Regionalligist „zerreißt sich“ für 2:1-Sieg beim Tabellenfünften

Kargbo wirbelt, Mandic hält: Rehden feiert in Meppen

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Abu Bakarr Kargbo (links, hier im Duell mit Meppens Jens Robben) erzielte bereits nach zwölf Minuten die Führung für die Gäste aus Rehden. Der 22-jährige Angreifer sorgte insgesamt für mächtig Alarm im Strafraum der Gastgeber.

Meppen - Aus Meppen berichtet Cord Krüger. Die enttäuschten Verlierer des SV Meppen ließen sich noch zur Rudelbildung mit ausgelassenen Siegern des BSV Rehden hinreißen – aber solche Szenen waren Abu Bakarr Kargbo gestern Abend ziemlich wurscht.

„Ich freue mich einfach, dass wir jetzt endlich auch mal auswärts gewonnen haben“, strahlte Rehdens Matchwinner, der das 1:0 selbst erzielt und den Elfmeter zum 2:1 (1:1)-Endstand beim Regionalliga-Fünften rausgeholt hatte. „Und ich bin stolz, dass die Mannschaft so zu mir hält und mich unterstützt.“ 

„Superstolz“ war sogar BSV-Trainer Alexander Kiene – darauf, „wie die Mannschaft über die 90 Minuten aufgetreten ist, sich für diesen Erfolg zerrissen hat. Was für eine Leidenschaft!“

Auch Rehdens Kapitän Kevin Artmann zollte seinen Kollegen allerhöchsten Respekt: „Spätestens jetzt hat man gesehen, zu was dieses Team imstande ist. Und wir haben einen Milos Mandic zwischen den Pfosten, der uns schon am Samstag gegen den HSV II gerettet hat, heute aber wieder höchstes Regionalliga-Niveau gezeigt hat.“

Kiene war mit derselben Startelf wie am Samstag beim 2:0-Sieg gegen den Hamburger SV II in dieses Duell gegangen. Allrounder Marcel Stutter, gegen die Bundesliga-Reserve noch verletzt ausgewechselt, lief trotz seiner nicht mal sieben Tage alten Risswunde am Knöchel auf, Kargbo war mit muskulären Problemen gehandicapt. „Davon hat man heute nichts gemerkt“, grinste Kiene mit Blick auf den Angreifer.

Doch die Partie hatte noch gar nicht richtig begonnen, da wären die Gäste fast in Rückstand geraten – Martin Wagner zielte aber knapp drüber (1.). „Wir sind nicht gut in die Anfangsphase gekommen“, fand auch Kiene. Nach zehn Minuten ging Rehden bissiger in die Zweikämpfe – und spielte nach Ballgewinn mehrfach gefährlich durch Meppens Schnittstellen. Einer dieser Pässe führte zum 1:0 für die Schwarz-Weißen: Artmann schickte Abu Bakarr Kargbo, SVM-Torwart Benjamin Gommert eilte ihm mit einer Kung-Fu-Einlage entgegen, der Stürmer spitzelte den Ball jedoch vor dem Zusammenprall aus zwölf Metern ins leere Tor! Es folgte die stärkste Phase der Gäste: Ein scharfer Artmann-Freistoß rauschte knapp über den Querbalken (17.), Dennis Geiger zog Kargbo an dessen Dress elfmeterreif, aber ungesühnt zu Boden (18.), zwei wuchtige Schüsse von Linksaußen Danny Arend rauschten knapp an Gommerts Gehäuse vorbei (19./21.). Danach fingen sich die Gastgeber wieder, pressten früher – und belohnten sich mit dem 1:1: Bei Viktor Meyers Schuss aus der dritten Reihe durch Freund und Feind flach unten links hatte BSV-Schlussmann Milos Mandic gar nichts zu halten (34.).

So blieb‘s bis zur Pause, in der die Partie für Stefan Heyken beendet war: Rehdens Innenverteidiger blieb mit muskulären Problemen in der Kabine, für ihn rückte der bis dahin starke „Sechser“ Jeff Gyasi ins Abwehrzentrum, Matthias Tietz übernahm dessen Part im defensiven Mittelfeld neben Stutter.

Doch auch mit Gyasi stand Rehdens Viererkette sicher, Meppen kam kaum noch zu Gelegenheiten – oder machte sie sich durch Tappen in die Abseitsfalle zunichte. Auf der anderen Seite tauchte Kargbo plötzlich frei im Strafraum auf, nahm eine Flanke von Arend an und war nur durch ein Foul von Daniel Latkowski zu stoppen. Schiedsrichter Eric Müller zeigte auf den Punkt, Arend schnappte sich die Kugel und verwandelte den Elfmeter cool halbhoch neben den rechten Pfosten – 2:1 (66.)!

Kurz davor hatte Kiene erneut eine Umstellung in der Doppel-Sechs vornehmen müssen: Stutter ging wegen der Nachwehen seiner Verletzung, für ihn putzte nun Malte Grashoff aus. Das funktionierte ebenfalls gut, doch nach 72 Minuten hatten die 1104 Zuschauer den Torschrei auf den Lippen: Einen Kopfball von Dennis Geiger drehte Mandic mit sehenswerter Flugeinlage gerade noch so um den Giebel. Drei Minuten vor Schluss entschärfte „Milo“ noch einen Gewaltschuss von Max Kremer. „Das waren Wahnsinns-Reflexe“, lobte Kiene seine Nummer eins, der die Serie am Leben hielt: Seit zehn Spielen hat die Schwarz-Weißen niemand geschlagen. Und Kienes Ex-Club TSV Havelse dürfte es am 12. April schwer haben, diesen Lauf zu stoppen.

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