BSV Rehden und TSV Havelse trennen sich in einem facettenreichen Spiel 1:1

Ping-Pong-Tor, Rudelbildung, Sturm, ein typischer „AGW“

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Kommt ein Havelser geflogen: Innenverteidiger Noah Plume (rechts) rauscht heran, spitzelt Rehdens Stürmer Abu Bakarr Kargbo den Ball vor der Nase weg.

Rehden - Von Arne Flügge. Erneut landet ein weiter Abschlag von BSV-Keeper Milos Mandic – abgedrängt von einer heftigen Böe – im Aus. Ein langer Ball nach vorn von Havelses Kapitän Daniel Hintzke bleibt in der Luft stehen, beim nächsten Versuch fliegt die Kugel, vom Sturm getrieben, sogar zurück. Der Saisonauftakt in der Fußball-Regionalliga am Samstag zwischen dem BSV Rehden und dem TSV Havelse geriet zu einer Windlotterie. Am Ende trennten sich beide Teams leistungsgerecht mit 1:1 (0:0).

„Bei diesen Bedingungen war an normales Fußball spielen nicht zu denken“, sagte Havelses Coach Stefan Gehrke folgerichtig. BSV-Trainer Andreas Kiene stimmte dem zu: „Der Wind hat kaum einmal einen konstruktiven Spielaufbau zugelassen.“

Doch am Sturm allein lag es nicht, dass die Rehdener zunächst schwer ins Spiel fanden. Havelse spielte gutes Pressing, war bissiger und auch aggressiver, stellte damit die Hausherren vor Probleme. Erst nach gut 20 Minuten bekam Rehden mehr Zugriff aufs Spiel, nahm jetzt auch die Zweikämpfe besser an und hatte in der 23. Minute Pech, als ein 20-Meter-Schuss von Linksverteidiger Kresimir Matovina nur knapp am rechten Pfosten vorbeistrich.

Ansonsten gab es wenig Chancen, weil sich beide Seiten weiterhin im Mittelfeld bekämpften, vieles aufgrund des Windes auch dem Zufall überlassen blieb. Glück allerdings für die Rehdener in der 32. Minute, als Torben Deppe plötzlich frei vor Mandic auftauche, die Kugel aber knapp am langen Pfosten vorbeisetzte. Auf der anderen Seite hatte Rehdens Danny Arend Pech mit einem Pfostenkracher (40.). „Geht der rein, gewinnen wir das Spiel. Da bin ich mir sicher“, sagte BSV-Coach Kiene später.

Gleich nach dem Wechsel fiel das 0:1 – ein Treffer aus dem Kuriositätenkabinett: Die Rehdener Abwehr hatte die Gefahr bereits bereinigt, war in Ballbesitz, ehe die Kugel beim Herausschlagen den Rücken von Jeff Gyasi traf, von dort dem Havelser Deniz Cicek vor die Füße sprang – und schon war’s passiert. „So ein unglückliches Ding hab’ ich noch nicht gesehen“, sagte der später eingewechselte Stürmer Andreas Gerdes-Wurpts, und Trainer Kiene ergänzte: „Das war ein Ping-Pong-Tor zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt.“ Aber wie schon am Mittwoch beim 0:1-Rückstand im NFV-Pokal in Cloppenburg bewies der BSV Rehden Moral. Kiene: „Die Mannschaft hat sich mit allem, was sie hatte, gegen die Niederlage gestemmt.“

Klar, dass es da auch mal robuster zuging. Und nachdem Gyasi seinen Gegenspieler in die Bande gecheckt hatte, gab’s ‘ne wilde Rudelbildung mit Gebrüll und kleineren Handgreiflichkeiten. Gyasi sah Gelb, ebenso wie „TSV-Lautsprecher“ Marco Hansmann. Alles wieder gut.

Die Rehdener wurden von Minute zu Minute überlegener, was auch die rund 550 Fans nun mit lauten Anfeuerungsrufen honorierten. Kiene stellte vom 4-2-3-1 auf 3-5-2 um, brachte in der 64. Minute in Andreas Gerdes Wurpts einen zweiten Stürmer – und wechselte damit die Lebensversicherung ein. Denn zehn Minuten vor dem Abpfiff stand der 35-Jährige nach einer Flanke von Danny Arend da, wo ein Stürmer stehen muss und köpfte den Ball zum 1:1 in die Maschen. „Ich wusste, dass Danny super Flanken schlagen kann. Wir hatten kurz Blickkontakt, und dann hab’ ich ihn reingemacht.“ Ein typisches „AGW“-Tor.

Kiene konnte dann auch mit dem 1:1 leben: „Aufgrund des frühen Gegentores nach der Pause müssen wir mit dem Remis zufrieden sein.“ Auch Havelses Trainer Gehrke war nicht enttäscht: „Wir hatten in der zweiten Halbzeit nicht mehr den Mumm, unsere Konter auszuspielen. Aber wir müssen auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wir haben auswärts bei einer starken Mannschaft einen Punkt geholt.“

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