Faderl guter Mandic-Vertreter

BSV Rehden verlangt VfL Wolfsburg II beim 1:3 viel ab

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Wolfsburgs Abwehrchef Julian Klamt (l.) und Rehdens Stürmer Francky Sembolo (r.) lieferten sich mehrere rustikale Duelle. Am Ende siegte Klamt mit der Bundesliga-Reserve.

Aus Wolfsburg berichtet Cord Krüger. Anstrengend war‘s. Selbst für Julian Klamt, Kapitän, Abwehrchef und ausgebufftester Akteur des VfL Wolfsburg II. „Papa ist ganz schön nass“, gestand der 28-Jährige seinen zwei kleinen Töchtern, die kaum dessen schwitzige Hände im Kabinengang der Wolfsburger AOK-Arena greifen konnten.

Das Duell gegen den BSV Rehden hatte Klamt & Co. viel abverlangt, doch der Regionalliga-Zweite setzte sich mit 3:1 (2:1) durch. Klamt war dabei dreimal schmerzhaft mit Rehdens Angriffskante Francky Sembolo zusammengerasselt. „Aber ich lebe noch“, beschwichtigte der Hüne. Und die Rehdener, die mal wieder einen engagierten Auftritt hinlegten, leben weiter. „Es hat sogar Spaß gemacht“, bilanzierte BSV-Trainer Benedetto Muzzicato trotz der Schlappe.

Denn erstens „kann ich keinem meiner Jungs etwas vorwerfen“, zweitens „hat unser Gegner ganz andere Bedingungen“. Angesichts der täglich zwei Trainingseinheiten der Jungwölfe „war es interessant, sich mit diesem technischen und taktischen Gefüge zu messen“, fand der 39-Jährige. Zudem freute er sich, dass sein Team die Ausfälle mehrerer Schlüsselspieler kompensierte. So verhinderte Torwart Philip Faderl als Ersatz des grippekranken Milos Mandic mit mehreren Glanzreflexen eine höhere Niederlage. „Dafür ist ein zweiter Goalie da – selbst, wenn es gegen so eine Mannschaft sein muss“, meinte Faderl, der allerdings einräumte: „In der einen oder anderen Szene hat mir vielleicht ein bisschen Spielpraxis gefehlt.“

Zu beobachten nach bereits vier Minuten, als der Kopfball von Daniel Hanslik bei einer Ecke von Nicolas Abdat sehr lange durch den Strafraum zum 1:0 ins lange Eck flog. Faderl ging einen Schritt vor, dann wieder zurück und blieb so ohne Chance. „Er hat aber gerufen, dass er ihn nicht kriegt“, nahm Muzzicato seinen Schlussmann in Schutz: „Die Frage ist eher, warum da einer so frei zum Köpfen kommt und wer den zweiten Pfosten freigemacht hat.“

Doch die Gäste kamen nach einem Geistesblitz von Kai Bastian Evers schnell zum Ausgleich: Der BSV-Kapitän sah bei einem Freistoß aus 20 Metern viel zu viel Raum auf halbrechts, steckte flach durch zu Addy-Waku Menga – und der schlenzte nach kurzem Sprint zum Ausgleich ein. „Kai hat gut erkannt, dass die Wolfsburger da gepennt haben“, dankte Menga dem Vorbereiter. Die Freude über sein Tor währte aber nicht lange, denn kurz darauf lag sein Team erneut zurück: Wolfsburgs Rechtsverteidiger Kentu Badu legte ein Klasse-Solo hin, schloss ab – und BSV-Innenverteidiger Tobias Esche bugsierte die Kugel ins eigene Tor (19.).

Noch bitterer: In Minute 33 war Mengas Arbeitstag jäh beendet. Nach einem harmlosen Schubser von Julian Klamt hatte sich der 34-Jährige im Fallen das rechte Knie verdreht. „Jetzt habe ich starke Schmerzen, die bis in den Oberschenkel ziehen“, berichtete der Stürmer nach dem Abpfiff. Sein Einsatz am Mittwoch ab 18.15 Uhr im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig II ist fraglich.

Doch wenn seine Kollegen so einen beherzten Auftritt hinlegen wie am Samstag, ist auch ohne ihn einiges drin. „Wir hatten schon im ersten Durchgang unsere Chancen“, erinnerte Muzzicato an einen atemberaubenden Alleingang des starken Rechtsverteidigers Viktor Pekrul (35.) und ein Luftloch, das Stürmer Miguel Fernandes freistehend nach Maßflanke von Linksverteidiger Mirhad Mehanovic schlug (37.). Zwischendurch lauerte Rehden clever, ließ Wolfsburg kommen – und konterte flink. Daraus ergab sich allerdings ein Ballbesitz-Anteil der Gastgeber, der es prozentual in der Höhe mit CDU-Wahlergebnissen im Kreis Cloppenburg aufnehmen könnte.

Nach der Pause sahen die 226 Zuschauer ein komplett anderes Bild: Der BSV diktierte das Geschehen. Fernandes zwang VfL-Torhüter Niklas Klinger aus spitzem Winkel zur Parade (50.), Sembolo köpfte nach weitem Mehanovic-Einwurf knapp daneben (55.). „Schade, dass wir dann hinten den Laden nicht dicht halten“, bedauerte Menga das 3:1 durch Kevin Rexhbecaj nach einem imposant platzierten 35-Meter-Diagonalball von Dominik Franke (57.). „Den schließt er auch stark ab“, lobte Muzzicato den erst 19-Jährigen aus dem Profikader: „Da passte nichts zwischen Ball und Pfosten.“ Ein Lehrbeispiel von vielen an diesem Nachmittag beim Tabellenzweiten.

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