Fatales Fehler-Festival

Rehden bekommt bei Aufsteiger VfL Oldenburg „auf die Fresse“ – 2:6

Addy-Waku Menga (am Ball) besaß die zwei besten Rehdener Möglichkeiten. Hier kommt Oldenburgs Innenverteidiger Mario Vukoja (3. von rechts) zwar einen Schritt zu spät, doch Mengas Schuss ging knapp daneben. - Foto: Krüger
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Addy-Waku Menga (am Ball) besaß die zwei besten Rehdener Möglichkeiten. Hier kommt Oldenburgs Innenverteidiger Mario Vukoja (3. von rechts) zwar einen Schritt zu spät, doch Mengas Schuss ging knapp daneben.

Aus Oldenburg berichtet Cord Krüger

Oldenburg - Eric Schröder stapfte mit gesenktem Haupt vom Kunstrasenplatz des VfL Oldenburg. Sein Regionalliga-Saisondebüt hatte sich der Nachwuchstorwart des BSV Rehden anders ausgemalt. „Beim Stand von 2:4 reinzukommen, ist natürlich eine undankbare Sache“, gestand der 19-Jährige, ärgerte sich aber trotz seiner drei Paraden: „Dass es am Ende sechs Gegentore für uns geworden sind, ist bitter.“ So bekamen die Schwarz-Weißen beim Aufsteiger mit 2:6 (2:4) „richtig auf die Fresse, aber das passiert einer jungen Mannschaft mal“, wusste Rehdens Routinier Addy-Waku Menga. Und seinen Trainer Benedetto Muzzicato wurmten die letzten zwei VfL-Treffer ebenfalls kaum: „Wir haben das Spiel schon in der ersten Halbzeit verloren.“

Die erste Chance besaß jedoch sein Team: Die Uhr hatte noch keine drei Zeigerumdrehungen absolviert, da tauchte Rechtsaußen Shinji Yamada frei vor Jannik Zohrabian auf, doch der VfL-Schlussmann parierte. Zehn Minuten später verpasste Oldenburgs Mario Vukoja freistehend den Ball direkt vor BSV-Schlussmann Rico Sygo – Glück für Rehdens Defensive, die ohne Michael Hohnstedt im Abwehrzentrum auskommen musste. Der Kapitän hatte sich am Mittwoch beim 1:0-Sieg in Egestorf eine Platzwunde unter dem linken Auge zugezogen, die noch an jenem Abend mit acht Stichen genäht werden musste. Gestern fehlte der Ex-Profi als Innenverteidiger an allen Ecken und Enden: Zunächst offenbarte die BSV-Defensive eine sträflich große Lücke, als Conrad Azong Kebba Badjie steil schickte, der mutterseelenallein vor Sygo mit rechts zum 1:0 einschob (19.). „So offen dürfen wir da in einer Dreierkette nicht spielen“, monierte Muzzicato.

Aber die Gäste schüttelten sich schnell – und glichen nach feiner Rechtsflanke Yamadas per Kopfball von Yannis Becker aus 14 Metern ins lange Eck aus (22.). „Dieses Tor haben wir wiederum hergeschenkt“, monierte VfL-Trainer Dario Fossi. Doch der 37-Jährige, von Januar bis Mai 2016 Rehdens Co-Trainer unter Fabian Gerber, durfte direkt danach wieder jubeln: Azong nutzte einen Ballverlust von Augusto Canzian da Silva zum 2:1 (23.).

Nun war jeder Schuss ein Treffer: Marten Schmidt luchste Becker die Kugel ab und traf ins lange Eck zum 3:1 (26.), Josip Tomic grätschte den Ball aus sechs Metern nach einer Hereingabe von Linksaußen Nnaemeka Anyamele in die Maschen – 2:3 (29.). Doch der Anschluss gab den Schwarz-Weißen keinerlei Sicherheit. Der Aufsteiger besaß danach noch drei gute Gelegenheiten, ehe Daniel Isailovic einen von Rehdens Rechtsverteidiger Kevin Kalinowski an Schmidt verursachten Elfmeter Sekunden vor der Pause zum Halbzeitstand nutzte. Das Foul hätte allerdings nicht passieren müssen, wenn Jakob Lewald nicht die Kugel an Schmidt verloren hätte.

Zum zweiten Durchgang brachte Muzzicato Sturmtank Solomon Okoronkwo für Defensivmann da Silva – doch das 3:4 kurz nach Wiederanpfiff hatte Menga auf dem Fuß. Er zielte jedoch zu genau – an den Pfosten (47.). „Das hätte uns das Comeback ermöglicht“, mutmaßte Muzzicato. Okoronkwo schob den Ball nach einem Tomic-Zuspiel mit der Sohle knapp am rechten Pfosten vorbei (58.), einen satten Schuss Mengas von halblinks lenkte VfL-Keeper Jannik Zohrabian gerade so an den Winkel (68.) – und direkt mit dem Konter stand „Zorros“ Gegenüber Sygo im Mittelpunkt, als er Azong an der Seitenlinie rustikal von den Beinen holte. Oldenburgs Knipser blieb lange vor der Bande liegen, Schiedsrichter Christian Meermann zückte die Rote Karte – eine harte Entscheidung, fand selbst Fossi: „Ich hoffe für ihn, dass er nicht länger gesperrt wird. Denn er nimmt uns ja keine klare Torchance.“

Das Mitleid des Gegners half nicht weiter, mit dem letzten Rehdener Wechsel musste Schröder in den Kasten. Der reagierte gleich stark gegen Azong (72.) und später gegen Badjie (79.) – Rehden lief der Musik nun meilenweit hinterher. Wie beim 2:5 durch Azongs zweitem Treffer (88.). Oder beim 6:2 von Kai-Sotirios Kaissis in der Nachspielzeit. „Der Sieg ist hochverdient – bei sechs Gegentoren darf man auch nichts anderes sagen“, urteilte Muzzicato.

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