2:3 nach aufopferungsvoller Leistung: Unglückliches Pokal-Aus beim SV Meppen

Artmanns Doppelpack reicht Rehdens Kämpfern nicht

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Rehdens Kapitän Kevin Artmann (l.) auf dem Weg zum 1:1-Ausgleichstreffer – am Ende war das Tor wertlos. „Heute haben wir richtig gut gespielt – aber dafür können wir uns nichts kaufen“, ärgerte sich der 29-Jährige.

Aus Meppen Berichtet - Cord KrügerEine Woche nach dem spannenden Erstrunden-Krimi gestern Abend das nächste Drama im Niedersachsenpokal – doch diesmal nicht mit dem besseren Ende für den BSV Rehden. Nach aufopferungsvollen Kampf verlor die Mannschaft von Trainer Alexander Kiene ihr Achtelfinale beim Regionalliga-Kontrahenten SV Meppen mit 2:3 (1:1).

Einer, der mit zwei Toren zum Helden des Tages hätte werden können, starrte hinterher völlig frustriert auf die Anzeigetafel: Rehdens Kevin Artmann. „Letzte Woche in Cloppenburg war unsere Leistung für die Toilette, aber wir haben gefeiert. Heute haben wir richtig gut gespielt – aber dafür können wir uns nichts kaufen“, wusste der Kapitän: „Nach so einer Partie ist es für uns umso bitterer, im Sommer bei der DFB-Pokal-Auslosung wieder nur unbeteiligt zusehen zu müssen.“

Kiene kehrte hingegen noch auf dem Platz das Positive heraus: „Es ist jetzt in diesem Moment brutal, aber wir müssen auf dieser Leistung aufbauen. Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Die Mannschaft hat alles gegeben und ist wirklich an die Grenze gegangen. Aber letztlich haben Meppen in der zweiten Halbzeit zwei Kleinigkeiten zum Sieg gereicht.“

Die Partie hatte für die Gäste schon unter ungünstigen Vorzeichen begonnen: Mittelfeld-Abräumer Marcel Stutter konnte wegen seiner nach wie vor zu schmerzhaften Bänderdehnung in der Schulter nicht spielen – ein herber Verlust in der Rehdener Doppel-Sechs. Seinen Platz im defensiven Mittelfeld nahm Matthias Tietz ein – und er löste diese Aufgabe überaus zweikampf- und laufstark.

Nach anfänglichem Abtasten erarbeitete sich Meppen erste Vorteile – doch BSV-Torwart Milos Mandic rettete gegen Muhamed Alawie (10.) und Max Kremer super (17.). Bei der nächsten gefährlichen Szene war „Milo“ allerdings machtlos, als seine Vorderleute den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekamen, Patrick Posipal abzog und flach unten links vollstreckte (25.). „Da müssen wir besser verteidigen“, ärgerte sich Kiene darüber, dass „Posipal zentral annehmen und sich die Richtung aussuchen kann“. Die 977 Zuschauer in der Hänsch-Arena feierten, doch Capitano Artmann feuerte seine Kollegen an – und ging voran. In Minute 36 war es so weit: Janik Jesgarzewski verlor an der Außenlinie den Ball gegen Tietz – und dessen Hereingabe nutzte Artmann zum Solo samt sattem Abschluss – 1:1! „Eiskalt vollstreckt“, lobte Kiene, räumte aber ein: „Danach hatten wir bis zur Pause Glück.“ Stimmt. Alawie (41.) und Kremer (42.) schossen knapp vorbei.

Die Anfangsphase des zweiten Durchgangs gehörte jedoch nur dem BSV. Durch Fehler im Spielaufbau luden die Emsländer das Kiene-Team zu Kontern ein, was Jeff Gyasi, Danny Arend und Artmann gern annahmen. Der letzte Pass in den Strafraum kam aber nicht an.

Viktor Pekrul hielt es da nicht mehr in der Viererkette, er rückte auf und versetzte die 70 mitgereisten Fans wenig später in Ekstase: Der Rechtsverteidiger marschierte durch, flankte fast von der Grundlinie mustergültig in den Rücken der Abwehr – und vom Elfmeterpunkt hämmerte Artmann die Kugel unter den Querbalken zum 2:1 in den Kasten (65.)! „Danach waren wir praktisch tot“, räumte Meppens Trainer Christian Neidhart ein. Umso überraschender das 2:2: Jesgarzewski setzte sich auf der rechten Seite zu einfach durch, flankte auf Erdogan Pini – und der traf frei vor Mandic (76.). Rehden fiel nichts mehr ein, und als Alawie eine Kremer-Ecke ins lange Eck köpfte (87.), war die Messe zugunsten Meppens gelesen. „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen, aber das gibt‘s im Pokal ja nicht“, urteilte Neidhart. Recht hatte er – in beiden Punkten.

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