient zurückgelegen. Denn schon nach fünf Minuten hätte Matti Steinmann das 1:0 besorgen können, doch er zielte knapp vorbei. Wenig später war es passiert: Ahmet Arslan spielte eine Ecke kurz auf Dominik Masek, der passte zurück zu Arslan – und dessen Linksflanke köpfte der in der Mitte freie Dongsu Kim zur Führung ein (9.). „Eine Piss-Ecke“ nannte Petersen die Szene, in der „wir im Zentrum nicht hingehen“, ärgerte sich Pekrul. In der nächsten brenzligen Situation verhinderte BSV-Keeper Milos Mandic das 0:2, als er bei einem Freistoß von Arslan schnell abtauchte und die Kugel um den Pfosten drehte (15.). „Sonst haben wir aus dem Spiel aber nicht viel zugelassen“, urteilte Pekrul. Mandic musste zwar noch einen Kopfball von Nils Brüning an die Latte lenken (15.) – doch diese Aktion kam ebenfalls nach einer Ecke zustande.

„Es war schwer, Rehden zu bespielen“, verdeutlichte HSV-Coach Daniel Petrowsky das Problem gegen die dicht gestaffelte Defensive der Gäste, „die das gut gemacht haben und schnell kontern konnten, weil wir uns noch zu oft Fehler im Spielaufbau leisten“. Petersens Taktik mit drei Sechsern vor der Abwehr war also wieder aufgegangen, und nach besagter Anfangsviertelstunde zogen Christian Pauli und Mattia Trianni ein gefälliges Flügelspiel auf. Paulis Linkshereingabe verpassten Kiala Kifuta, Danny Arend und Trianni allerdings knapp (24.), und Triannis Schuss nach schönem Solo parierte HSV-Schlussmann Alexander Brunst-Zöllner stark (26.). Vielleicht hätte Kifuta in der 44. Minute zum 1:1 getroffen, doch nachdem er in einen Pass von Gideon Jung gehechtet war und zum Sprint durch die freie HSV-Hälfte ansetzte, stellte sich Steinmann in seinen Weg. Beide blieben nach dem Crash liegen, Petersen reklamierte auf Foul des Finnen, nach Ansicht von Schiedsrichter-Assistent Enno Thiele aber wohl zu laut – jedenfalls schickte ihn Schiri Mario Bernhardt auf die Tribüne. „Ich weiß nicht, was ich gemacht haben soll“, zuckte Petersen mit den Schultern. Ich habe ja schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht.“

Immerhin durfte er in der Pause noch ausreichend auf sein Team einwirken. Denn im zweiten Durchgang kaufte Rehden dem Tabellenführer zunehmend den Schneid ab. „Das war bei dem Spielverlauf sehr laufintensiv“, gestand Pekrul: „Wir lagen hinten, standen tief, Hamburg hatte mehr Ballbesitz – aber alle haben in der Abwehr gut gearbeitet – das fing ganz vorn bei Kifu an“, lobte der Rechtsverteidiger den Stürmer. Im Gegenzug halfen er und der unglaublich aufmerksame Jeffrey Obst mit Entlastungsangriffen über außen.

Die Platzherren reagierten mit verstärktem Einrücken, um das Ergebnis zu verwalten. Doch das reichte nicht: Zwölf Minuten vor Schluss unterlief Brunst-Zöllner eine Rechtsflanke von Pekrul, Jeff-Denis Fehr nahm vor dem leeren Tor den Ball an, sah den besser postierten Kifuta – und der schob Fehrs Ablage zum 1:1 ein! Riesen-Jubel bei den Gästen, Frust bei den 370 Fans im Wolfgang-Meyer-Stadion. Die letzen Bemühungen der Platzherren ums 2:1 scheiterten, weil sich immer noch ein Rehdener in Schüsse und Flanken warf. Unruheherd Trianni hatte bei einem Konter sogar noch die Chance zum Sieg (87.) – doch das wäre des Guten zu viel gewesen. „Es war ein verdientes Unentschieden“, urteilte Petersen: Wir wollten die Ersten sein, die gegen diese Mannschaft was holen – und das haben wir geschafft. Ich bin stolz auf diese Moral.“ Auch Pekrul sprach von einem „gefühlten Sieg. Dafür haben wir uns vor dem Spiel richtig gepusht.“ Mit Erfolg.

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