Rehden erstmals ohne Druck / Heute gegen Wolfsburg II Werders Meistermacher?

Sorgenfrei ins letzte Gefecht

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Viktor Pekrul (vorn) und Jeffrey Obst (links) sind nur zwei von fünf Ex-Bremern im Rehdener Kader, die heute ihrem Ex-Team Werder II zum Titel verhelfen wollen – mit einem Sieg über Wolfsburg II.

Rehden - Von Cord Krüger. Nur ganz am Anfang hatte Alexander Kiene mal falsch gelegen. Es war am 7. Januar, seinem ersten Tag als Trainer des damals schwer angeschlagenen BSV Rehden: „Wir alle werden bis zum letzten Spieltag hart arbeiten müssen, um unser gemeinsames Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen“, hatte er prophezeit. Doch schon am vorletzten Spieltag durften alle Schwarz-Weißen nach dem 2:1 in Flensburg ihr Überleben in der Regionalliga feiern. „Stimmt“, erinnert sich Kiene schmunzelnd an seine einstigen Worte, „aber das ist jetzt egal. Ein Riesen-Kompliment an das Team, was es dafür in den letzten vier Monaten investiert hat.“ Kienes neue Vorgabe lautet nun, im abschließenden Heimspiel heute ab 14 Uhr gegen den VfL Wolfsburg II „Spaß am Fußball zu haben“.

Er hätte Verständnis, wenn nach dieser langen Leidenszeit und dem vorzeitigen Happy End nun die Luft raus wäre: „Der Druck war enorm.“ Doch bisher erkennt der BSV-Coach keinen Schlendrian: „Wir haben zwar während der Rückfahrt aus Flensburg gut gefeiert und abends in den Rehdener Ratsstuben noch etwas länger zusammengesessen, aber im Training unter der Woche habe ich nicht gesehen, dass die Motivation in irgendeiner Weise nachgelassen hätte“, schildert Kiene. Und er hofft zu glauben, woran es liegt: „Wir spielen zu Hause gegen eine Top-Mannschaft – ein tolles Ereignis im eigenen Stadion für die Spieler und das gesamte Umfeld. Das dürfte Ansporn genug sein. Es ist das erste Mal in dieser Saison, in der wir befreit aufspielen dürfen.“ Ganz nebenbei könnte sich der BSV mit einem Sieg über die Bundesliga-Reserve von Trainer Thomas Brdaric zum Rückrunden-Meister krönen. Derzeit steht noch der VfL mit 33 Punkten an der Spitze, Rehden hat 31. Schon jetzt ein Wahnsinns-Erfolg – und eine zusätzliche Argumentationshilfe in den Bemühungen, den aktuellen Kader beisammen zu halten und Verstärkungen für eine oder zwei Positionen“ (Kiene) zu gewinnen.

Die „Wölfe“ denken vor dem heutigen Auftritt kurzfristiger, denn sie hoffen noch auf die Regionalliga-Meisterschaft und die damit verbundene Drittliga-Relegation. Dazu müssten sie beim BSV gewinnen, während Spitzenreiter Werder II zeitgleich in Cloppenburg nicht siegen dürfte. Rehden könnte also Werder zum Meister machen – und das haben sich die Ex-Bremer Kevin Artmann (von der U17 bis zur U23 acht Jahre im grün-weißen Dress), Viktor Pekrul (von 2004 bis 2006), Malte Grashoff (von 2009 bis 2011), Serhan Zengin (von 2008 bis 2010) sowie Jeffrey Obst (von 2012 bis 2014) vorgenommen.

Die Gäste sind also gewarnt. „Meine Spieler wissen, worum es geht“, sagt Brdaric: „Wir werden versuchen, den Abwehrriegel der Rehdener zu knacken.“ Kein leichtes Unterfangen, denn der BSV stellt zusammen mit Brdarics Hintermannschaft die beste Defensive der Rückrunde (15 Gegentore). Die Tatsache, dass der zuletzt gelbgesperrte Jeff Gyasi nun wieder in die Doppel-Sechs rückt, macht das Durchkommen nicht leichter. Vorn kann Kiene wieder auf Danny Arend zurückgreifen, der in Flensburg grippekrank gefehlt hatte. Serhan Zengin hat seine Achillessehnenprobleme abgeschüttelt, und Jeff-Denis Fehr kehrte am Donnerstag, sechs Wochen nach seiner Schlüsselbeinbruch-Operation, wieder ins Mannschaftstraining zurück. „Ich hätte also alle Mann an Bord“, bringt es Kiene auf den Punkt. „Für Jeff-Denis käme ein Einsatz aber noch zu früh.“

Brdaric muss wahrscheinlich Bjarne Thoelke ersetzen, der sich in der Vorwoche gegen Eintracht Braunschweig II eine Beckenprellung zugezogen hat.

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