Kobylanski schießt Werder II zum Sieg

Ein packendes Spiel ohne Rehdener Happy End – 0:1

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Stürmer Alexander Neumann – hier links gegen Werders Clemens Schoppenhauer – lieferte ein enormes Aufpensum ab, half auch hinten mit aus und scheute keinen Zweikampf. n

Rehden - Von Arne Flügge. Als die Partie nach 92 Minuten abgepfiffen wurde, nahm Milos Mandic erstmal einen Schluck Wasser aus der Pulle, ehe er die Plastikflasche frustriert ins Netz feuerte.

Der Torhüter von Fußball-Regionalligist BSV Rehden hatte ein Riesenspiel gemacht, gehalten, was zu halten war – doch am Ende ging er zusammen mit seinen Kollegen als Verlierer vom Platz. Mit 0:1 (0:0) unterlag Rehden gestern vor 950 Zuschauern in den Waldsportstätten dem SV Werder Bremen II und kassierte damit die dritte Saisonniederlage.

Die durchaus vermeidbar gewesen war. Doch 15 schläfrige Minuten der Hausherren nach dem Wechsel reichten den Bremern, um die Partie durch den Treffer von Martin Kobylanski (51.) erfolgreich zu gestalten. „Wir waren in dieser Phase überhaupt nicht wach. Der Gegner konnte sich den Ball zuschieben. Wir haben fast um das Gegentor gebettelt“, seufzte Mandic. Und Trainer Björn Wnuck fügte zerknirscht an: „Beim Doppelpass laufen wir nur hinterher, und innen stehen wir viel zu weit weg von Kobylanski. Das war zu einfach. Diese Niederlage war unnötig.“

Schließlich hatten sich der BSV Rehden und Werder II über die gesamte Spielzeit ein Duell auf Augenhöhe geliefert. Und das, obwohl die Gäste mit einer Reihe von Spielern aus dem Profikader angetreten waren: Martin Kobylanski, Davie Selke, Torben Rehfeldt, Tom Trybull, Levent Aycicek, Aleksandar Stevanovic und Mateo Pavlovic. „Und gerade diese Jungs haben heute eine Topleistung abgeliefert“, lobte Werder-Trainer Viktor Skripnik die Leihgaben und versprach: „Das werde ich an Robin Dutt weitergeben.“

Umso bemerkenswerter war somit, dass die Rehdener den unheimlich spielstarken Bremern ein sehr intensives Spiel mit unheimlich viel Tempo, mit packenden Zweikämpfen, zahlreichen Torraumszenen und Chancen auf beiden Seiten lieferten. „Ein Spiel, das auch 4:4 hätte ausgehen können“, räumte Skripnik später ein: „Heute war das Glück etwas auf unserer Seite. Es war ein offenes Spiel zweier starker Mannschaften.“ Mit zahlreichen Großchancen. Der Zeitraffer der ersten Halbzeit: 3. Minute: Kobylanski scheitert an Mandic. 9. Minute: Luca-Milan Zander rettet erst nach einem Schuss von Alexander Neumann auf der Linie und wehrt anschließend auch den Nachschuss von Taiki Hirooka ab. 26. Minute: Aycicek setzt einen Konter knapp am langen Eck vorbei. 31. Minute: Nach Pass von Neumann trifft Danny Arend aus sechs Metern. Angeblich stand er aber im Abseits (siehe Extra-Story). 40. Minute: Hirookas Volleyschuss geht hauchzart vorbei. 41. Minute: Mandic zeigt eine Klasseparade gegen den freistehenden Rehfeldt. „Da hat auf beiden Seiten in der Defensive einiges nicht geklappt“, urteilte BSV-Coach Wnuck. Den Zuschauern durfte das nur Recht gewesen sein. Sie hatten bis dato ein tolles Fußballspiel gesehen.

Nach dem Wechsel lief beim BSV Rehden plötzlich nichts mehr zusammen. Werder konnte nach Belieben schalten und walten. Nur Sekunden nach der Pause traf Kobylanski die Latte, ehe er fünf Minuten später doch das Tor des Tages erzielte. Vier Minuten darauf schoss Kobylanski drüber, drei Minuten später traf Stevanovic nur das Lattenkreuz (58.). „Wir waren überhaupt nicht präsent“, schimpfte Wnuck. Und als dann noch Daniel Gunkel wegen Meckerns Gelb-Rot sah (70.), glaubten viele bereits an das endgültige K.o. der Gastgeber. Doch weit gefehlt. Rehden bäumte sich noch einmal auf und lieferte den Bremern eine packende Schlussphase, in der Florian Stütz, Debütant Bryan Jordan und zwei Mal der junge Ricardo Tenti den Ausgleich auf dem Fuß hatten. Auf der anderen Seite scheiterte Melvyn Lorenzen an Mandic, und Stevanovic Schuss krachte gegen den Pfosten.

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