Okoronkwo – kaum in Rehden, schon getroffen und glücklich

Ex-Hertha-Profi fügt sich schnell ein – und trägt zum 2:1-Sieg über Lupo Martini bei

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Das 1:0: Rehdens neuer Stürmer Solomon Okoronkwo (l.) hängt hier Wolfsburgs Sulhattin Capli ab und trifft zur Führung.

Rehden - Von Cord Krüger. Er schnaufte. Nach einer Stunde blickte Solomon Okoronkwo neidisch aus dem Strafraum zu Francky Sembolo auf der Tribüne und deutete auf seine offenbar schmerzenden Oberschenkel. Sembolo kicherte. Der diesmal nur zuschauende Stürmer des BSV Rehden lachte seinen neuen Kollegen ein bisschen wegen dessen fehlender Frische aus, doch der Angreifer lachte zurück.

Rehdens 19. Neuzugang hatte ja schon seine Dienste getan, am Samstag zum 1:0 gegen Regionalliga-Konkurrent Lupo Martini Wolfsburg getroffen und besonders vor der Pause reichlich Feuer in Wolfsburgs Sechszehner gelegt. Zehn Minuten später hatte es der frühere Bundesliga- und Zweitliga-Profi mit der Auswechslung hinter sich, der BSV rettete den 2:1 (2:0)-Heimsieg über die Zeit – und der 31-Jährige strahlte.

„Ich wollte meinen Beitrag für meine neue Mannschaft leisten und bin glücklich, dass es drei Punkte geworden sind“, erklärte der einstige nigerianische Nationalspieler, der 2008 Olympia-Silber gewonnen hatte, ehe er nach der Rückkehr aus Peking Hertha BSC verließ und bis 2013 durch die ersten Ligen Russlands, Norwegens und Ungarns tourte. „Das ist lange her“, gestand der Angreifer grinsend. Zuletzt stand er bis zum Sommer beim Berliner Regionalligisten BFC Dynamo unter Vertrag.

Okay, ein bisschen Fitness muss Okoronkwo nun aufholen. Doch wo das Tor steht, weiß er noch genau. Die Partie lief gerade 48 Sekunden, da donnerte die 1,86-Meter-Kante den Ball in die Maschen – allerdings aus dem Abseits. Doch Okoronkwo und der ebenfalls neue Santiago Aloi im offensiven Mittelfeld beflügelten die Schwarz-Weißen, urteilte Trainer Benedetto Muzzicato: „Die Stimmung in der Mannschaft hat sich schon im Training stark verbessert. Die Jungs sehen Santi und Solomon als Hoffnungsträger.“ Dementsprechend zog Rehden ein variables, schnelles Offensivspiel auf. Tim Rieckhof hatte noch Pech, als ihm ein Querpass von Addy-Waku Menga frei vor dem leeren Tor unter dem Spann wegrutschte (7.), doch der nächste Angriff saß: Edin Nadaner, in der ersten Hälfte ebenfalls mit einer starken Leistung im zentralen Mittelfeld, steckte auf Menga durch, der ließ drei Wolfsburger aussteigen, passte auf Okoronkwo – und mit einer kurzen Körpertäuschung ließ er den Ex-Rehdener Sulhattin Capli stehen, marschierte zwischen den Innenverteidigern Marcel Kohn und Siim Tenno durch und schloss zum 1:0 ab (16.). „Wer diese Mega-Präsenz und Balltechnik gesehen hat, ahnt, warum ich mehr Qualität da vorn haben wollte“, meinte Muzzicato.

Drei Minuten später prüfte Okoronkwo Lupo-Schlussmann Marius Sauss mit einer Direktabnahme nach einem Steilpass von Shinji Yamada. Yamada legte auf der rechten Seite einen ganz starken Auftritt hin – und belohnte sich kurz darauf selbst mit dem Vollspann-Geschoss an den Innenpfosten zum 2:0 aus 17 Metern nach einer zu kurz abgewehrten Menga-Ecke (23.) „Shinji hat überragend gespielt“, lobte Muzzicato den Japaner: „Er hat nie nachgelassen und keinen Ball verloren gegeben.“ Insgesamt überzeugte Rehden vor der Pause als Kollektiv – in einer nach Ansicht des BSV-Trainers „besten Halbzeit, die wir in dieser Saison gezeigt haben“.

Doch nach dem Seitenwechsel erwischte die Platzherren gleich die kalte Dusche – mit dem Anschlusstor durch Tenno, nachdem BSV-Torwart Rico Sygo zuvor stark gegen Alper Kara pariert hatte (48.). „Das war eine gute Reaktion“, lobte Lupo-Coach Giampiero Bounocore seinen Aufsteiger: „Die Jungs haben danach viel investiert, alles versucht, das 2:2 zu machen – aber am Ende hat die Cleverness gefehlt.“ Andererseits hatte Rehden eine sichere Defensive um den zweikampfstarken Michael Hohnstedt, Kopfball-Abräumer Augusto Canzian da Silva und den abgeklärten Kevin Kalinowski. Zudem stand Sygo zwischen den Pfosten, der am Ende einen Schuss von Dennis Jungk im Fliegen entschärfte (87.).

„Das war ein wichtiger Sieg für den ganzen Verein“, atmete Muzzicato hinterher tief durch, „und ich hoffe, dass das ein kleiner Weckruf für den Rest der Saison war.“

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