Neue Trainer, neue Stammspieler, neue Ziele

Fast nichts mehr wie im Hinspiel

Artmann, Kevin: Sein Name steht wie kaum ein zweiter für Rehdens Verletzungspech. Der Kapitän hatte sich im Hinspiel gegen Werder II einen Innenband-Anriss im linken Knie zugezogen, spielte seitem erst dreimal wieder.

Buduar und Bolyki – ein Gewinner und ein Verlierer des Rehdener Trainerwechsels: Youness Buduar debütierte erst unter Daniel Gunkel in der Ersten, Defensivkollege Bolyki (in 13 von 14 Partien von Gunkels Vorgänger Andreas Petersen dabei) seitdem nicht mehr. „Youness hat sich das durch seine Leistungen im Training hart erarbeitet und verdient“, begründete Gunkel dessen Beförderung.

Christian Pauli: noch kein Profiteur der Umbesetzung auf der Trainerbank: Der Sommer-Neuzugang zeigte bis Anfang Oktober starke Spiele auf der linken Außenbahn, nach Infekt und Formkrise aber zuletzt nicht mehr im Kader.

Doppel-Demission: Erst musste Rehdens Co-Trainer Danny König gehen, vier Tage später warf Ende Oktober Chefcoach Andreas Petersen hin. Eine ungewöhnliche Reihenfolge, denn normalerweise fliegt ja zuerst der Trainer.

El-Zein, Omar: Was für ein Hammer aus 55 Metern im Hinspiel, als er Werder-Keeper Richard Strebinger lächerlich machte! Doch danach gelang ihm nur noch ein Treffer in zwölf Regionalliga-Spielen. Zuletzt nur noch Reservist.

Ficara, Alessandro: zweiter BSV-Torschütze beim 2:2 im Hinspiel. Doch für Rehden tanzte der variable Offensivmann nur einen Sommer: Ficara ging Ende August zum VfB Oldenburg – ein Kreativitätsverlust.

Gunkel und Gerber: Dass beide Ex-Profis mal zusammen ein Team coachen, hätten sie vor zwei Wochen wohl nicht gedacht. Doch zurzeit wirkt Gerber als Mentor in Rehden, „und ich bin ganz froh darüber“, sagt Gunkel.

Hirooka, Taiki: Petersen hatte den zuvor oft unberücksichtigten Mittelfeldmann, nur einmal außen vor gelassen. Bei Gunkel kam der Japaner bisher nur zu zwei Kurzeinsätzen.

Innenverteidigung: Stefan Heykens Ausfall schmerzt den BSV. Schon das Spiel bei Werder II hatte er verpasst, im September war dann für ihn wegen eines Sehnenanrisses im Fuß ganz Schluss. Gut, dass sein Nebenmann im Abwehrzentrum wie in den Vorjahren durch Konstanz besticht: Michael Wessel, von Petersen konsequent bis zuletzt „Wessels“ genannt, fehlte nur ein Mal (Rot-Sperre).

Jeffrey Obst: kam im Sommer von Werder II – und bestritt gegen seinen Ex-Club sein erstes Regionalliga-Spiel für Rehden. Es folgten zwölf weitere, zuletzt gegen Lüneburg aber nicht mehr als Linksverteidiger, sondern weiter vorn. Laut Gunkel „spricht nichts dagegen, dass das so weiter läuft: Er hat ein Super-Spiel gemacht“, lobte der Coach den Schützen zum 1:0.

Kasumovic, Almir: wie Ficara ebenfalls schon weg. Der Offensivmann, gegen Werder II zur Halbzeit eingewechselt, ist derzeit vereinslos.

Lahyani, Khalid: Der Mittelfeldspieler stieß Ende August zum BSV. Auch er bekam den Trainerwechsel zu spüren: acht von zehn Einsätzen unter Petersen, bei Gunkel drei von vier Partien auf der Bank.

Milos Mandic – auch der Keeper merkte, dass sich bei Neu-Coach Gunkel niemand seines Stammplatzes sicher sein darf. Musste Anfang Oktober im Tor Celio Rocha Platz machen, kam aber am Sonntag gegen Lüneburg gestärkt zurück. „Milo hat uns im Spiel gehalten – richtig stark“, lobte Gunkel hinterher.

Nachgerüstet: Nach Lahyani holte der BSV noch Jeff Gyasi, Matthias Tietz und Marcel Stutter. Tietz spielte schon unter Petersen im defensiven Mittelfeld und hat sich auch bei Gunkel durchgesetzt. Abwehrspieler Gyasi verpasste seit seiner Begrüßung in Rehden keine der bisher 270 Minuten; Stutter hatte in seinen bisher zwei Einsätzen Pech, als er jeweils nach rund einer Stunde verletzt runter musste.

Opfer müssen in dem derart vergrößerten Team einige bringen. Dass nicht alle Platz im Kader haben, zwingt Gunkel zu „harten Entscheidungen, die mir auch nicht immer leicht fallen“, gesteht der 34-Jährige. „Aber ich muss sie treffen – und trotzdem macht mir der Job Spaß.“

Pekrul, Viktor: Vizekapitän, einer der erfahrensten im Team – doch im Herbst von Petersen trotz des prekären Abstiegskampfs auf die Bank gesetzt. Den jüngeren Andor Bolyki wollte er als Rechtsverteidiger aufbauen, „denn Viktor ist 31 Jahre, und seine Zeit läuft hier ja langsam ab“, meinte der damalige Coach. Aber Pekrul hat ihn „überlebt“ – und dürfte Sonntag gegen seinen Ex-Club Werder II spielen…

Quitt waren Rehden und Werder nach diesen Derbys mehrfach: In den bisher fünf Vergleichen gab es gleich drei Mal ein 2:2.

Ruhe hat der BSV nun vor einigen, die im August noch zur Bremer U23 zählten: Martin Kobylanski spielt jetzt bei Union Berlin, Davie Selke und Marnon Busch schafften es zu den Werder-Profis. Und Verteidiger Janek Sternberg hat gute Chancen, morgen gegen Paderborn ebenfalls im Bundesliga-Kader zu stehen.

Skripnik, Viktor: Im Hinspiel noch Trainer von Werder II, inzwischen im Bundesliga-Rampenlicht als Chefcoach.

Trainer aktuell in der Bremer U23: Alexander Nouri beerbte Skripnik.

Urlaub hat weiter Danny König. Rehdens Ex-Co-Trainer ist laut „transfermarkt.de“ noch vereinslos.

Vorschnell: Frank Baumann, Werders Direktor für „Profifußball und Scouting“, hatte Rehden vor der Saison als Mitfavoriten gesehen. Es kam anders.

Werders gefährlichste Waffe: Maik Lukowicz, der am Sonntag beim 4:3-Sieg gegen Braunschweig II dreifach traf und derzeit die Regionalliga-Torjägerliste anführt.

Zuschauer: in Rehden ein oft rares Gut. Cloppenburg, Oldenburg und eben Werder ziehen bei den BSV-Fans aber immer.

Cord Krüger

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