Rehdens Trainer Muzzicato stolz auf Rehdens 1:1 bei Fast-Meister Flensburg

Mehanovic-Tor und große Moral

Zweikampfstark: Rehdens Innenverteidiger Tobias Esche (links) hindert hier Flensburgs Dominik Hartmann (rechts) am Torschuss. Esche war nur ein Beispiel für die gute Defensivarbeit des BSV. - Foto: ck

Aus Flensburg berichtet Cord Krüger. Wenn Stürmer Fabian Lokaj bis tief ins defensive Mittelfeld hinein nach Bällen stochert, wenn Rechtsaußen Marko Stojanovic in der eigenen Abwehr per Supersprint eine drohende Ecke noch in einen Einwurf abmildert, wenn umgekehrt Linksverteidiger Mirhad Mehanovic ein Kracher-Tor in den Knick hinlegt – dann ist der BSV Rehden nur schwer zu bearbeiten.

Kommen dann noch ein Corvin Behrens als derart emsiger Balleroberer und -verteiler samt Abwehr-Turm Tobias Esche mit seiner Zweikampfstärke dazu, hat selbst ein Regionalliga-Zweiter wie der SC Weiche Flensburg 08 vor eigener Kulisse seine Probleme. „Hut ab vor dem ganzen Team“, pustete Behrens nach dem 1:1 (1:0) am Mittwochabend tief durch: „Das war eine überragende Mannschaftsleistung. Wenn wir jetzt in den letzten Spielen genauso auftreten, steigen wir nicht ab – auf keinen Fall.“

Sein Trainer Benedetto Muzzicato fand’s „sensationell. Ich bin richtig stolz auf die Jungs. Mit so einer Leistung vor 1400 Zuschauern können die nächsten zwei Spiele gar nicht schlecht werden.“ Springen dann noch zwei Siege heraus – am Sonntag ab 14.00 Uhr bei Hannover 96 II und am Mittwochabend zu Hause gegen Eintracht Norderstedt – wäre Rehden gerettet. Denn der aktuell vor dem BSV stehende VfB Oldenburg auf dem rettenden Platz 14 weist nur zwei Punkte mehr auf – bei einer ausstehenden Partie weniger.

Dabei hatte der Auftritt für die Schwarz-Weißen nach fast sechsstündiger Busfahrt äußerst ungünstig begonnen – mit der Verletzung von Abwehrchef Michael Wessel im Zentrum der Drei-Mann-Innenverteidigung zwischen Esche und Canzian da Silva. Nach einer Viertelstunde stakste er mit einer schmerzhaften Blockade vom Platz. Doch schon kurz darauf durfte er das 1:0 bejubeln – eingeleitet vom für ihn eingewechselten Neziri, der Mirhad Mehanovic freispielte. Der Linksverteidiger nahm Maß, zog aus 30 Metern ab – und traf in den Winkel des langen Ecks (19.) ! Der haushohe Favorit reagierte erwartungsgemäß wütend, verzweifelte jedoch am bärenstarken Torwart Philip Faderl. Erst kratzte er einen Freistoß von Rene Guder aus dem kurzen Eck (22.), dann parierte er gegen Hartmann (26.), ehe er einen Kopfball von Patrick Thomsen an die Latte lenkte (28.). Zwischendurch zielte Tim Wulff knapp vorbei (27.), und Fiete Sykora als dritter Weiche-Stürmer neben Guder und Wulff ballerte Faderl an (27.). „Aber wir hatten auch Chancen zum 2:0“, erinnerte Wessel an Lokajs Kopfball (34.), Behrens’ strammen Schuss (38.) und Stojanovics Freistoß (45.) – allesamt gut entschärft von Weiches Keeper Florian Kirschke. Bereits zuvor hatten die Rehdener mit „unseren drei mutigen Offensivleuten“ (Muzzicato) mehrfach Nadelstiche gesetzt, eine 2:0-Halbzeitführung angesichts der Flensburger Spielanteile und Möglichkeiten wäre dann aber doch des Guten zu viel gewesen.

Stattdessen fiel kurz nach der Pause das verdiente, allerdings vermeidbare 1:1 – nach einer Rehdener Ecke, die Esche knapp daneben köpfte. Während „Tobi“ sich ärgerte, schalteten die Gastgeber um – und beim langen Ball von Marvin Kleihs auf Guder hätte die BSV-Abwehr Esche gut gebrauchen können. Doch das Gros des Gegentreffers durch Guders Kopfball (49.) ging auf Faderls Kappe. „Schade, dass sich ausgerechnet einer unserer Besten dieses Abends so einen Fehler leistet“, rügte Milos Mandic Faderl für sein zögerliches Rauslaufen: „Wenn ich den Ball gegen die Sonne nicht sehe, ist es besser, auf der Linie zu bleiben.“

„Trotzdem: Philip hat überragend gehalten“, lobte Behrens: „Und wie wir dann nach 49 Minuten dieses 1:1 verteidigt haben, spricht für unseren Teamspirit.“

Der BSV hätte kurz darauf sogar nochmals in Führung gehen können. Der starke Stojanovic bediente Pekrul per feinem Pass, der zog aus dem Lauf ab – aber Kirschke riss reflexartig die Arme hoch (64.). Sein Gegenüber Faderl hingegen bekam im zweiten Durchgang weniger zu tun. „Am Ende fand ich Flensburg ein bisschen einfallslos“, kritisierte Muzzicato das häufige Suchen des Drittliga-Kandidaten nach Standards. Damit wollte er die Energieleistung seines Kollektivs aber nicht kleinreden: „Das war ganz großes Kino.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Kommentare