Rehdens Stürmer schießt alle drei Tore im Duell um DFB-Pokal-Platz / Uzelac: „Das i-Tüpfelchen der Saison“

Kosenkow sei Dank: Bayern kann kommen!

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Da gab's kein Halten mehr: Nach dem 3:0 im Spiel um den DFB-Pokal-Startplatz tanzten die Rehdener Spieler Erdal Ölge, Edvinas Jasaitis, Björn Lambach, Tim Becker, Christian Hegerfeld, Stefan Heyken, Viktor Pekrul (v.l.), Michael Wessel (Nummer 4), Christian Raudales (20) und Rui Pereira (r.) auf dem Wolfsburger Platz. ·

Wolfsburg - Von Cord Krüger · Ciao, ciao, Lupo Martini! Jetzt warten die Regionalliga-Fußballer des BSV Rehden auf das große Los in einer Kategorie irgendwo zwischen Bayern und Bremen.

Nach dem 3:0 (1:0)-Triumph gestern Abend beim italienischen Arbeiterclub aus der Autostadt im Spiel um den letzten freien niedersächsischen Platz für den DFB-Pokal dürfen die Schwarz-Weißen nun von Bundesliga-Prominenz zum Start der neuen Saison träumen. Mann des Abends im „Lupo Stadio“: Paul Kosenkow, der alle drei Tore erzielte und nach dem Abpfiff erst spät wieder Bodenhaftung bekam. Denn alle Teamkollegen wollten den Außenstürmer einzeln in den Himmel recken.

„Das war Pauls Tag“, jubelte BSV-Trainer Predrag Uzelac: „So überlegt, wie er das 1:0 macht – ganz stark.“ Der Matchwinner selbst wusste schon kurz nach dem Rehdener Freudentänzchen vor dem BSV-Fan-Block, was er sich als Belohnung wünscht – nämlich niemand Geringeren als einen DFB-Pokal-Gegner aus der Bundesliga: „Super. Jetzt soll ein Verein von oben zu uns kommen – wer genau, ist egal.“

Dabei hatte der Abend alles andere als schön für die Reisegruppe aus Rehden begonnen: Stürmer Alexander Neumann ließ sich kurz nach der Ankunft wieder aus Wolfsburg abholen. „Alex hat mir mit Tränen in den Augen gesagt, dass er zu seinem Vater muss“, schilderte Uzelac, dem die Familienangelegenheit selbst sehr nahe ging. Deshalb sagte er in der Mannschaftsansprache vor dem Anpfiff, „dass wir jetzt für Alex gewinnen müssen“.

Die Worte kamen an. Das Duell der beiden unterlegenen NFV-Pokal-Halbfinalisten begann zwar verhalten, „aber wir hatten gefühlte 90 Prozent Ballbesitz“, urteilte Kosenkow. Rehden zog das Spiel breit, wechselte stetig die Flanken, hütete sich aber davor, gegen den Oberliga-Zweiten ins offene Messer zu laufen: „Die haben schnelle Leute – also wollten wir auf keinen Fall in einen Konter laufen. Davor habe ich gewarnt“, verdeutlichte Uzelac.

So musste Lupo-Keeper Lennart Gutsche erst nach 17 Minuten bei einem Schuss von Björn Lambach zupacken. Auf der anderen Seite meisterte Tim Becker, der für den verletzten Celio Rocha im BSV-Tor stand, den ersten Wolfsburger Schuss von Elvir Zveratic (19.). Rehden spielte weiter ansehnlich über die Flügel – unterstützt durch die auffälligen Außenverteidiger Viktor Pekrul und Christian Hegerfeld. Doch der letzte Ball kam irgendwie nicht an. Bis zur 37. Minute, als Stefan Heyken per Kopf nach Freistoß des wieder mal starken Christian Raudales Gutsche zur Glanzparade zwang. Die Aktion wirkte wie ein Startsignal zu einem packenden Spiel: Viktor Pekrul köpfte knapp drüber (39.), Tim Becker reagierte glänzend gegen Vito Galluzzi (41.) – und dann flitzte wieder Paul Kosenkow über den rechten Flügel heran: Der hohe Ball von Raudales hatte seinen Weg hinter die Lupo-Abwehr gefunden, Kosenkow nahm ihn an, umtanzte Keeper Gutsche und schob Sekunden vor dem Pausenpfiff ein – 1:0!

„Die Tore fielen natürlich zum richtigen Zeitpunkt“, grinste Mittelfeld-Rackerer Lambach. Damit meinte er auch das 2:0 im ersten BSV-Angriff nach Wiederanpfiff. Danny Arend hatte sich über links durchgetankt, flach in den Strafraum gegeben – und Kosenkow vollstreckte aus kurzer Distanz (46.). Lupo-Trainer Francisco Coppi reagierte, wechselte nun doch seinen angeschlagenen Torjäger Mario Petry ein – doch die Gäste überstanden die Druckphase, zu der sich nach einer Stunde auch der nächste eingewechselte Stürmer Andrea Rizzo gesellte. Die kopfballstarken Stefan Heyken und Michael Wessel entschärften fast jede Flanke, Becker hielt gegen Leszek Hladuniuk (52.) und Petry (67.), Zveratic traf nur das Außennetz (71.). Der BSV kam seltener zum Zuge, aber wenn, dann effizient: Anton Dietz riss den durchgesprinteten Raudales 17 Meter vor dem Tor als letzter Mann um und sah die Rote Karte (87.), und Kosenkow machte mit dem 3:0 nach Linkshereingabe von Edvinas Jasaitis alles klar (90.). „Dieser Sieg und de Teilnahme am Pokal sind das i-Tüpfelchen der Saison“, strahlte Uzelac.

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