Neuer Trainer beim BSV Rehden: Interview mit Andreas Petersen

„Meine Philosophie ist offensiv ausgerichtet“

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Trainer Andreas Petersen wünscht sich eine schnelle Identifikation mit dem Ort Rehden und dem Verein. Klar, dass der künftige BSV-Coach daher gestern gern neben Maskottchen „Rehdinho“ posierte.

Rehden - Von Arne Flügge. Andreas Petersen wird im Sommer neuer Trainer des Fußball-Regionalligisten BSV Rehden. Im Interview spricht der 53-Jährige über sich, seine Ziele, seine Philosophie und einen besonderen Traum.

Herr Petersen, Sie hatten noch mehrere Angebote auch aus der Regionalliga Nord. Warum haben Sie sich für den BSV Rehden entschieden?

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Andreas Petersen:Ich habe hier sofort eine Aufbruchstimmungin einem aufstrebenden Verein gespürt, in dem gute Bedingungen herrschen. Eine starke Mannschaft in einem kleinen Verein weiterzuentwickeln, ins Rampenlicht zu führen, ist eine sehr interessante und reizvolle Aufgabe. Rehden kann stolz darauf sein, was der Club bisher geleistet hat, und es ist noch einiges möglich. Für mich ist es eine Ehre, dass der Club dabei an mich gedacht hat. Ich habe gleich das Vertrauen gespürt. Ich habe in meiner Trainerkarriere oft aus Scheiße Bonbons machen müssen. Hier in Rehden ist man aber viel, viel weiter. Hier finde ich schon etwas Tolles vor.

Sie bringen Ihren Co-Trainer Danny König aus Magdeburg mit, weil . . .

Petersen:. . . wir ein richtig gutes Team sind und er ein absoluter Fachmann ist. Es war die einzige Forderung, die ich Herrn Schilling bei den Verhandlungen mit auf den Weg gegeben habe. Danny ist ein überragender Trainer, der haarscharf analysieren kann.

Werden Sie in Bremen in der Nähe Ihres Sohnes Nils wohnen oder in Rehden?

Petersen:Ich werde in Rehden wohnen, um möglichst schnell eine Identifikation mit dem Ort und dem Verein herzustellen. Natürlich werde ich Nils häufiger mal besuchen und dann auch dort übernachten.

Sie haben sich bereits Spiele des BSV Rehden angeschaut. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen?

Petersen:Ich habe die Spiele in Eichede und gegen Braunschweig gesehen. In der Mannschaft steckt sehr viel Qualität. Defensiv gehört das Team zu den Spitzenmannschaften der Liga, offensiv hingegen ist das eher durchwachsen. Die Torausbeute ist zu mager. Wir müssen es hinbekommen, defensiv so stabil zu bleiben und vorn einfach gefährlicher und effizienter zu sein.

Was auch eine Personalfrage ist. Basteln Sie schon am Rehdener Kader für die neue Saison?

Petersen:Ich habe mich schon mit Herrn Schilling unterhalten, und wir haben ein gutes Netzwerk. Der Verein hat eine bestimmte Philosophie, mit der sich auch die möglichen neuen Spieler auseinandersetzen müssen. Als Trainer musst du zudem ein gutes Gefühl haben, wenn du einen Speiler holst. Er muss ins Beuteschema passen. Und ich bin sicher: Wir werden eine richtig gute Mannschaft haben.

Wie lautet Ihre Fußball-Philosophie?

Petersen:Die Handschrift eines Trainers muss erkennbar sein, und man muss den Zuschauern im Fußball etwas bieten. Daher ist meine Philosophie auch offensiv ausgerichtet. Das heißt natürlich nicht, dass wir Hallodri oder Harakiri spielen werden. Aber schon offensiv. Dafür stehen die Tore doch auf dem Platz. Ich war Stürmer und habe das Erbe an meinen Sohn weitergegeben, obwohl er mehr daraus gemacht hat.

Wie würden Sie sich als Trainer charakterisieren?

Petersen:Ich bin seit über 30 Jahren im Geschäft, habe nur in der dritten oder vierten Liga trainiert. Daher habe ich sehr viel Erfahrung. In jungen Jahren war ich sehr emotional und verrückt. Mittlerweile habe ich die Erfahrung gemacht, auch durch meine Kinder, dass die neue Generation anders tickt. Du musst mehr motivieren und begeistern können, kommunikativer sein. Ich bin zwar immer noch Feuer und Flamme, aber entspannter. Früher war ich schwieriger.

Und wie sind sie als Privatmensch?

Petersen: Ich bin eine ehrliche Haut. Mit mir kann man Pferde stehlen und man auch mal ein Glas Bier trinken. Und ich erwarte auch, dass man zu mir ehrlich ist. Ich mag nicht das Messer im Rücken. Ich bin offen für alle Dinge, philosophiere nach dem Fußball gern über alles Mögliche. Ein ehrlicher Arbeiter, dem der liebe Gott nichts geschenkt hat.

Sind Sie nachtragend?

Petersen:Nein, überhaupt nicht. Wenn man jemanden zusammenscheißt, weil erbeispielsweise Mist gebaut hat, muss man auch so viel Arsch in der Hose haben, denjenigen fünf Minuten später wieder in den Arm zu nehmen.

Ihren jetzigen Club, den 1. FC Magdeburg, können Sie noch mit einem Sieg heute gegen Drittligist Halle in den DFB-Pokal führen, mit Rehden sind Sie bereits dabei. Haben Sie einen Wunschgegner?

Petersen:Ehrlich: Ich habe schon geträumt, dass wir gegen Werder Bremen spielen. Und mein Sohn Nils hat gesagt: ,Ups, Papa, deine Träume stimmen häufig.‘ Das wäre der Brüller.

Verlassen Sie Magdeburg wirklich nur wegen der fehlenden Lizenz für die Dritte Liga?

Petersen:Wir haben uns im Nachhinein auf dieses Thema geeinigt. Ich möchte jetzt auch nicht groß nachkarten. Aber ich habe gemerkt, dass bei den Verantwortlichen zu viel Ungeduld da war, obwohl wir einen klaren Plan hatten. Und den habe ich eingehalten.

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