Erfolg vertreibt Müdigkeit: Rehdens Vielspieler stürmen durch den Herbst

Positiver Stress

19-Jähriger mit Bärenruhe: Serkan Temin ist auf Anhieb zu einer Verstärkung für Rehden geworden.
+
19-Jähriger mit Bärenruhe: Serkan Temin ist auf Anhieb zu einer Verstärkung für Rehden geworden.

Rehden – Die Euphorie des Sieges schien noch mal neue Krafreserven zu aktivieren. Arm in Arm im Kreis stehend, schmissen die Rehdener in bester Funkenmariechen-Manier die Beine hoch, sangen und lachten ausgelassen. Beste Laune also. Verständlicherweise. Der BSV Rehden fegt in diesem für viele ziemlich tristen Herbst nur so durch die Fußball-Regionalliga, das jüngste 3:0 gegen Oberneuland war der vierte Sieg am Stück, Platz zwei. Mit einem weiteren Erfolg beim VfL Wolfsburg II (heute/19.00 Uhr) wären die Rehdener gar punktgleich mit Spitzenreiter TSV Havelse.

Hinter dieser starken Ausgangslage steckt harte Arbeit. Maloche, die an die Substanz geht. „Man merkt dann doch in der einen oder anderen Szene, dass die Mannschaft langsam müde wird“, beobachtet Rehdens Trainer Andreas Golombek: „Da machen wir dann Fehler, die uns sonst eigentlich nicht passieren. Aber wir werden es kompensieren.“

Der Fußballlehrer achtet sehr genau auf die Belastungssteuerung. Am Sonntag durften seine Spieler mal durchschnaufen, hatten frei, ehe Montag schon wieder die Vorbereitung auf die Wolfsburg-Partie begann. „In letzter Zeit war es für die Jungs schon ein bisschen stressig“, weiß Golombek. Es gehe jetzt darum, die Spieler „bei der Stange zu halten“, stellt der Ex-Profi klar. Insgesamt sei der enggestrickte Pflichtspielkalender aber kein großes Problem. Schließlich würde jeder Fußballer „lieber spielen als trainieren“.

Während die Rehdener wahrlich furios – die unglückliche Pokalniederlage gegen Drochtersen ausgenommen – durch die „englischen Wochen“ kamen, stolperte die Bundesliga-Reserve des VfL Wolfsburg zuletzt gehörig. Drei Spiele in Serie verlor das Team aus der Autostadt. Trainer Henning Bürger erkannte bei seinen Spielern einen „gewissen Substanzverlust“, wie der Ex-Profi auf der Club-Homepage betonte.

Die Leistungsschwankungen der „Wölfe“, die mit drei Siegen aus den ersten vier Spielen in die Saison gestartet waren, sind erklärbar. Vor allem ist es mangelnde Routine. Beim jüngsten 1:2 gegen Hannover 96 II standen sieben Akteure in der Startelf, die 20 Jahre oder jünger sind. Coach Henning setzt bevorzugt auf eine 3-5-2-Grundordnung. In der Abwehrzentrale gibt Julian Klamt, der einzige Ü 30-Akteur, den Takt vor. Aus dem Wolfsburger Mittelfeld ragt Davide Itter heraus. Der 21-Jährige hat bereits sechs Tore vorbereitet. Dankender Abnehmer John Iredale (vier Saisontore).

Dem Australier wird Serkan Temin (19) heute wohl häufiger über den Weg laufen. Der Innenverteidiger war im Sommer aus der U 19 von Arminia Bielefeld an die Waldsportstätten gekommen und hat sich im Nu akklimatisiert. „Er ist wissbegierig“, betont Golombek: „Er ist ziemlich präsent, hat ein super Passspiel, dazu einen robusten Körper – ja, der Junge macht Spaß.“ Und mit Spaß, Freude und Erfolg lässt sich die Müdigkeit verdrängen.

Von Daniel Wiechert

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

AfD beschließt sozialpolitisches Konzept

AfD beschließt sozialpolitisches Konzept

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Meistgelesene Artikel

Muzzicatos Viktoria Berlin: Ständig im Standby-Modus

Muzzicatos Viktoria Berlin: Ständig im Standby-Modus

Muzzicatos Viktoria Berlin: Ständig im Standby-Modus

Kommentare