Frecher Heber und Seitfallzieher bei Rehdens 9:1 in Wetschen

Lamidi setzt die Highlights

Artistischer Seitfallzieher von Rehdens Moses Lamidi (li.) zum 5:0 – da staunte Dino Maieli nicht schlecht. - Foto: Flügge

Wetschen - Von Arne Flügge. Als Rückkehrer Moses Lamidi in der 28. Minute quer in der Luft lag und einen Lupfer von Jeff Gyasi volley per Seitfallzieher ins lange Eck knallte, ging ein Raunen durchs Publikum. Es war der Treffer zum zwischenzeitlichen 5:0 für die Gäste und gleichzeitig das schönste Tor gestern Abend im Testspiel von Fußball-Regionalligist BSV Rehden beim Landesligisten TSV Wetschen. Am Ende setzte sich der Favorit deutlich mit 9:1 (7:0) durch.

„Ich bin insgesamt sehr zufrieden, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr so viele Tore geschossen haben“, sagte Rehdens Trainer Stephan Ehlers. Doch wenn eine Mannschaft bereits zur Pause so hoch führe, „geht bei den Spielern auch mal die Spannung runter. Das ist nur menschlich. Wir haben immerhin einen Landesligisten deutlich beherrscht. Das war okay.“

Sein Kollege Frank Heyer indes konnte der Leistung seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten so gar nichts abgewinnen. „Die erste Halbzeit war milde gesagt ungeordnet“, fand der TSV-Trainer noch sanfte Worte für den schwachen Auftritt seiner Elf: „Wir haben zu einfache Tore kassiert, hatten keinen Zugriff und standen zu weit auseinander. Das darf uns selbst gegen einen Regionalligisten nicht passieren. Das hat mir nicht gefallen.“

Für die rund 200 Zuschauer war es indes ein unterhalsamer Abend. Bereits in der dritten Minute brachte Lamidi nach Pass von Kai Evers die Gäste mit einem frechen Heber aus 16 Metern mit 1:0 in Führung. „Der darf da nie so freistehen“, haderte Heyer.

Nachdem Rehden in der Folgezeit noch drei Chancen ausgelassen hatte, ging es dann aber Schlag auf Schlag: In der 16. Minute tauchte Gastspieler Rokas Urbelis frei vor Wetschens Torwart Jan Rösler auf und traf zum 2:0.

Acht Minuten später startete dann Rehdens neuer Stürmer Ouly Hugues Magouhi seine große Gala: Zuerst traf „Hugo“, wie er genannt wird, in der 24. Minute zum 3:0, nur 120 Sekunden später legte der 24-Jährige nach Vorarbeit von Urbelis zum 4:0 nach.

Nachdem Moses Lamidi wiederum nur zwei Minuten später sein Traumtor zum 5:0 erzielt hatte (28.), langte „Hugo“ vor der Pause noch zweimal hin: in der 37. Minute mit einem trockenen Schuss aus der Drehung, unmittelbar vor dem Pausenpfiff aus kurzer Distanz – 7:0 (44.). „Hugo ist ein klassischer Neuner. Diese Lockerheit vorm Tor kann man nicht lernen“, freute sich Rehdens Trainer Ehlers. Auch der vierfache Torschütze strahlte: „So kann es weitergehen. Das gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten schweren Aufgaben.“

Als Jeff Gyasi nach einem Eckball bereits in der 47. Minute per Hacke auf 8:0 erhöhte, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das Ergebnis zweistellig wird. Doch jetzt fing Wetschen an zu kämpfen, die Räume enger zu machen. „Wir hatten nach der Pause umgestellt und waren dann auch im Mittelfeld wesentlich präsenter. Das hat mir viel besser gefallen“, sagte Coach Heyer.

Die Gäste agierten nun nach vorn auch zu umständlich, wobei Lars Schulze sich jetzt auch intensiver um „Hugo“ kümmerte und ihn in Schach hielt. Zudem vergab Rehden weitere Möglichkeiten. Besser machte es Oliver Ihnken, der mit der ersten Wetscher Chance auch gleich den Ehrentreffer besorgte (67.).

Erdal Ölge verpasste es sogar, auf 2:8 zu stellen. Wetschens Neuzugang scheiterte per Elfmeter an BSV-Keeper Milos Mandic (84.). Auf der anderen Seite besorgte Gyasi mit seinem zweiten Tor des Abends per Kopfball den 9:1-Endstand für den Regionalligisten.

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