Die schlummernden Potenziale

Muzzicato vertraut seinen Rehdener Fußballern, fordert aber das Nutzen der Räume

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Yannis Becker (am Ball) und sein Torwart Rico Sygo (dahinter) zählen aktuell zu den konstantesten Rehdenern. Am Samstag sind sie erneut gefordert – im Regionalliga-Heimspiel gegen Aufsteiger Lupo Martini Wolfsburg.

Rehden - Das Vertrauen von Benedetto Muzzicato in seine neu formierte Mannschaft hat auch nach der fünften Niederlage im achten Regionalliga-Spiel nicht gelitten: „Wir haben die besten Fußballer geholt, die wir in unseren Probetrainings hatten“, sagt der Trainer des BSV Rehden über seine 18 Neuzugänge. Einige kamen erst zum Ende der Vorbereitung an, ein paar weitere, als die Saison bereits begonnen hatte. Integrationsarbeit unter Hochdruck also – für Muzzicato liegt auf der Hand, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen sein kann. Umso wertvoller wäre da ein Heimsieg am Samstag ab 15.00 Uhr gegen Aufsteiger Lupo Martini Wolfsburg – für die Tabelle und

Damit das klappt, sollte der BSV an seine verbesserte Leistung vom Auftritt beim SSV Jeddeloh anknüpfen, in der Offensive aber noch ein paar Schippen drauflegen, wünscht sich der 39-Jährige. Tim Rieckhof, Nnaemeka Anyamele und Shinji Yamada hätten beim 1:2 im Ammerland mehr gute Szenen über außen gehabt, „jetzt brauchen wir davon noch zwei oder drei mehr pro Halbzeit“. Dies erhöhe dann die Chancen für die Angriffs-Routiniers Addy-Waku Menga und Francky Sembolo, endlich mal wieder eine Führung zu erzielen. Zuletzt hatten die Schwarz-Weißen am ersten Spieltag gegen Eintracht Norderstedt vorn gelegen – und 2:1 gewonnen.

Warum es in Jeddeloh wieder nicht zu wenigstens einem Punkt reichte, lag einerseits daran, „dass wir unsere Räume nicht genutzt haben, die der Gegner uns gelassen hat – genügend schnelle Leuten hatten wir doch dafür“, moniert der A-Lizenz-Inhaber. Andererseits „haben wir zu viele Räume gewährt“, räumte Muzzicato nach der Analyse ein. „Die Fehler, die wir machen, nutzen unsere Gegner konsequent aus, aber wir nutzen die Fehler des Gegners nicht“, brachte es sein Torwart Rico Sygo nach dem Abpfiff beim SSV auf den Punkt. Der aus der Landesliga Bremen gekommene Keeper überzeugt seit Wochen – wie auch Yamada auf der rechten Seite oder Yannis Becker vor der Abwehr. „Bei einigen vermisse ich die Konstanz, aber Yannis ist einer der besten Spieler, die wir im Moment haben“, lobt der BSV-Coach den klugen Ballverteiler, der in einer teils mit Sprachbarrieren zu kämpfenden Mannschaft zu den wenigen Wortführern zählt: „Sein größtes Problem: Yannis ist kein klassischer Sechser, sondern ein Achter, der gerade Sechser spielen muss.“

Beckers Kollegen Rilind Neziri und Evin Nadaner seien hingegen manchmal „ein bisschen zu wild“. Darunter droht die Stabilität in der Defensive zu leiden – und das kann Rehden auch am Samstag gegen den Regionalliga-Rückkehrer aus der Wolfsburger Nordstadt so gar nicht gebrauchen. „Lupo spielt ähnlich wie Drochtersen oder der VfB Oldenburg in dieser Saison – oder wie wir in der letzten Rückrunde“, schildert der Trainer die Eindrücke aus seiner Beobachtung beim Wolfsburger 2:0-Sieg vom Sonntag gegen Germania Egestorf/Langreder: „Sie stehen kompakt in einer Fünferkette, die dann bei Ballbesitz durch gutes Umschalten mit schnellen Außenspielern zu einer Dreierkette wird.“ Und gegen Jeddelohs Fünferkette fehlte dem BSV am Schluss Geduld und Präzision.

Das mit der Genauigkeit sei auch ein Stück der mangelnden Balance im neu formierten Team geschuldet, bittet Muzzicato um Geduld: „Natürlich bin auch ich kein Freund davon, eine komplette Mannschaft auszutauschen – aber viele unserer bisherigen Stützen hatten sich zum Saisonende eben für einen anderen Verein entschieden.“ Und von denen, die blieben, fehlen in Lucas Lohmann und Tobias Esche zwei Eckpfeiler viel länger als befürchtet. Bei dem an einem entzündeten Zehn laborierenden Innenverteidiger Esche dauert es wohl noch bis Oktober, ehe er ins Mannschaftstraining zurückkehrt.

ck

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