Elfmetertor beschert Rehden 1:0-Coup über Lübeck / „Team aus Freunden“

Krasniqi eiskalt in der Nachspielzeit

Viel unterwegs – aber noch mit Luft für den finalen Schuss: Rehdens Kamer Krasniqi (r.) spulte ein hohes Pensum ab und verwandelte den Elfmeter zum späten Sieg. Foto: Krüger

Rehden - Von Cord Krüger. Drüber. Als Bocar Djumo in der ersten Minute der Nachspielzeit über den Querbalken schoss, wollten schon einige der 330 Zuschauer in den Rehdener Waldsportstätten den Heimweg antreten. Doch Schiedsrichter Felix Bickel zeigte plötzlich auf den Elfmeterpunkt, Kamer Krasniqi legte sich den Ball zurecht – und versenkte ihn eiskalt oben links zum 1:0 (0:0)-Sieg für den BSV Rehden! Drei Punkte gegen den Regionalliga-Zweiten VfB Lübeck, die am Samstag nicht allzu viele im Lager des Tabellenzehnten einkalkuliert hatten. Selbst Heiner Backhaus nicht. Umso tiefer verneigte sich der Trainer vor seinem Team „aus Partnern und Freunden, in dem sich heute jeder solidarisch mit dem anderen erklärt hat. So will ich das jede Woche sehen“, lobte er die Geschlossenheit. Sogar sein Lübecker Trainerkollege Rolf Landerl zollte „Rehdens couragiertem Auftritt“ Respekt. Auch Torschütze Krasniqi, Kilometerfresser im Mittelfeld und Ausführender fast aller Standards (allein zehn der 11:1 Rehdener Ecken), hob die „starke Mannschaftsleistung vom ersten bis zum 19. Mann“ hervor. Sich selbst wollte er in diesem Kollektiv mit einem Durchschnittsalter von nur 22 Jahren weniger erwähnt sehen: „Ich habe am Ende halt Verantwortung übernommen und mir gedacht: einfach reinmachen!“

Das klappte, doch aus zweierlei Gründen sei es kein Elfmeter gewesen, fand VfB-Innenverteidiger Tommy Grupe: „Erstens war der Stürmer außerhalb des Sechzehners, zweitens wurde er zwar geblockt, schloss aber noch ab.“

Schiri Bickel ahndete jedoch das seitliche Einsteigen von VfB-Kapitän Daniel Halke, zuvor mit einem griffigen und grundsoliden Part rechts in Lübecks Dreierkette, nachdem er Djumos Vorteil mit dem Schuss abgewartet hatte. „Kann man geben“, urteilten die Schiedsrichter-Beobachter Lars Heitmann und Jan-Eike Ehlers, während Backhaus von „Glück“ und einem „fragwürdigen Elfmeter“ sprach. Krasniqi sah es als ausgleichende Gerechtigkeit: „Zuletzt sind wir mit dem späten 0:1 in Norderstedt bestraft worden, heute haben wir uns belohnt.“

Und zwar für eine hoch konzentrierte Leistung, bei der Backhaus lediglich „die Durchschlagskraft im Angriff“ vermisste. Weil aber gleichzeitig seine diesmal nicht als Dreier-, sondern als Viererkette formierte Defensive zweikampf- und laufstark jegliche Räume zustellte, wurde es zunächst weder hüben noch drüben gefährlich. Erst in Minute 24 gab der Ex-Rehdener Kresimir Matovina, von Landerl im linken Mittelfeld aufgeboten, den ersten Torschuss der Partie ab (knapp am linken Lattenkreuz vorbei). Es war der Weckruf für die Platzherren: Nach einer Ecke des agilen BSV-Achters Krasniqi köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Jakob Lewald druckvoll, aber drüber (25.). Auch Shamsu Mansaray verfehlte aus der zweiten Reihe (26.). Nachdem Lübecks Dennis Hoins einen Querpass von Yannick Deichmann aufgenommen und knapp am langen Eck vorbei gezielt hatte (28.), versuchte es auf der anderen Seite Rhami Ghandour: Dominic Cyriacks tippte einen Freistoß kurz an, Ghandours langer Ball senkte sich bedrohlich – und VfB-Keeper Lukas Raeder lenkte ihn gerade so zur Ecke (29.). Zudem parierte er einen Schuss von Mansaray klasse (31.).

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff musste Rehdens Keeper Nick Borgman bei einem Schuss von Sven Mende aus sechs Metern sein ganzes Können aufbieten (50.). Auf der anderen Seite war Raeder bei einem Kopfball Lewalds nach einer Krasniqi-Ecke auf dem Posten (55). Kurz darauf rauschte ein Drehschuss des zum zweiten Durchgang eingewechselten Lübeckers Lucas Will knapp am kurzen Eck vorbei (57.). Die letzte große BSV-Chance vergab Mansaray, der nach einem VfB-Lapsus in der Abwehr den Ball aufnahm, aber an Raeder scheiterte (76.). Lübeck wiederum hatte nur noch eine Freistoß-Möglichkeit durch den Ex-Osnabrücker Ahmet Arslan (78.), den Borgman sicher hielt. „Nur eine gute zweite Halbzeit ist zu wenig, um hier drei Punkte mitzunehmen“, urteilte Landerl folgerichtig.

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