Rehden gibt erneut Führung aus der Hand

Könige wider Willen

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Die Rehdener Kiala Kifuta (li.) und Kevin Artmann (re.) stellen Meppens Alexander Hahn. Am Ende trennten sich beide Mannschaften 2:2.

Meppen - Von Arne Flügge. Als Björn Wnuck am späten Freitagabend in der MEP-Arena das 2:2 gegen den SV Meppen bilanzierte, hatte der Trainer von Fußball-Regionalligist BSV Rehden „irgendwie ein Déjà-Vu. Wir haben wieder zwei Mal geführt und uns am Ende nicht für unseren immensen Aufwand mit einem Sieg belohnt.“

Dieses Erlebnis hatten die Rehdener in dieser Saison bereits häufiger. Ob in Cloppenburg, bei Werder II oder jetzt in Meppen. „Das ist bitter“, sagte Wnuck, „wir bekommen die Gegentore viel zu schnell.“ Und auch viel zu simpel. Es ist, als würde die Mannschaft nach einer Führung abschalten und erstmal genießen, anstatt konzentriert weiterzuspielen. Und schon rappelt es hinten. „Es ist wirklich ein leidiges Thema“, seufzte Mittelfeldspieler Kevin Artmann, „schießen wir ein Tor, halten wir die Spannung nicht hoch. Das war beim 1:1 so, und beim 2:2 war es die selbe Chose.“

Nun ist es ja nicht so, dass der BSV Rehden in einer Krise steckt. Seit neun Spielen in Folge ist die Mannschaft jetzt ungeschlagen. „Das ist superklasse, und ich möchte diese Serie auch nicht schlecht reden. Doch wir könnten noch weitaus besser dastehen“, meinte Artmann – und fügte an: „Diese scheiß Unentschiedenspielerei bringt uns nicht weiter.“

Schließlich sind nicht nur beim Rehdener Kapitän die Ansprüche gestiegen. Das gesamte Team hat sich in dieser Saison enorm weiterentwickelt. Die Qualität im Kader ist groß. Und gerade deswegen ärgert es Artmann, dass bislang am Ende nicht mehr Siege herausgesprungen sind. „Wir wollen uns in der Spitzengruppe festbeißen und die ganz Großen ärgern. Doch wenn wir da reinstoßen und den Topteams Paroli bieten wollen, müssen wir Spiele wie in Bremen oder Meppen gewinnen“, sagte der 28-Jährige. Das unterscheide den BSV Rehden noch von einer richtigen Spitzenmannschaft. Artmann: „Dabei haben wir doch die Qualität dafür.“

In der Tat haben sich die Rehdener mittlerweile den Titel der Remiskönige inne. Wider Willen freilich. Vier Siege, sieben Unentschieden und nur eine Niederlage – das ist die bisherige Bilanz. Allein in den sechs Auswärtsspielen gab es bisher sechs Mal eine Punkteteilung. „Das ist zu wenig“, meinte Artmann, „wir können da noch wesentlich mehr rausholen.“

Doch dafür muss die Konzentration über die gesamten 90 Minuten hochgehalten werden. Gerade nach einer Führung. „Ein Vorsprung muss uns doch eigentlich Sicherheit geben, er verschafft uns doch einen Vorteil. Aber wir ruhen uns noch zu sehr auf einer Führung aus. Daran müssen wir jetzt arbeiten. Wir müssen lernen, cleverer sein.“

Natürlich, so der Kapitän, sei vieles unheimlich positiv. „Wir spielen einen tollen Fußball, kombinieren stark, schalten schnell um“, zählte der Ex-Profi auf. Doch auf der anderen Seite würden nur die Ergebnisse zählen. „Und die“, räumte Artmann ein, „sind bei unserem Potenzial momentan nicht wirklich befriedigend, wenn wir nur Unentschieden und keine Siege einfahren.“

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