Tor für Rehden, doch den Sieg bei „Top-Kandidat“ Werder II verpasst / El-Zeins 55-Meter-Kunstschuss

Strahlemann Ficara bleibt Realist

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Einiges einstecken musste Alessandro Ficara (Mitte, gegen Werders Marcel Hilßner und vor Florian Bruns). Rehdens Offensivmann traf trotzdem. Links BSV-Linksverteidiger Andor Bolyki.

Bremen - Von Cord Krüger. Er war so dicht dran – in der vierten Minute der Nachspielzeit beim SV Werder Bremen II! Alessandro Ficara tauchte frei vor Richard Strebinger auf, zog ab – doch Werders Nummer zwei hinter Bundesliga-Stammkeeper Raphael Wolf verhinderte per Glanztat das zweite Tor des fleißigen Rechtsaußen vom BSV Rehden und so den Sieg der Gäste im Stadion „Platz 11“. „Das wäre es gewesen“, wusste auch Ficara nach dem 2:2 (2:1) seines Teams – konnte aber schon wieder lachen: „Wir sind trotzdem alle zufrieden. Denn Werder ist ein TopKandidat.“ Nämlich ein Kandidat auf den Titel in der Regionalliga Nord, dem Rehden gestern alles abverlangte.

Aber es fehlten „mal wieder Kleinigkeiten“, haderte BSV-Trainer Andreas Petersen: „Das hat dazu geführt, dass wir uns heute wieder nicht mit drei Punkten belohnt haben.“

Dabei lief zunächst alles nach Plan für die Schwarz-weißen: Kapitän Kevin Artmann hatte für erste Unruhe in der Werder-Abwehr gesorgt, als er sie mit einem Pass auf Viktor Pekrul aushebelte (4.) und kurz darauf nach Ablage von Omar El-Zein knapp vorbei zielte (9.). Aber der nächste Schuss der Gäste saß – und wie! Noch in der eigenen Hälfte erspähte Omar El-Zein, dass Strebinger viel zu weit vor seinem Kasten stand – und drosch die Kugel aus 55 Metern von halblinks über den Schlussmann zum 1:0 ins Netz (13.). Gut möglich, dass diese Szene bald im Fernsehen läuft: während der Abstimmung zum Tor des Monats!

Die Mannschaft von Trainer Viktor Skripnik brauchte einige Zeit, um das abzuschütteln. Leon Guwara und Florian Grillitsch leisteten sich ein paar Fehlpässe, Rehden schlug daraus aber kein Kapital. Einen Schuss von Pekrul nach Vorlage des sehr agilen El-Zein fälschte Guwara noch ab (24.), Ficara zielte nach erneutem Zuspiel El-Zeins knapp vorbei (25.), und Christian Paulis Schuss fand ebensowenig den Weg ins Ziel (27.). Praktisch im Gegenzug gab's dafür die Quittung: Innenverteidiger Torben Rehfeldt setzte sich über rechts gegen Michael Wessel durch (übrigens der einzige Makel in Wessels starkem Auftritt), legte quer in die Mitte zu Maik Lukowicz – und der schob allein gegen BSV-Keeper Milos Mandic zum 1:1 ein (27.). „Das macht eine Top-Mannschaft aus“, kommentierte Petersen den Treffer nach der ersten echten Bremer Chance: „Man sieht, dass das alles quasi Profis sind.“

Umso mehr freute er sich, „dass die Jungs Charakter gezeigt haben“ – und dies ohne ihren inzwischen verletzten Kapitän Kevin Artmann (siehe Extra-Text): Paulis Schuss nach Flanke von El-Zein parierte Strebinger – allerdings genau zu Ficara, der per Seitfallzieher cool seinen ersten Pflichtspiel-Treffer markierte (32.). „Das hat mich gefreut und gibt hoffentlich Selbstvertrauen“, meinte Ficara. „Schade nur, dass wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr so gespielt haben wie in der ersten – da kam zu wenig Druck von uns.“

Der Pferdekuss gegen Omar El-Zein und damit der nächste verletzungsbedingte Ausfall sowie das frühe Gegentor vier Minuten nach Wiederanpfiff taten ihr Übriges: Einen Rechts-Freistoß von Marcel Hilßner köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Patrick Mainka in die Maschen. Mandic machte beim Raus- und Zurückrennen keine gute Figur, zeigte danach aber mehrfach seine Klasse, als er einige Hereingaben und Schüsse sicher fing. „In dieser Phase standen wir ziemlich unter Druck“, räumte Petersen ein – aber „die zweite Luft, die wir ab der 70. Minute bekommen haben“, stimmte ihn wieder positiv. Besonders der eingewechselte Mattia Trianni machte nun über links mehr Dampf. Taiki Hirooka, unermüdlich und selbst durch den eineinhalb Köpfe größeren Rehfeldt nicht immer zu stellen, vergab jedoch aus elf Metern den Sieg (82.) – ebenso wie dessen Flankengeber Ficara am Ende.

Grund genug für Werder-Coach Skripnik, hinterher durchzuatmen: „Das war ein sehr guter Gegner. Niemand hat heute erwartet, dass das ein leichtes Spiel für uns wird – wenn man bedenkt, wie viele Jahre an Erfahrung zwischen meinen Jungs und den Rehdenern liegen. Aber wir haben nicht verloren, deshalb bin ich zufrieden.“

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