Zwei Brüder im DFB-Pokal: Marco 2003 gegen 1860, Christian jetzt gegen den FC Bayern

Die Hegerfelds und das große Los

+
Gegen die Bayern soll Christian Hegerfeld (am Ball) richtig Dampf machen.

Rehden/Twistringen - Von Arne Flügge. Marco Hegerfeld wird am 5. August in Osnabrück sein. Ganz sicher. „Und wenn die Sitzplatzkarte 80 Euro gekostet hätte. Das Spiel lasse ich mir nicht nehmen.“

Warum der Trainer von Fußball-Bezirkligist SC Twistringen so erpicht auf den Pokalknüller zwischen dem BSV Rehden und Bayern München ist, hat zwei einfache Gründe: Zum einen will er seinem jüngeren Bruder Christian (24) die Daumen drücken. Der ist Linksverteidiger in Rehden und darf sich mit der besten Mannschaft der Welt messen. Zum anderen hat Marco Hegerfeld ebenfalls eine Rehdener Vergangenheit. Mehr noch: Am 31. August 2003 durfte der Mittelfeldspieler den BSV Rehden als Kapitän aufs Feld führen – in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den damaligen Bundesligisten TSV 1860 München.

Die Brüder Hegerfeld schreiben also Rehdener Vereinsgeschichte. „Ich freue mich für Christian“, sagt Marco, „eine Begegnung gegen den FC Bayern zu haben – und dann noch ein Pflichtspiel. das ist einfach nicht zu toppen.“

Der pokalerprobte Bruder Marco drückt die Daumen beim Spiel gegen den FC Bayern.

Das hatte Marco Hegerfeld bereits vor zehn Jahren gedacht, als das Los auf die Münchner Löwen gefallen war. „Wir hatten eine riesiges Auslosungsparty und dann dieses Spiel – ein absolutes Highlight“, schwärmt der 39-Jährige noch heute. Es sei „einfach nur wahnsinnig gewesen“, was damals in Rehden entstanden sei. „Rehden wurde plötzlich im Sportstudio genannt, jeden Tag beim Training hast du gesehen, wie die Leute hier gearbeitet, ja malocht haben, die Tribünen wurden aufgebaut. Das war unfassbar, wie sie dieses Event hier auf die Bühne gekriegt haben.“ Natürlich hat auch die Partie selbst damals Marco Hegerfeld in seinen Bann gezogen. „Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Morgens haben wir uns dann zum Frühstück getroffen, und da waren schon 2 500 Leute. Irre. Sonst haben wir vor 150 Mann an der Bahn gespielt.“

Besonders war für Hegerfeld freilich auch, „dass ich die Mannschaft dann vor rund 6 000 Zuschauern als Kapitän aufs Feld führen durfte. Es war ein ganz außergewöhnlicher Moment.“

Den sein Bruder Christian nun ähnlich erleben wird. Und ein wenig neidisch ist Marco schon, dass der kleine Hegerfeld nun die großen Bayern bekommt, der große Hegerfeld „nur“ die kleinen Löwen hatte. „Vielleicht habe ich zu früh aufgehört, Fußball zu spielen oder bin ganz einfach zehn Jahre zu spät gekommen“, schmunzelt der 39-Jährige: „Ich hoffe, dass es für Christian ein tolles Spiel wird.“

Und der „kleine“ Bruder fiebert der Partie natürlich entgegen. „Das ist ein Highlight für mich, und ich freue mich sehr, dabei zu sein“, sagt Rehdens aktueller Linksverteidiger.

Vor zehn Jahren saß Christian als 14-Jähriger auf der Tribüne und hat mit seinem Bruder mitgefiebert. „Das war ein super Erlebnis, und dass dann noch der eigene Bruder mitspielt, hat mich natürlich schon ziemlich stolz gemacht“, berichtet der heute 24-Jährige, der als Eigengewächs beim Rehdener Publikum einen ziemlich hohen Stellenwert genießt.

Mit diesem Plakat warb der BSV Rehden vor zehn Jahren für das DFB-Pokalspiel gegen 1860 München.

Christian Hegerfeld hätte sich aber gewünscht, dass die Partie gegen die Bayern in Rehden stattgefunden hätte. „Damals gegen 1860 München war eine unglaubliche Atmosphäre in Rehden, es wäre schön gewesen, wenn wir sie jetzt gegen die Bayern auch hätten genießen können.“ Dennoch ist Hegerfeld überzeugt, dass die Partie gegen den Triple-Sieger aus München auch in Osnabrück zu einem absoluten Event für die Spieler, den Club und die Fans wird.

Neben Bruder Marco wird auch Mutter Ingeborg auf der Tribüne dem Junior zujubeln. Dass nach Sohn Marco nun auch Christian einen DFB-Pokal-Einsatz bekommt, macht sie besonders stolz. „Aber Mama ist immer stolz auf uns“, sagt Christian, „wir kommen eben aus einer Fußballerfamilie. Sie hat viel für uns getan und tut es jetzt noch. Und ich denke, sie hat uns auch gut großgezogen.“

Dschungelcamp 2017: Tag sechs im Busch in Bildern

Dschungelcamp 2017: Tag sechs im Busch in Bildern

Deutschland besiegt Weißrussland - die Bilder

Deutschland besiegt Weißrussland - die Bilder

DHB-Auswahl wahrt weiße Weste - 31:25 gegen Weißrussland

DHB-Auswahl wahrt weiße Weste - 31:25 gegen Weißrussland

Werder-Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Meistgelesene Artikel

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Kommentare