Nicht nur auf dem Platz ist Jeffrey Obst manchmal nur schwer einzufangen

Komm, hol‘ das Lasso raus

+
Wieder nur sehen die Gegenspieler die Hacken von Rehdens schnellem Defensivspieler Jeffrey Obst.

Rehden - Von Arne Flügge. Jeffrey Obst kam gestern erst um 16.00 Uhr aus der Schule. „Ich bin total fertig“, grinste der angehende Abiturient. Was er wohl sagt, wenn er mal im richtigen Arbeitsleben steht? „Da will ich erst gar nicht hin“, schmunzelte der Linksverteidiger von Fußball-Regionalligist BSV Rehden: „Mein großes Ziel ist es weiterhin, Profifußballer zu werden.“

Mit Leistungen wie am Sonntag beim 1:1 gegen Tabellenführer Hamburger SV II wird der 19-Jährige mit Sicherheit in den kommenden Monaten auf sich aufmerksam machen. „Das war nicht nur stark, das war bärenstark“, lobte BSV-Trainer Andreas Petersen seinen Schützling. Hinten links hatte Obst nichts zugelassen, zudem immer wieder geholfen, die Mitte dicht zu machen. „Jeffrey ist ein unheimlich dynamischer Spieler mit einem großen taktischen Verständnis. Mit seiner Qualität gehört der Junge irgendwann mal in die Bundesliga, wenn er sich nicht selbst im Weg steht.“ Petersen schätzt Obst sogar stärker ein als den jungen Marnon Busch, der gerade bei Werder durchstartet. „Wenn der Trainer so etwas sagt, freut mich das natürlich“, meinte Obst, der lange bei Werder spielte, ehe er im Sommer zum BSV Rehden kam. In Bremen fühlte sich Obst zuletzt nicht mehr wohl, „weil ich dort nur mitschwimmen durfte. Jetzt in Rehden habe ich eine andere Rolle. Hier kann ich zeigen, wie ich bin.“

Auch Petersen ist der Meinung, dass Obst in Bremen „etwas verkannt worden ist, als junger Schnösel, dem die Ernsthaftigkeit fehlt. Dabei ist er ein Spaßfußballer.“ Obst bestätigt das. „Ich denke, ich kann nur gute Leistungen bringen, wenn ich richtig Spaß am Fußball habe. In Bremen hatte ich den lange nicht mehr, jetzt in Rehden habe ich ihn wiedergefunden.“

Und Obst zahlt es mit Leistungen zurück. „Er ist unheimlich schnell, hat ein starkes Passspiel und ein sehr gutes Zweikampfverhalten“, sagt Petersen: „Er ist wirklich in einer herausragenden Verfassung.“ Und: Jeffrey Obst ist beim BSV Rehden mittlerweile der Spezialist für weite Einwürfe. Die kommen scharf und hart wie Flanken in den Strafraum gesegelt. „Jeffreys Einwürfe sind eine Waffe“, weiß Petersen: „Da brennt es immer lichterloh. Sie sind gefährlicher als unsere Freistöße.“ Trainiert hat Obst die Einwürfe nie. „Sie sind einfach da.“

Nun ist es aber nicht so, dass bei Jeffrey Obst alles perfekt ist. „Er hat immer mal wieder einen Bock in seinem Spiel oder legt sich auch gern mal mit seinem Gegenspieler an, weil er ihm zeigen will, dass er besser ist. Das muss Jeffrey noch abstellen, dann kann er es ganz weit schaffen.“ Obst sei ein Typ, dem man auch mal die lange Leine geben muss, um ihn dann aber auch wieder mit einem Lasso einzufangen. Der Fußballer weiß das. „Ich bin halt noch ein junger Spieler, der noch nicht perfekt ist.“

Trainer Andreas Petersen („Der Junge hat ‘was“) will den Linksfuß, der in Rehden einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, in die Nähe der Perfektion bringen. Und daher versteht er sich auch in gewisser Weise in der Rolle des Förderers. „Ich bin froh, diesen Trainer zu haben. Er unterstützt mich mega. Ich habe wirklich Glück, jetzt in Rehden zu sein“, schwärmt der 19-jährige Obst.

Mehr zum Thema:

Gefahrgut-Unfall auf der Autobahn 1

Gefahrgut-Unfall auf der Autobahn 1

Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären

Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären

„Angies Ausflug“ auf der Freilichtbühne Holtebüttel

„Angies Ausflug“ auf der Freilichtbühne Holtebüttel

Umweltfreundlich übernachten: 10 Öko-Hotels in Deutschlands

Umweltfreundlich übernachten: 10 Öko-Hotels in Deutschlands

Meistgelesene Artikel

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

Ein Club in der Schwebe: Erst liefern, dann hoffen

Ein Club in der Schwebe: Erst liefern, dann hoffen

Kommentare