Michael Wessel hofft, dass „es so weitergeht“ – mit Rehden und sich selbst

Der seriöse Abwehr-Arbeiter

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Michael Wessel meldete sich beim BSV Rehden eindrucksvoll zurück in der Startelf. „Mal sehen, wie der Trainer jetzt so aufstellt“, feixte der Innenverteidiger.

Rehden - Von Cord Krüger. Nach dem Abpfiff stapfte Milos Mandic schnurstraks auf Michael Wessel zu. „Danke, Micha“, raunte der Torwart des BSV Rehden dem Abwehrspieler zu, der während der 90 Minuten am Sonntag beim VfR Neumünster rein gar nichts anbrennen ließ.

So hatte Rehden beim 0:0 in Holstein den nächsten Zähler im Abstiegskampf der Regionalliga sicher – und Wessel einen Fan mehr: des Gegners Trainer! „Wir haben heute einen überragenden Innenverteidiger gesehen – das ist dieser Vierer, der Wessel“, stellte Neumünsters Chefcoach Uwe Erkenbrecher hinterher heraus.

Einmal in Fahrt, schwärmte Erkenbrecher gleich weiter über den Mann, der „die meisten Situationen immer wieder noch entschärfen konnte und der sehr, sehr kopfballstark war. Er hat die Abwehr super zusammengehalten. Imponierend, wie der gespielt hat.“ Als letztes Beispiel nannte der Rasensport-Übungsleiter „die Aktion im Eins-gegen-Eins“ mit Abdel Moneem Abou-Khalil, „der ja nun nicht so leicht aufzuhalten ist“.

Solch große Worte sind Wessels Sache nicht – auch das schätzt sein Trainer Alexander Kiene an diesem „ganz wichtigen Teil meiner Mannschaft: Neben seiner stabilen Spielweise gefällt mir seine sehr ruhige, sachliche Art.“

Dementsprechend nüchtern fiel das Fazit des Innenverteidigers aus, der es durch diese Leistung beim Online-Portal „fanreport.com“ in die Regionalliga-Elf des Spieltags schaffte: „Ich denke, so viele Szenen vor dem Tor gab es nicht. Aber bei diesen Platzverhältnissen mussten wir eben aufpassen, nicht in Bedrängnis zu geraten – da haben wir lieber öfter mal den langen Ball gespielt, um am Ende diesen Punkt mitzunehmen“, analysierte Wessel. Sich selbst erwähnte er dabei mit keiner Silbe, sondern ging lieber auf das Rehdener Ganze ein: „Ich denke, man kann uns jetzt besser zusehen als in der Hinrunde. Der Kern der Mannschaft ist nach langen Verletzungen wieder da, bis auf einen oder zwei Angeschlagene sind alle fit“, nannte der 27-Jährige das Erfolgsrezept der fünf Spiele ohne Niederlage in diesem Jahr: „Wir haben in der Winterpause gut gearbeitet – und das zahlt sich jetzt aus. Hoffentlich geht es so weiter.“

Und er würde sich freuen, am Samstag vor eigener Kulisse gegen den Hamburger SV II wieder von Beginn an auflaufen zu können – schließlich saß er in den vergangenen beiden Heimspielen gegen FT Braunschweig und Hannover 96 II nur auf der Bank, kam gegen Hannover erst für die letzten zwei Minuten aufs Feld: „Mal gucken, wie der Trainer jetzt so aufstellt“, feixt der seit dreieinhalb Jahren für den BSV verteidigende Bayern-Fan.

Eine Startelf-Garantie lässt sich Kiene allerdings generell nicht entlocken. Doch immerhin lobte er die „sehr gute Trainingswoche“ des 1,93-Meter-Manns, der dadurch seinen Einsatz am Sonntag „mehr als gerechtfertigt hatte. Und diese Leistung in Neumünster hat mich sehr gefreut. Micha ist ein toller Spieler und seriöser Arbeiter.“ Und nun sei bei Wessel auch der Mut zurückgekehrt: „Mit den Erfolgserlebnissen wächst eben auch das Selbstvertrauen“, weiß Kiene, bezieht diese Einschätzung jedoch aufs gesamte Team.

Das kann Michael Wessel nur bestätigen: „Unser Selbstbewusstsein ist auf jeden Fall zurück – auch wenn man bedenkt, wie wir drei Spiele nach einem Rückstand noch gedreht haben. Ärgerlich war nur, wie wir die zweite Halbzeit gegen Eintracht Braunschweig II verpennt haben“, trauert der Stemweder dem verpassten Sieg nach einer 3:1-Führung hinterher. Schließlich will der Abwehrrecke mit einem Vertrag bis 2016 auch in der nächsten Saison noch viertklassig spielen.

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