BSV Rehden erkämpft sich gegen den Regionalliga-Zweiten Werder II ein 0:0

Ein Punkt des Willens

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Hoch, höher – Marcel Stutter: Rehdens Nzuzugang glänzte gestern auf einer ungewohnten Position.

Rehden - Von Arne Flügge. Daniel Gunkel griff in die taktische Trickkiste. Der Trainer von Fußball-Regionalligist BSV Rehden wollte gestern dem SV Werder Bremen II ein Bollwerk entgegenstellen, an dem sich der Tabellenzweite die Zähne ausbeißen sollte. Und Gunkels Maßnahme griff. Mit einer Fünferabwehrkette machten die Rehdener die Schotten dicht und erkämpften sich damit am Ende auch ein verdientes 0:0.

Die Idee war bei Gunkel in der vergangenen Trainingswoche gereift. „Wir hatten schon beim 1:1 in Lüneburg zu große Löcher in der Abwehrmitte. Das wäre gegen Werder fatal gewesen“, sagte Gunkel. Also – und das war überraschend – beorderte der Coach Neuzugang Marcel Stutter, eigentlich als Stürmer geholt, als zusätzliche Säule in die Defensive. Und Stutter machte – mal als Libero, mal als dritter Innenverteidiger – ein richtig tolles Spiel, ließ nichts anbrennen und hatte zudem starke Szenen in der Spieleröffnung. „Das hat er richtig gut gemacht“, lobte Gunkel seinen Spieler. Für den war die Position nicht ganz ungewohnt: „Ich hab’ schon mal vor sechs Jahren Innenverteidiger gespielt.“

Doch es war nicht Stutter allein, der sich jedem Angriff der Bremer entgegen warf. „Wir haben gezeigt, dass wir ein Team sind, dass wir den absoluten Willen haben. So sind wir auf dem richtigen Weg“, sagte der 26-Jährige.

Zumal Rehden auch immer wieder über Konter durch schnelles Umschalten den Weg nach vorn suchte und damit die Bremer vor allem im ersten Durchgang einige Male in Verlegenheit brachte. „Wir hatten in der ersten Halbzeit zu viele Abspielfehler und haben uns nicht so gut bewegt“, räumte Werder-Trainer Alexander Nouri ein. Und Werder hatte Glück, dass der BSV Rehden in der 23. Minute nicht in Führung ging, als Kiala Kifuta freistehend zu lange zögerte (siehe Extratext). „Wir wussten, dass es ein schweres und intensives Spiel wird, weil sich Rehden auch ein Stück an uns aufrichten wollte“, meinte Nouri. Was klappte. Denn richtig klare Chancen der Bremer ließen die Gastgeber nicht zu. Die Defensive stand bombensicher.

Auch nach dem Wechsel blieben die Hausherren ihrer taktischen Marschroute treu: Hinten kompakt und konsequent, vorn die Nadelstiche setzen. Die wurden allerdings weniger, denn Werder war in Hälfte zwei die klar spielbestimmende Mannschaft. „Doch wir haben gut in den Räumen verteidigt und nichts zugelassen“, freute sich Gunkel.

Nouri indes haderte damit, dass sich seine Mannschaft „trotz gefühlten 80 bis 90 Prozent Ballbesitz“ nicht zwingend in Szene setzen konnte. „Wir sind immer wieder angelaufen, haben es aber nicht geschafft, uns trotz des vielen Ballbesitzes Chancen herauszuspielen“, seufzte der Werder-Coach. Unterm Strich habe sich Rehden dadurch den Punkt auch verdient.

Was Gunkel nur unterstrich. „Es war ein Punkt des Willens und der Moral, der den Jungs richtig gut tut“, meinte der BSV-Coach, „unsere Entwicklung geht in die richtige Richtung. Die Spieler fighten, sie glauben wieder an sich. Wenn wir so weitermachen, sind wir jetzt auch mal dran mit einem Sieg.“ Gunkel ging nach dem zweiten Remis in Folge sogar noch einen Schritt weiter: „Mit dieser Leistung werden wir nie und nimmer absteigen.“

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