2:1 – Rehden ringt Tabellenführer Havelse nieder / Ghandour macht Fehler gut

Mengas spätes Traumtor

Bereitete den Siegtreffer vor: Rhami Ghandour.
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Bereitete den Siegtreffer vor: Rhami Ghandour.

Rehden – Silvia Lange legte sich fest. „Tor des Jahres“, schrie die Stadionsprecherin in das Mikrofon, nachdem Publikumsliebling Addy-Waku Menga in der 86. Spielminute den entscheidenden 2:1 (0:1)-Siegtreffer für seinen BSV Schwarz-Weiß Rehden über den haushohen Favoriten und zu diesem Zeitpunkt noch Tabellenführer TSV Havelse erzielt hatte. Gut, Lange ist als Anheizerin nicht gerade für ihre Objektivität bekannt – muss sie ja auch nicht. Und mit ihrer Einschätzung lag die eloquente Blondine auch gar nicht einmal so verkehrt, obwohl am Freitagabend gerade mal der sechste Spieltag der Fußball-Regionalliga Nord (Gruppe Süd) in den Rehdenern Waldsportstätten zu Ende gegangen war.

Selbst Menga konnte der Einschätzung Langes etwas abgewinnen. „Ich kann mich nicht daran zurückerinnern, dass mir in meiner Laufbahn schon einmal so ein schönes Tor gelungen ist“, erklärte der Stürmer – natürlich mit einem breiten Grinsen – nach Abpfiff.

Dabei sah alles schon nach einem Unentschieden aus. Allerdings mobilisierten die Hausherren kurz vor dem Schlusspfiff noch einmal all ihre Kräfte, rannten unermüdlich auf das Tor der Havelser an. Und als der zuvor unglücklich wirkende Rhami Ghandour auf der linken Seite die Lücke zur Flanke fand, nahm das „Fußball-Märchen“ seinen Lauf. Menga, der bereits im Strafraum auf das Ghandour-Zuspiel gewartet hatte, stand schlecht zum Tor. Eigentlich eine Position, aus der er keine Gefahr ausstrahlen hätte dürfen. Aber anscheinend hatte Havelses Torhüter Norman Quindt nicht mit der Erfahrung und Ausgefuchstheit von Menga gerechnet. Denn Rehdens Nummer 13 fackelte nicht lange, nahm die Bogenlampe mit dem Rücken zum Tor per Direktabnahme mit der Hacke an und bugsierte den Ball über Quindt herüber an die Unterkante der Latte. Von dort aus senkte sich der Ball ins Gehäuse der Gäste. Damit entschied Menga das Duell mit dem Primus per Paukenschlag. Auch Havelses Coach Jan Zimmermann adelte den Treffer als „Kunststück“, während Rehdens Trainer Andreas Golombek von einem „glücklichen Traumtor“ sprach.

Glücklich dürfte auch Siegtorvorbereiter Ghandour gewesen sein. Immerhin unterlief dem Linksverteidiger in der 28. Minute ein katastrophaler Fehlpass auf Pierre Dominik Becken, den Havelses Stürmer Yannik Jaeschke – unter den Augen seines Vaters – eiskalt zur Führung nutzte. „Das war natürlich sehr unglücklich“, nahm Ghandour den Patzer auf seine Kappe: „Ich bin einfach nur froh, dass wir das Spiel noch gedreht haben und ich meinen Fehler mit der Flanke zum 2:1 wieder gutmachen konnte.“

Dass es am Ende noch mal gut ausgegangen ist, verdankten die Gastgeber aber auch dem Zusammenspiel von Robert Obst und Kamer Krasniqi, die in der 75. Minute Verantwortung für den Ausgleich verzeichneten. Rehdens Nummer 32 setzte sich stark auf der rechten Seite durch, zog in den Strafraum, hatte den Überblick für den mitgelaufenden Krasniqi, spielte den Ball in den Rücken der Abwehr, sodass Rehdens Nummer elf diesen aus rund fünf Metern nur noch über die Linie drücken musste – 1:1.

„Man hat meiner Mannschaft angesehen, dass sie richtig Bock hatte, das Spiel zu drehen“, freute sich Rehdens Übungsleiter Golombek: „Mit dem Sieg gegen Havelse haben wir uns jetzt für kürzlich erlittene 1:4-Finalniederlage im Niedersachsenpokal revanchiert.“

Von Julian Diekmann

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