BSV Rehden nach 3:0 über Lübeck für 24 Stunden Tabellenführer der Regionalliga

In ungewohnten Sphären

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Kopfnuss für Michael Wessel von Lübecks Keeper Kennet Kostmann. Jeff Gyasi (li.) beobachtet das Duell.

Rehden - Von Arne Flügge. Klar, es war nur eine kleine Momentaufnahme. Und jeder beim Fußball-Regionalligisten BSV Rehden wusste diese auch richtig einzuordnen. Doch es war nun einmal Fakt: Nach dem 3:0 (2:0)-Heimsieg am Samstag über den VfB Lübeck waren die Rehdener nach vier Spieltagen Tabellenführer – wenn auch nur für 24 Stunden.

„Das ist doch schon mal ein ganz anderes Gefühl“, strahlte Defensivspieler Marcel Stutter angesichts des monatelangen Abstiegskampfes in der vergangenen Saison. Der 27-Jährige sagte aber auch: „Wir müssen jetzt jedes Spiel weiterhin Vollgas geben, um so schnell wie möglich den Klassenerhalt sicher zu haben. Erst dann können wir von Spiel zu Spiel sehen, was noch geht.“

Auch Kevin Artmann wünscht sich eine entspanntere Saison als die letzte. Der Grundstein ist mit zwei Unentschieden und zwei Siegen gelegt. „Wir haben eine super Truppe zusammenbehalten, uns gut verstärkt und ein paar junge und hungrige Dachse im Team. Dass wir jetzt für eine Nacht Tabellenführer sind, das gab’s noch nicht“, sagte der Kapitän.

Wichtiger sei aber, wie die Mannschaft wieder aufgetreten ist. „Lübeck ist keine Tortentruppe. Das ist eine Mannschaft mit großen Ambitionen und hoher Qualität“, sagte Artmann. Von daher sei dieser klare Sieg um so höher zu bewerten.

Das meinte auch Alexander Kiene. „Die Mannschaft hat ihre tolle Entwicklung fortgesetzt, wenngleich die Situation in der Vorbereitung mit vielen Verletzten nicht einfach war. Darauf können wir schon stolz sein“, lobte der Rehdener Trainer: „Wenn das Kollektiv funktioniert, jeder bereit ist, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen, dann bis du am Ende des Tages auch erfolgreich.“

Trotz des zweifellos verdienten Rehdener Sieges bleibt aber auch anzumerken, dass einiges am Samstag den Gastgebern in die Karten gespielt hat. Nach Artmanns Lattenkracher in der dritten Minute gab’s auf der anderen Seite vier Minuten später Elfmeter für Lübeck. Michael Wessel soll Maurice Maletzki gefoult haben. „Ich berühre ihn nicht. Er springt hoch“, sagte der Rehdener Verteidiger, der aber auch einräumte: „Springt er nicht, treffe ich ihn.“

Somit also die große Chance für Lübeck, auf 1:0 zu stellen, aber Stefan Richter nagelte die Kugel an die Latte. Glück auch in der 29. Minute für Rehden, als Torwart Milos Mandic patzte, Richter den Abpraller aber nicht verwertete.

Auf der anderen Seite holte Lübecks Keeper Jonas Toboll per Notbremse BSV-Stürmer Abu Bakarr Kargbo von den Beinen (33.) – Elfmeter und Rot für den VfB-Schlussmann. Stutter übernahm die Verantwortung („Ich bin dafür eingeteilt“) und verwandelte sicher zum 1:0 (36.). Und als dann Kevin Artmann praktisch mit dem Pausenpfiff nach Vorarbeit von Kargbo per Flachschuss noch das 2:0 erzielte, war Lübecks Coach Denny Skwierczynski restlos bedient: „Das ist alles extrem unglücklich für uns gelaufen.“

Nach dem Wechsel spielte der BSV Rehden dann richtig groß auf, ließ hinten gar nichts mehr zu und Lübeck kaum noch Luft zum Atmen. Kargbo markierte dann auch fast zwangsläufig das 3:0 (66.), weitere hochkarätige Chancen, einen noch höheren Sieg herauszuschießen, ließ Rehden aber liegen. Das war auch Kienes einziger Kritikpunkt. „Aber wir müssen auch immer mit der nötigen Demut an die Sache herangehen“, relativierte der 37-Jährige: „Wir haben immerhin gegen Lübeck gespielt.“ Skwierczynski schob hingegen Frust: „Wir fahren jetzt bedröppelt nach Hause. Wir müssen uns sammeln, aufstehen und zusammenstehen.“

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