Rehden führt 2:0 und 3:1, holt aber nur einen Punkt gegen Braunschweig II

Erst ein furioser Auftakt, dann Rückfall in alte Leiden

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Premiere mit Köpfchen: Rehdens Neuzugang Abu Bakarr Kargbo steigt hier bei einer Ecke von Kevin Artmann am höchsten und trifft zum 2:0 für den BSV. Doch dieser Vorsprung und auch das 3:1 gegen Eintracht Braunschweig II reichten nicht.

Rehden - Von Cord Krüger. Sein letzter von unzähligen Sprints führte Danny Arend am Samstag zu Marcel Baumgart. Mit bedrohlich weit aufgerissenen Augen rannte der Dauerläufer des BSV Rehden auf den Schiedsrichter-Assistenten zu – doch der nahm sein Abseits-Fahnenzeichen natürlich nicht zurück. Arends Tor in der Nachspielzeit einer denkwürdigen Regionalliga-Partie gegen Eintracht Braunschweig II zählte nicht, es blieb beim 3:3 (3:1) nach einer frühen, komfortablen Rehdener Führung. Alexander Kiene stapfte angefressen vom Platz. „Das würde ich gern nochmal auf Video sehen“, murmelte der neue BSV-Trainer. Doch die Bilder könnten beweisen, dass es wirklich Abseits war. Bitter für den BSV – und mutig vom Schiri-Team um Referee Mario Bernhardt.

Klar, dass den drei Unparteiischen nicht die grenzenlose Sympathie von der Tribüne entgegenwehte, als sie durch den Spielertunnel gingen. Doch selbst Rehdens Kicker, die es nicht in den Kader geschafft hatten und als Zuschauer die Szene aus nächster Nähe schräg hinterm Tor beobachteten, gaben Baumgart Recht: „Das war schon Abseits“, räumte Youness Buduar ein.

BSV-Kapitän Kevin Artmann war die Diskussion ziemlich egal: „Diese Aktion interessiert mich jetzt schon gar nicht mehr. Wir hatten genug Chancen, nach dem 3:3 noch das 4:3 zu machen. Und dass wir hier drei Gegentore fressen, ist unfassbar.“

Also das vierte Unentschieden hintereinander – nichts Neues beim Tabellen-Vorletzten? Weit gefehlt! Die 240 Zuschauer in den Waldsportstätten sahen einen ganz anderen BSV – einerseits wegen der acht Neuzugänge, von denen Linksverteidiger Kresimir Matovina, Mittelfeldmann Malte Grashoff und Stürmer Abu Bakarr Kargbo gleich in der Startelf standen. Andererseits, weil Rehden die „wohl beste erste Halbzeit“ bot, „die wir in den letzten eineinhalb Jahren gezeigt haben“, urteilte Artmann, der daran mit dem Steilpass zu Danny Arends frühem 1:0 (4.), der Ecke vor Kargbos Kopfball zum 2:0 (12.) und seinem Tor zum 3:1 (16.) selbst entscheidenden Anteil hatte. „Diese Halbzeit macht mir super-viel Mut für den Rest der Saison“, unterstrich der offensive Mittelfeldakteur: „Vieles von dem, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben, ist aufgegangen.“ Als Beispiele nannte der 28-Jährige „das Spiel durch die Schnittstellen, was ja zu Dannys 1:0 geführt hat. Und wir haben intensiv Standards trainiert – unsere alte Stärke.“ Eine davon bedeutete Kargbos 2:0, „dass wir danach aber bei einem Freistoß das Gegentor kassieren, ist bitter“, kommentierte Artmann den 1:2-Anschluss durch Felix Drinkuth nach Freistoß von Sven Hartwig (15.).

Doch Rehden antwortete nur 60 Sekunden später durch Artmanns Treffer nach Hacken-Ablage des agilen Kargbo – was für eine furiose Auftaktphase! Danach hatte der BSV das Geschehen unter Kontrolle. Umso rätselhafter, warum die Gastgeber nach dem Wechsel derart den Faden verloren. „Wir haben viele lange Dinger geschlagen, vorn kaum noch einen Ball festmachen können und konnten so der Abwehr keine Entlastung geben“, haderte Artmann.

„Wenn wir uns nach einer solchen ersten Hälfte in der zweiten alles wieder kaputtmachen, haben wir ein Problem“, ahnte Linksaußen Arend: „Wir haben uns zu sehr unter Druck setzen lassen.“ Und nach dem 2:3 durch Niclas Erlbeck (57.) „fingen beim Gegner an, die Füße zu wackeln“, resümierte Eintracht-Trainer Henning Bürger. Diese Hektik in der Hintermannschaft nutzte Drinkuth freistehend zum 3:3 (66.) – ein Schock für die Schwarz-Weißen, die erst in der Schlussphase Hochkaräter herausarbeiteten: Arend schoss freistehend an den Pfosten (85.), Paul Kosenkow zwang Braunschweigs Schlussmann Marcel Engelhardt zur Glanzparade (88.). Also blieb Rehden am Ende wieder nur ein Punkt. „Drei Gegentore in einem Heimspiel sind eben zu viel“, bilanzierte Kiene.

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