BSV Rehden kassiert gegen HSV II eine 0:3-Schlappe

Rudnevs & Co. sorgen für den feinen Unterschied

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Rehdens Mittelfeldspieler Wal Fall (re.) arbeitete viel, blieb aber glücklos.

Rehden - Von Arne Flügge. Als der offizielle Teil der Pressekonferenz beendet war, blieb Franz Gerber noch länger auf seinem Platz sitzen, den Blick ins Leere gerichtet, tief versunken in den Gedanken an eine Begegnung, die dem neuen Trainer von Fußball-Regionalligist BSV Rehden doch einiges Kopfzerbrechen bereitet hatte – und ihm seine Heimpremiere vermieste.

0:3 (0:0) hatte die Mannschaft gerade in den Waldsportstätten gegen den Hamburger SV II, bis dato Tabellenvorletzter, verloren; nach zum Teil haarsträubenden Fehlern in der Defensive.

Und dies trotz des Selbstvertrauens, das die Rehdener zuletzt nach der starken Vorstellung beim 3:3 in Norderstedt getankt haben sollten. „Wir haben die Leistung der letzten Woche nicht aufs Feld bringen können“, meinte der 61-Jährige.

Zudem trafen die Rehdener auf eine Hamburger Mannschaft, die gleich mit fünf Lizenzspielern antrat. Allen voran der U21-Nationalspieler Gideon Jung in der Innenverteidigung sowie Artjom Rudnevs im Sturm. Der 27-jährige lettische Nationalspieler, bei Bundesligacoach Bruno Labbadia derzeit nicht erste Wahl, hatte sogar um einen Einsatz gebeten, um Spielpraxis zu sammeln. „Er hat von sich aus spielen wollen, und so ist er dann natürlich auch aufgetreten“, sagte Gerber: „So ein Top-Mann und vier weitere Fast-Bundesligaspieler können dann auch schon mal den Unterschied ausmachen.“

Foul an Arend, aber

kein Elfmeterpfiff

Rudnevs war es dann auch, der bereits in der vierten Minute das 1:0 auf dem Fuß hatte, den Ball jedoch freistehend über das Tor drosch. In einer noch ausgeglichenen ersten Halbzeit, die sich hauptsächlich durch Mittelfeldduelle und taktische Vorgaben auszeichnete, hatte auch der BSV Rehden eine gute Möglichkeit. Doch nach einem Schuss des quirligen Jeff-Denis Fehr aus kurzer Distanz, riss HSV-Keeper Andreas Hirzel mit einem irren Reflex gerade noch den linken Arm hoch. Der Ball sprang an die Unterkante der Latte und von dort zurück ins Feld (16.). „Solche Chancen der Gegner haben uns zuletzt häufig das Genick gebrochen. Diesmal haben wir das Glück gehabt, dass der Ball nicht reingegangen ist“, sagte HSV-Trainer Soner Uysal, der wie sein Kollege Gerber eine „ausgeglichene erste Halbzeit auf einem insgesamt guten Niveau“ gesehen hatte.

Die hätten sich die rund 450 Zuschauer in den Rehdener Waldsportstätten auch nach dem Wechsel gewünscht. Doch es sollte anders kommen. Knackpunkt dabei vielleicht die 49. Minute: Rehdens Danny Arend wurde im Strafraum umgeschubst. Es hätte Elfmeter geben können, wenn nicht gar müssen. Doch der Pfiff von Schiedsrichter Eric Müller (Union 60 Bremen) blieb aus. Sehr zum Ärger von Franz Gerber: „Gehen wir da in Führung, sieht das ganze Spiel vielleicht anders aus. So kriegen wir fast im Gegenzug das 0:1. Das ist natürlich doppelt bitter.“

Wovon der BSV-Coach sprach, spielte sich in der 54. Minute ab: Der HSV schaltete schnell um, Kapitän Ahmet Arslan setzte sich über die linke Seite durch, und seine maßgenaue Flanke hämmerte Rudnevs aus elf Metern aus vollem Lauf volley in die Maschen. „Da waren wir einen Moment unaufmerksam“, so Gerber. Allerdings hat Rudnevs die Kugel auch in der Manier eines Klassestürmers verwertet.

Der Schock über das Gegentor war kaum verdaut, da hieß es auch schon 0:2. Nach einer Ecke von Arslan stand Innenverteidiger Oliver Oschkenat mutterseelenallein im Strafraum und traf per Kopfball (58.). „Es gab eine klare Absprache und eine klare Zuteilung. Doch die wurde nicht erfüllt“, ärgerte sich Gerber. Denn wäre das Tor nicht gefallen, „wären wir vielleicht noch einmal zurückgekommen. So aber war das Spiel gelaufen“, meinte der BSV-Trainer. Zumal der HSV II auch einen starken Keeper zwischen den Pfosten hatte. Nach Freistoß von Viktor Pekrul fischte Hirzel einen Kopfball von Stefan Heyken aus dem Winkel (69.). „Sensationeller Kopfball, weltklasse gehalten“, räumte Trainer Gerber ein.

Damit hatte der BSV Rehden aber sein Pulver verschossen. Weitere Angriffsbemühungen blieben erfolg-, weil zu harmlos. Und auf der anderen Seite fingen die sich Gastgeber noch ein drittes, vor allem sehr kurioses Ding ein: Einen eher harmlosen 20-Meter-Schuss des eingewechselten Nico Charrier ließ BSV-Keeper Milos Mandic durchflutschen – 0:3 (90.+1). Gerber dazu: „Auf dieses Tor lege ich lieber den Deckel der Verschwiegenheit.“

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