Daumen hoch und Daumendrücken für den BSV Rehden - ein ganzer Ort fiebert mit

„Unsere Jungs geben alles“

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Cynthia Rumpke drückt dem BSV Rehden im Pokalspiel gegen die Bayern ganz fest die Daumen. Die 25-Jährige ist Kassiererin im Supermarkt und wünscht den Spielern „ganz, ganz viel Glück“.

Rehden - Die Fußballer des BSV Rehden bereiten sich gerade auf das Spiel des Jahrhunderts gegen Triple-Sieger FC Bayern München vor. Am Montag, 5. August, steigt in Osnabrück das DFB-Pokalspiel des Regionalligisten gegen die derzeit wohl beste Mannschaft der Welt.

Doch von der schier übermächtigen Überlegenheit der Bayern lassen sich weder die Spieler noch die Fans ins Bockshorn jagen. Rehden – ein Ort steht hinter seiner Mannschaft. Daumen hoch und Daumendrücken für die Jungs.

Edith Siebel hat als Apothekerin den richtigen Fitmacher parat: die Schüssler-Energie-Schaukel. „Damit die Jungs rennen und Tore schießen können“, sagt sie.

Damit die Spieler fit genug in die Partie gehen können, empfiehlt Edith Siebel die Schüssler-Energie-Schaukel. Sie weiß, wovon sie spricht, schließlich ist Edith Siebel Apothekerin in Rehden. Und ihre Energie-Schaukel hilft, „damit die Jungs rennen und Tore schießen können“, sagt sie. Dem BSV Rehden wünscht sie in der Partie „so viele Tore wie möglich. Ich denke, die Mannschaft wird sich richtig einbringen. Für die Bayern ist es doch nur ein 08/15-Spiel, für Rehden dagegen das Spiel der Spiele. Unsere Jungs geben alles.“

Tankstellenbetreiber Hermann Dummeyer aus Barver ist eingefleischter Rehden-Fan. „Ich hoffe, das Ergebnis gegen die Bayern bleibt im Rahmen“, sagt der 69-Jährige.

Daran glaubt auch Hermann Dummeyer. Seit 40 Jahren betreibt der Kaufmann die Tankstelle in Barver – und er ist eingefleischter Rehden-Fan. Daher wird er sich das Spiel in Osnabrück auch nicht entgehen lassen. „Natürlich fahre ich nach Osnabrück“, verspricht der 69-Jährige. Auch seinem Kumpel Friedrich Schilling zu Liebe. Der ist schließlich Kassenwart in Dummeyers Tennis-Club. Seine Hoffnung für Rehdens Partie gegen die Bayern: „Ich wünsche mir ein gutes Spiel und der Mannschaft alles Gute. Und natürlich ein Ergebnis, das im Rahmen bleibt. Außerdem wäre es schön, wenn der Club diese Pokalrunde finanziell mit einem guten Plus abschließen kann, um auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Der Aufstieg in die dritte Liga wäre irgendwann einmal schön.“

Christa Lanz hat sich schon Regionalliga-Spiele des BSV Rehden angeschaut und dabei auch den VIP-Bereich genutzt. „Natürlich fahre ich auch nach Osnabrück“, sagt die Frau von der Rehdener Poststelle.

Wie Dummeyer ist auch Christa Lanz dem BSV Rehden schon lange verbunden. Die Frau von der Poststelle ist Mitglied im BSV Rehden und hat sich bereits einige Regionalliga-Spiele – unter anderem auch im VIP-Bereich – angeschaut. „Ich bin sehr ortsverbunden“, erklärt Christa Lanz, die schon vor zehn Jahren das Pokalspiel gegen die Münchner „Löwen“ im Stadion geschaut hat. Da ist es für sie Ehrensache, jetzt auch nach Osnabrück zu fahren. Als erfahrener Fußball-Fan weiß sie aber auch: „Es wäre natürlich super, wenn Rehden gewinnen würde. Aber wir wollen mal nicht abheben. Ich wünsche den Jungs viel Glück, dass sie zumindest ein Tor erzielen.“

Ein Spiel auf des Messers Schneide wünscht sich Koch Tomasz Filipiak. „Und der BSV Rehden soll vor allem viel Spaß gegen die Bayern haben“, sagt der 30-Jährige.

An eine Überraschung glaubt auch Tomasz Filipiak nicht. „Dafür sind die Bayern einfach zu stark“, sagt der 30-Jährige. Das richtige Menü, um gut gestärkt in die Partie zu gehen, könnte Filipiak den Spielern aber zaubern. Er ist von Beruf Koch – und daher auch nicht abgeneigt, wenn der Pokal-Kracher ein Spiel auf Messers Schneide werden würde.

Es geht um die Wurst, weiß Volker Zipprick – und das nicht nur an seinem Bratwurststand in Rehden. „Die Jungs sollen den Bayern ein oder zwei Tore reinhauen“, wünscht sich der 44-Jährige.

Im Handumdrehen sollen die Bayern den BSV Rehden jedenfalls nicht besiegen, fordert Volker Zipprick. Selbst wenn es in diesem Pflichtspiel auch für die Bayern bereits um die Wurst geht. Der 44-Jährige betreibt zusammen mit seinem Bruder Peter (47) den Kult-Imbissstand in Rehden, der seit 45 Jahren im Familienbesitz ist. „Die Jungs sollen ihr Möglichstes geben und den Bayern ein oder zwei Tore reinhauen“, sagt er.

Dem schließt sich Supermarkt-Kassiererin Cynthia Rumpke (25) an: „Ich wünsche dem BSV Rehden ganz, ganz viel Glück.“

Zwei Rehdener Urgesteine, die nie um einen kessen Spruch verlegen sind. Heinrich Knüpling (62/rechts) und Hermann Heidbrink (76) sind fast täglich in den Waldsportstätten zu finden.

Wo Hermann & Heinrich auftauchen, ist immer ‘was los. Und die Beiden erscheinen fast immer gemeinsam. Meistens in den Waldsportstätten, immer einen Spruch auf den Lippen, immer gut gelaunt. Und da Hermann Heidbrink (76) und Heinrich Knüpling (62) bereits in einem Alter sind, in dem sie selbst nicht mehr auf dem Fußball-Platz stehen, spielen sie zumindest verbal jede Menge Doppelpässe. So ein wenig erinnern sie an die beiden älteren Herren, die in einem Puppentheater auf dem Logen-Balkon sitzen und alles, aber auch alles in ihrer humorigen Art kommentieren müssen . . .

Natürlich drücken sie dem BSV Rehden die Daumen. „Ich nur halb“, flachst Heinrich und dreht den Finger angesichts der Münchner Übermacht zur Seite: „Wir werden wohl ein bisschen verlieren.“ Mit dieser Einstellung ist Herrmann freilich nicht zufrieden: „Ach was, immer Daumen hoch, egal, was kommt.“

Was kommen wird, darüber sind sich die Beiden ausnahmsweise mal einig. Der Dialog, geführt bei einem kühlen Blonden:

Hermann: „0:7 – das wird realistisch sein.“

Heinrich: „Jo, aber damit kann ich leben.“

Hermann: „Jo, jo, damit sind wir noch gut bedient.“

Heinrich: „Meinste das, Hermann?“

Hermann: „Hauptsache, sie spielen eine gute Saison.“ Heinrich: „Jo, das ist wichtig, Hermann. Und Spaß sollen sie haben gegen die Bayern.“

Hermann: „Jo, so wie wir immer Spaß haben, Heinrich.“ Heinrich: „Jo, Hermann, dann mal Prost.“

Hermann: „Jo, Heinrich, aber du zahlst.“

Heinrich: „Jo.“

Erst eine Kiste Obst, dann ein zweistelliger Sieg gegen die Bayern, sagt Udo Dehlfing (Mitte). Zusammen mit Ehefrau Regina (re.) und seiner Angestellten Claudia Papenfuß drückt er dem BSV Rehden fest die Daumen.

Während Hermann und Heinrich also nicht gerade optimistisch sind, was den Ausgang des Spiels angeht, zeigt sich Claudia Papenfuß schon zuversichtlicher. „Ich hoffe, dass Rehden gewinnt“, sagt die Angestellte eines Obst- und Spargelhofes. Und spricht damit ihrem Chef und ihrer Chefin aus der Seele. „Ich wünsche dem BSV ein gutes Gelingen, viel Erfolg, Kraft und Willen“, sagt Regina Dehlfing, die bedauert, „dass das Spiel nicht in Rehden stattfindet“. Dennoch „drücken wir den Jungs alle Daumen, die wir haben.“ Um fit ins Spiel zu gehen, empfiehlt Udo Dehlfing mit einem Augenzwinkern: „Eine Kiste Obst vorweg – dann gewinnt Rehden zweistellig.“

Damit Rehdens Motor gegen die Bayern nicht stottert, hat Kfz-Meister Klaus Summann so manchen Tipp in der Hinterhand.

Nun, da ist wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedanken. Klaus Summann jedenfalls wäre schon froh, „wenn der BSV Rehden nicht zweistellig verliert. 0:5 wäre doch schon ein optimales Ergebnis. Vielleicht auch noch das Ehrentor“, sagt der Kfz- und Elektromeister. Wichtig sei, so der 50-Jährige, „dass die Mannschaft gegen die Bayern viel Erfahrung sammelt und vor allem auch Spaß hat. Denn es ist für den BSV Rehden das Jahrhundertspiel. So etwas kommt nie wieder.“

Ordentlich Schwein haben soll der BSV Rehden gegen die Bayern. Das wünscht sich Fleischermeister Bernd Gieseke.

Natürlich braucht der BSV Rehden das nötige Glück. Schwein haben, nennt man das auch. Keiner als Fleischermeister Bernd Gieseke wüsste das besser. Der 46-Jährige ist Anhänger des BSV Rehden, allerdings lässt es seine Zeit nur selten zu, die Spiele zu besuchen. „Aber ich verfolge natürlich immer aus der Zeitung, was es Neues gibt und wie die Mannschaft gespielt hat“, sagt er. Um gestärkt ins Spiel zugehen, „wäre vor dem Spiel ein anständiges Steak schon nicht schlecht“, rät der den BSV-Spielern, denen Gieseke ein „gutes Ergebnis“ wünscht. „Ich denke nicht, dass sie gewinnen können“, meint er und fügt schmunzelnd an: „Vielleicht aber doch – wenn die Bayern vorher eine Bratwurst von Hoeneß essen . . .“

Jack Russell „Paul“ ist Werder-Fan. Jetzt macht er eine Ausnahme. Daumen, pardon, Pfote hoch für den BSV Rehden.

Würste mag „Paul“ generell gern – die Bayern anscheinend weniger. Denn das Jack-Russell-Hündchen ist eingefleischter Werder-Fan, trägt das täglich mit seinem grün-weißen Halstuch zur Schau. Nun macht er eine Ausnahme: Daumen, pardon, Pfote hoch für den BSV Rehden.

Eine kühle Erfrischung würde Patric Danker den BSV-Spielern jeder Zeit servieren. Der 20-Jährige ist Azubi zum Hotelfachmann.

Im Zwiespalt der Gefühle ist auch Patric Danker. Der Azubi zum Hotelfachmann ist Bayern-Fan. „Doch diesmal gönne ich Rehden und den ganzen Leuten im Ort den Sieg“, sagt der 20-Jährige: „Allein wenn man sieht, wie sich die Menschen hier für dieses Spiel den Hintern aufreißen.“ flü

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