Lüneburger Offensivkünstler trifft dreifach / Mandic hält Elfer, Paulis erstes Tor

2:5-Klatsche – mit Karabulut als Rehdens Alptraum

+
Da war Rehdens Welt noch in Ordnung: Torschütze Michael Wessel (2.v.l.) lässt sich von Debütant Jeffrey Obst (l.) und Vorbereiter Mattia Trianni (r.) feiern.

Rehden - Von Cord Krüger. Das tat weh! Nur zwei Wochen nach ihrem Niedersachsenpokal-Sieg dürften die Regionalliga-Fußballer des BSV Rehden diese silberne Trophäe im Vereinsheim ab sofort mit ziemlich zerknirschten Mienen ansehen – denn der Pott könnte sie an das heftige Debakel vom gestrigen Abend erinnern: Mit 5:2 (1:2) warf Liga-Konkurrent Lüneburger SK den Titelverteidiger äußerst unsanft und gnadenlos effektiv aus dem Wettbewerb. „Jede Niederlage tut weh – aber diese Art und Weise in der zweiten Halbzeit besonders“, gab BSV-Trainer Andreas Petersen unumwunden zu.

Trotzdem stellte sich der 54-Jährige vor sein auf drei Positionen verändertes Team, in dem sich Neuzugang Jeffrey Obst anstelle von Viktor Pekrul auf der Rechtsverteidiger-Position wiederfand, Andor Bolyki die Innenverteidiger-Rolle des verletzten Stefan Heyken übernahm und Kiala Kifuta Alessandro Ficara in der Offensive verdrängte: „Ich kann meiner Mannschaft nur zwei Vorwürfe machen: Wir haben unsere klar besseren Chancen nicht genutzt und nach der Pause nicht mehr genug gegen den Ball gearbeitet.“

Besonders Omar El-Zein, neben Kifuta im Zwei-Mann-Sturm des 4-4-2-Systems, dürfte heute Nacht nicht gut geschlafen haben: Der aus Nordhausen gekommene „Knipser“ zielte binnen 100 Sekunden zwei Mal am leeren Tor vorbei (43./44.) – erst nach starkem Antritt samt Maß-Flanke von Linksaußen Christian Pauli, dann nach Hereingabe von Mattia Trianni. Dennoch schien zu diesem Zeitpunkt vor 330 Zuschauern in den Rehdener Waldsportstätten alles nach Plan zu laufen – trotz des frühen Dämpfers durch die feine Klinge von Tezcan Karabulut, der einen 22-Meter-Freistoß über die Mauer und unhaltbar für BSV-Schlussmann Milos Mandic ins lange Eck geschlenzt hatte (2.). Rehden reagierte souverän, diktierte konditionell überlegen die Partie und zog ein unterhaltsames Flügelspiel auf. Dennoch brauchte es einen Standard zum Ausgleich: Eine Ecke von Trianni köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Michael Wessel wie am Sonntag im Ligaspiel gegen eben jenen LSK zum 1:1 ins Netz (7.) !

Anschließend bearbeiteten sich beide Seiten in einem temporeichen Auf und Ab. Wessel räumte im Abwehrzentrum alles ab, klärte einmal in höchster Not gegen Karabulut und erntete Szenenapplaus – mehr Brenzliges gab es für den BSV zunächst nicht.

Für Lüneburg schon – und nach einem Kurzpass-Festival im Fünfmeterraum über Kifuta und El-Zein verwertete Pauli El-Zeins Ablage zum 2:1 (37.). „Für mich war das erste Pflichtspiel-Tor natürlich schön“, verriet Pauli hinterher: „Wichtiger aber war, dass wir nun nach einer schlechten ersten Halbzeit am Sonntag eine gute erste Hälfte gespielt haben. Trotzdem hätte ich lieber gewonnen, ganz klar.“

Danach sah es zunächst auch aus. Denn als Mandic den von Bolyki an Karabulut verursachten Elfmeter von Onur Saglam super parierte (44.), schien Lüneburg psychisch im Nachteil.

Doch denkste: Vier Minuten nach einem Pauli-Schuss knapp über den Querbalken schlug Karabulut wieder zu. Wieder per Freistoß, diesmal aus 25 Metern – und diesmal genau in den Knick (57.). „Solche Super-Tore schießt der so oft auch nicht mehr“, staunte Petersen anerkennend – und bezog damit auch Karabuluts 3:2 per Direktabnahme nach Querpass von Nico Hübner mit ein (67.). Rehden musste nun mehr nach vorn werfen, offenbarte Lüneburg Lücken – und die Gäste dankten dies mit Muhamed Alawies 4:2 (80.) und Ali Moslehes 5:2 (89.), der nach einer Rehdener Ecke alle überlief. „Wenn wir am Sonntag so bei Werder II spielen wie heute in der zweiten Halbzeit, wird es richtig schwer für uns“, ahnte Pauli. Dreifach-Torschütze Karabulut war hingegen „einfach nur glücklich: In unseren ersten beiden Liga-Spielen haben wir durch späte Gegentore vier Punkte verschenkt, heute wollten alle nur gewinnen – und ich konnte ein bisschen helfen.“ Und wie.

Mehr zum Thema:

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Meistgelesene Artikel

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Kommentare