Keine Hinrunden-Minute verpasst – und auch gegen Victoria Hamburg gesetzt

Michael Wessel – Rehdens Zuverlässigkeit in Person

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Überragend – auch auf diesem Bild: Rehdens Michael Wessel (M.) wurde nach dem 2:0 in Flensburg als Matchwinner gefeiert – etwa von Kapitän Kevin Artmann (2.v.l.) und Daniel Gunkel (r.). An Wessel führt auch morgen kaum ein Weg vorbei. ·

Rehden - Von Cord Krüger. Nur einmal war Michael Wessel am Samstag kurz verwirrt – aber erst nach dem Abpfiff seines Regionalliga-Auftritts mit dem BSV Rehden bei Weiche Flensburg.

Da fragten ein paar Flensburger Steppkes den bärenstarken Innenverteidiger doch tatsächlich, ob sie sein Trikot haben könnten. „Nee, geht leider nicht“, grinste der 1,93-Meter-Hüne. „Das brauche ich noch.“ Stimmt. Und zwar morgen ab 15 Uhr, wenn Wessel und der BSV zu Hause die Hinrunde beenden – gegen Victoria Hamburg. Sein Trainer Björn Wnuck lässt jedenfalls keinen Zweifel daran, dass der 26-Jährige bei ihm gesetzt ist.

Bereits alle vorherigen 16 Partien dieser Saison hat Wessel bestritten – von der ersten bis zur 90. Minute. An diesen Wert kommt in Rehdens Kader keiner heran, in der gesamten Regionalliga Nord nur neun weitere Feldspieler. Wessel sah in jenen 1 440 Minuten lediglich zwei Gelbe Karten – eine für einen Verteidiger fast skurril anmutende Zahl.

„Micha ist das Paradebeispiel an Zuverlässigkeit, ein Muster für diese deutsche Tugend“, stellt Wnuck heraus: „Unheimlich zweikampfstark, sehr aufs Geschehen fokussiert – und jetzt hat er auch noch im Spielaufbau zugelegt. Er tritt viel offensiver auf.“

Bester zählbarer Beleg: Wessels Kopfballtor zum 1:0 als Grundstein zum 2:0-Sieg und damit sein zweiter Treffer in dieser Serie. Alles in allem scheint wahrscheinlicher, dass in Rehdens schier unerschöpflichen Bodenschichten morgen das Erdgas ausgeht, als dass Michael Wessel mal auf der Bank säße.

Im Sommer 2011 kam der Westfale vom Landesligisten Preußen Espelkamp zum damaligen Oberligisten nach Rehden. „Vom ersten Tag an hat er sich klasse weiterentwickelt“, fasst Wnuck zusammen. „Viel mehr geht da fast nicht.“ Nur etwas zusätzlich „Verbales“ hätte der Coach dann doch noch von ihm: „Das heißt nicht, dass ich ihn als Heißsporn sehen will. Aber manchmal könnte er präsenter sein, indem er seine Nebenleute stellt und coacht.“

Doch geschenkt – denn erstens sagt Wessel, dass Wnuck dem Team schon das meiste mit auf den Weg gibt: „Wir profitieren davon, wie der Trainer uns vorbereitet: Er analysiert Videos, holt sich viele Tipps ein – und das kommt uns zugute.“ Zweitens weiß Wnuck, dass Rehdens Dauerbrenner im Stillen „sehr sauber arbeitet: Er ist oft vor dem Gegner am Ball, weil er über eine gute Grundschnelligkeit verfügt und seinen Körper vor den Ball schiebt.“

Vielleicht auch deshalb hat Michael Wessel nicht mehr viele Gründe zur Nervosität – selbst vor solchen Duellen wie zuletzt gegen Flensburgs Tim Wulff oder zuvor Oldenburgs Torjäger Addy-Waku Menga nicht. „Man weiß ja schon so ungefähr, wer da auf einen zukommt“, wiegelt der ruhende Pol in Rehdens Abwehrzentrum ab. Michael Wessel ist eben lieber vorbereitet. Und seine Gegner sollten es auch sein.

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