Petersen spricht von Abstiegskampf

„Wir sind einfach viel zu brav“

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Nachdenklich: Rehdens Trainer Andreas Petersen (re.) vermisst im Team die ganzen Kerle.

Hannover - Der BSV Rehden dümpelt nach acht Partien im unteren Tabellendrittel der Regionalliga herum. Grund genug für Trainer Andreas Petersen, einmal Klartext zu sprechen.

Herr Petersen, die zweite Niederlage in Folge, immer wieder die gleichen Fehler. Muss man sich langsam Sorgen machen?

Andreas Petersen: Ich bin nicht für Schönrederei. Nach den beiden Niederlagen gegen Cloppenburg und Hannover II spielen wir jetzt gegen den Abstieg.

Dabei hat die Mannschaft doch ein riesiges Potenzial.

Petersen: Natürlich hat sie das. Und wenn sie dieses Potenzial immer über 90 Minuten abrufen würde, hätten wir auch wesentlich mehr Punkte.

Was fehlt demnach noch?

Petersen: Die Aggressivität. Wir spielen zu halbherzig, sind einfach viel zu harmlos und zu brav. Nach der Niederlage sitzen jetzt alle wieder in der Kabine, weinen und jammern. Doch da muss es nach einem 1:3 auch mal laut werden, da müssen Trikots vor Wut in die Ecke gefeuert und sich gleich wieder heiß gemacht werden. Diese Mentalität geht uns noch ab.

Auch auf dem Platz?

Petersen: Natürlich und gerade da. Wir waren auch jetzt in Hannover nur wieder der nette, brave Gast. Wenn ich sehe, wie zögerlich unsere Stürmer Omar El-Zein und später auch Almir Kasumovic auf Hannovers Verteidiger Sane zugegangen sind. Sie haben ja schon fast vor dem Zweikampf resigniert. Dafür habe ich mich persönlich geschämt.

Was muss sich speziell ändern?

Petersen: Insbesondere die Mentalität. Wenn du mit breiter Brust auftrittst, hast du auch mehr Selbstvertrauen. Und das fehlt uns im Moment. Wir müssen einfach viel brutaler und konsequenter verteidigen und ebenso brutal, eiskalt und konsequent unsere Chancen nutzen. Wir haben ja eine Mannschaft, die richtig gut Fußball spielen kann. Bisher hat uns noch kein Team mal ebenso an die Wand gespielt. Wir machen die Gegner aber durch unsere Fehler stark. Und wir müssen jetzt daran arbeiten, das abzustellen.

In Hannover gab’s vor dem 0:1 ein Handspiel im 96-Strafraum...

Petersen: ...und es hätte ganz klar Elfmeter für uns geben müssen. Der Schiri hat mir gesagt, die Hand sei nicht zum Ball gegangen. Aber das ist doch wurscht. Uns wurde dadurch eine 100-prozentige Torchance genommen, weil dahinter noch ein Spieler von uns stand. Wenn da keiner gestanden hätte, okay; aber so ärgert mich das gewaltig. Der Schiri hatte einfach keine Eier in der Hose, beim Stand von 0:0 auf Elfmeter zu entscheiden.

flü

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