2:3 bei Meister VfL Wolfsburg II – eine Niederlage, die Mut macht

Charakterstarken Rehdenern fehlt nur ein bisschen Glück

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Kurz vor der Halbzeit: Trainer Andreas Petersen (Mitte) erklärt Jeff-Denis Fehr (re.) und Alessandro Ficara ihre taktischen Aufgaben in Durchgang zwei.

Aus Wolfsburg Berichtet - Arne FlüggeWOLFSBURGDer VfL Wolfsburg II war gerade durch Robert Herrmann (18.) und Bastian Schulz (35.) mit 2:0 in Führung gegangen, da holte Andreas Petersen zwei Spieler von der Bank zu sich. Und während der Trainer von Fußball-Regionalligist BSV Rehden mit einem Auge weiter das Treiben auf dem Platz beobachtete, weihte er Jeff-Denis Fehr (19) und Alessandro Ficara (23) in seine Vorstellungen ein, was er in Durchgang zwei taktisch verändern will – und welche Rolle den Beiden dabei zukommt.

Rotzfrech und unbekümmert sollten sie auftreten, das Flügelspiel mit Dampf und Mut beleben. Das hatte der Coach vermisst. Auf der anderen Seite hatte Petersen aber auch erkannt, dass seine Mannschaft sich nicht aufgegeben hatte. „Wenn du zur Halbzeit beim Meister und haushohen Favoriten 0:2 hinten liegst, bis du doch eigentlich mausetot“, sagte der 54-Jährige, „doch ich habe gemerkt, dass die Jungs noch einmal alles geben wollen, sich nicht unterkriegen lassen.“ Nicht vom Rückstand und nicht von der Tatsache, dass Stefan Heykens Kopfballtor in der 14. Minute – es wäre die Führung gewesen – fälschlicherweise wegen Abseits nicht gegeben worden war. „Diese Mannschaft hat wirklich eine tolle Moral“, lobte Petersen.

Und dementsprechend motiviert kam das Team auch aus der Kabine. Der Trainer hatte personell umgestellt, Ficara und Fehr taten auf den Außenpositionen das, was Petersen von ihnen verlangt hatte. Wolfsburgs Außenverteidiger stolperten nun von einer Verlegenheit in die andere. Zudem wurde die Mannschaft immer wieder von ihrem Kapitän angetrieben. Kevin Artmann motivierte, peitschte seine Kollegen regelrecht nach vorn. Er forderte die Bälle, rannte, ackerte – trotz einer fiesen Grippe – fast bis zur Erschöpfung.

„Diese Mannschaft hat wirklich Charakter gezeigt“, meinte Petersen, „doch leider hatten wir heute nicht das Glück.“ Zwar gelang Artmann per Elfmeter (49.) das frühe 1:2, doch nur drei Minuten später erhöhte Wolfsburg durch Dino Medjedovic auf 3:1 – ein Tor, das nie und nimmer hätte gegeben werden dürfen. Wolfsburgs Stürmer stand klar im Abseits. „Uns wurde ein Tor geklaut und Wolfsburg eins geschenkt. Das ist richtig bitter“, seufzte Abwehrspieler Heyken.

War der Widerstand der Rehdener damit gebrochen? Nein. Wie aufgedreht berannte der Gast nun das Wolfsburger Tor. Petersen hatte mittlerweile Kiala Kifuta gebracht und von 4-2-3-1 auf 3-5-2 umgestellt – mehr Offensive geht nicht. Und es ergaben sich Chancen, doch Kifuta kam nur um Zentimeter zu spät (76.), Ficara scheiterte an VfL-Keeper Matthias Hamrol (77.). „Wir haben ja nur noch auf eine Kiste gespielt“, sagte Petersen. Rehden war dem Gastgeber auch physisch und konditionell überlegen. Und als dann Heyken per Kopfball nach einem Eckball von Artmann doch das 2:3 (81.) gelang, „haben sie auf der Wolfsburger Bank Kerzen angezündet und gebetet“, wie Petersen sagte. Es half, denn trotz eines wahren Powerplays in den Schlussminuten gelang der Ausgleich nicht mehr. Er wäre verdient gewesen.

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