BSV Rehden kassiert in Goslar erste Saisonniederlage / Gyasi sieht Gelb-Rot

1:4 – „Wir haben für diese Leistung richtig gebüßt“

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Rehdens Marcel Stutter (li.) verkürzte zwischenzeitlich auf 1:3, konnte aber die 1:4-Pleite in Goslar auch nicht verhindern.

Goslar - Von Arne Flügge. Als Lehrer ist Alexander Kiene oft angehalten, Milde walten zu lassen. Draufzuhauen gehört eigentlich nicht zum Verhaltensrepertoire des Trainers vom BSV Rehden. Doch nach der 1:4 (0:2)-Auswärtspleite am Samstag in der Fußball-Regionalliga beim Goslarer SC platzte dem 37-Jährigen der Kragen. Vor allem in den ersten 20 Minuten hatte seine Mannschaft eine unterirdische Leistung abgerufen, überhaupt nichts auf die Kette bekommen und sich in der Defensive haarsträubende Fehler erlaubt. „Vier Gegentore – so etwas darf uns einfach nicht passieren. Und deswegen bin ich auch richtig, richtig sauer. Ich bin total sauer“, schimpfte Kiene.

Unmittelbar nach dem Spiel versammelte der Trainer seine Jungs zum Kreis, um ihnen kräftig die Leviten zu lesen. Und wie begossene Pudel lauschten die Spieler mit hängenden Köpfen den deutlichen Worten ihres Coaches. „Das war unsere bisher schlechteste Saisonleistung. Wir hatten uns so viel vorgenommen und haben dann im Kollektiv eine ganz schwache Vorstellung geboten.“ Seinen Spielern hatte der BSV-Trainer mit auf den Weg in die Kabine gegeben, dass die Defensivarbeit, das eigentliche Prunkstück der Rehdener und ein Grant für die erfolgreichen letzten neun Monate, völlig aus den Fugen geraten war.

An Neuzugang Wal Fall (Kiene: „Er hat ein ordentliches Debüt in der Innenverteidigung gemacht, ihm fehlt aber noch die Fitness“) lag es nicht, dass der BSV Rehden bereits nach 20 Minuten mit 0:2 hinten lag. Nun, der direkte Freistoß von David Malemba genau in den Winkel (12.) war nicht zu halten, dafür aber im Vorfeld zu verhindern gewesen. Und beim 0:2 lud die Rehdener Abwehr den Gegner förmlich zum Toreschießen ein. Der Ball war bereits geklärt, als sich Aldin Klajic einen Querschläger leistete, der Ball zurück in die 16er segelte und gleich vier BSV-Spieler (!) Goslars Jack Schubert nicht am Torschuss hinderten. „Das war unterirdisch“, klagte Co-Trainer Sandy Peter Röhrbein, während sein Chef anfügte: „Wenn du die Tore auf diese Art und Weise bekommst, kannst du in der Regionalliga nicht punkten.“ Bereits in der zehnten Minute hatte Cetin Erbek eine dicke Kopfballchance vergeben.

Erst nach dem 0:2 kamen die Rehdener, die zuvor auch in der Offensive kein Durchsetzungsvermögen gehabt hatten, besser auf – und nach gut einer halben Stunde auch zu einer Chance durch Jeff Gyasi, dessen Ball aber noch von der Linie gekratzt wurde. Und gleich nach der Pause hatte wieder Gyasi den Anschluss auf dem Fuß, SC-Keeper Felix Junghan verhinderte mit einer Glanzparade aber den Einschlag (49.). Und gerade, als die Gäste dran waren, fiel auf der Gegenseite das 3:0. Wieder mit tatkräftiger Unterstützung der Defensive, die Schubert mutterseelenallein zum Kopfball kommen ließ (60.). Zwar gelang Marcel Stutter nach Vorarbeit von Abu Bakarr Kargbo in der 65. Minute mit einem Flachschuss der Anschlusstreffer, doch insgesamt war Rehden weiterhin in seinen Vorwärtsbemühungen zu einfaltslos und zu harmlos, um vielleicht doch noch einmal die Wende herbeizuführen.

Der kurzfristige Ausfall von Kapitän und Spielgestalter Kevin Artmann (Leistenprobleme) machte sich an allen Ecken und Ende bemerkbar. „Wenn er ausfällt, können wir diesen Qualitätsverlust einfach nicht kompensieren“, sagte Kiene.

Per Konter erhöhte Goslar in der 85. Minute durch den eingewechselten Garrit Golombek auf 4:1 (86.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Rehdener bereits mit einem Mann weniger auf dem Platz. Gyasi hatte in der 84. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen. „Die war nicht gerechtfertigt, passte aber irgendwie zum Spiel“, seufzte BSV-Trainer Kiene: „Es war ein gebrauchter Tag.“ Und ein klares Signal an die Mannschaft, dass es fatal ist, sich auf irgendwelchen Lorbeeren oder Serien auszuruhen. „Wir haben für diese Leistung richtig gebüßt“, sagte Kiene: „Jetzt müssen wir wieder aufstehen.“

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