Regionalligist 50 Minuten in Überzahl – und dennoch folgt der böse Einbruch

Zehn Havelser zerlegen Rehden gnadenlos – 0:3

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Fleißiger Linksaußen, häufiger Flankengeber: Danny Arend (re./gegen Havelses Daniel Degner) arbeitete aber vergebens.

Aus Havelse berichtet Cord Krüger. Jetzt steht dem BSV Rehden ein heißer Herbst bevor: Der neue Regionalliga-Zwölfte kam gestern Abend beim TSV Havelse trotz 50-minütiger Überzahl mit 0:3 (0:0) unter die Räder und nähert sich weiter der Abstiegszone. „Es wird schwer, da unten wieder herauszukommen“, ahnte BSV-Trainer Andreas Petersen nach dem „Untergang“, wie er die Niederlage nannte. „Uns fehlt die Mentalität – und zurzeit auch die Qualität.“

Diese Qualität schwand vor dem Anpfiff zusätzlich, weil Abwehr-Allrounder Jeffrey Obst wegen seiner Sprunggelenksverletzung passen musste. Zudem blieb der erkältete Mittelfeldmann Christian Pauli auf der Bank. Für den gelbgesperrten Marius Winkelmann – Qualitätsverlust Nummer drei – rückte Andor Bolyki ins Abwehrzentrum, und Obsts linke Abwehrseite beackerte Aaron Goldmann. Dafür sprintete Arend, zuletzt im defensiven Mittelfeld, diesmal als Linksaußen. Seine Position in der Dreifach-Sechs nahm Josip Tomic ein, der bei seinem Startelf-Saisondebüt eine engagierte Leistung zeigte. „Engagiert waren aber alle, da kann ich keinem einen Vorwurf machen“, stellte Petersen klar.

Havelse hingegen fiel spielerisch zunächst wenig ein – außer langen Diagonalbällen ohne Präzision. „Das sah für die Zuschauer nicht schön aus“, entschuldigte sich TSV-Trainer Christian Benbennek hinterher bei den 502 Besuchern. Die größte Chance der Platzherren vor dem Wechsel vergab Maurice Maletzki, als er nach einer Ecke drüber schoss (10.).

Nach 18 Minuten brannte es in der TSV-Abwehr, als sich erst Daniel Degner und dann Erhan Yilmaz haarsträubende Fehlpässe leisteten – zu überraschend für Kiala Kifuta und dann Mattia Trianni. Das war es an Hochkarätern bis zur Pause. Doch Rehden investierte mehr ins Spiel – für Adem Lukac zu viel: Der Havelser mähte Khalid Lahyani in Höhe der Mittellinie rüde um und sah für dieses Nachtreten die alternativlose Rote Karte (40.).

Mit dieser Überzahl hatte der BSV nach dem Seitenwechsel zunächst ein Übergewicht – aber außer einem Kopfball von Kifuta ans Außennetz (52.) ohne Gefahr. Das rächte sich brutal: Rehden bekam bei einem Havelser Freistoß den Ball nicht aus dem Fünfmeterraum, und Hilal El-Helwe stocherte ihn zum 1:0 über die Linie (62.). BSV-Innenverteidiger Michael Wessel protestierte bei Schiri Murat Yilmaz, weil ihn Tor-Vorbereiter Benjamin Halstenberg in dieser Szene „gecheckt und den Ball mit der Hand zu El-Helwe durchgereicht hat“, klagte Wessel hinterher.

Petersen reagierte auf den Rückstand, brachte Pauli für Tomic in der Hoffnung auf mehr Offensivschwung – doch dessen erste Szene leitete das 0:2 ein: Ballverlust Pauli, Konter über Dennis Wolf – und dessen Flanke nutzte El-Helwe zum 2:0 (70). „Nach dem 0:1 sind wir komplett auseinandergebrochen“, schüttelte Petersen den Kopf. Auch seine Umstellung auf ein 4-4-2 mit der Einwechslung von Stürmer Omar-El-Zein änderte daran nichts. Havelse rückte ein, Rehden rieb sich auf. Und als die Gäste zehn Minuten vor Schluss die Rückwärtsbewegung vernachlässigten, gab ihnen Wolf mit schönem Spurt und sattem Schuss aus vollem Lauf zum 3:0 den Rest. „0:3 verloren – mit einem Mann mehr. Das darf nicht wahr sein“, schnaufte Wessel. Es klang verzweifelt.

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