Kiene: „Klassenerhalt dicht vor Augen“ / Lamidi und Gyasi als Vorentscheider

Land in Sicht nach Rehdens Kaperfahrt in Lübeck – 4:0

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Da kam Rehdens Abu Bakarr Kargbo (vorn) nicht mehr ran – doch der weite Kopfball von Jeff Gyasi (l.) fand trotzdem den Weg ins Tor – 3:0! Die Lübecker Sven Theißen, Moritz Marheineke und Keeper Jonas Toboll (v.l.) konnten nur noch zuschauen.

Aus Lübeck Berichtet - Cord KrügerMassenhaft Endorphine – durchmischt mit Adrenalin und sonstigen Hormonen, die anscheinend einiges freisetzen: Zu sehen und zu greifen am Samstag auf dem Rasen des VfB Lübeck, als sich die Fußballer des BSV Rehden nach ihrem 4:0 (1:0)-Triumph beim Regionalliga-Fünften VfB Lübeck freudetrunken rüttelten, drückten, anschrien. „Niemand kann uns mehr schlagen, niemand!“, brach es aus Mittelfeldmann Marcel Stutter heraus. Und Rechtsverteidiger Viktor Pekrul, wieder Kapitän anstelle des verletzten Kevin Artmann, brüllte inmitten des Mannschaftkreises: „Jetzt geben wir kein Spiel mehr ab!“ Möglich wär's. Selbst ihr Trainer Alexander Kiene, sonst gern auf Bodenhaftung aus, urteilte: „Sehr eindrucksvoll.“

Er, der in seinen zuvor acht ungeschlagenen Spielen als Chefcoach stets beschwichtigt hatte, dass „noch nichts erreicht“ sei, meldete nach Nummer neun unter seiner Regie so etwas wie Land in Sicht: „Jetzt haben wir das Ziel Klassenerhalt dicht vor Augen, und dazu kann ich alle im Verein, insbesondere die Spieler, nur beglückwünschen.“

Mit diesen Spielern war er in der Anfangsphase im Stadion an der Lohmühle auch ziemlich zufrieden: „Wir sind gut in die Partie gekommen und haben die taktischen Vorgaben sehr gut umgesetzt“, lobte er das frühe Attackieren und Offensivpressing. Die Hausherren brachte das aus dem Konzept, wie Lübecks Kapitän Moritz Marheineke gestand: „Wir haben uns ziemlich viele Fehlpässe geleistet. Schwer zu sagen, woran das lag.“

Erst in Minute 17 sahen die 1458 Zuschauer den ersten Schuss aufs Tor von BSV-Schlussmann Milos Mandic, der den Versuch von Tomek Pauer sicher hielt. Nach dieser Szene kam der VfB besser zurecht – auch, „weil wir zu große Abstände gelassen haben, unsere Linien nicht kompakt genug standen und wir weniger Zugriffe im Eins gegen Eins hatten“, monierte Kiene. „Aber es gehört zur Entwicklung dieser Mannschaft, sich aus solchen Phasen herauszuarbeiten.“

Und das schaffte sie! Danny Arend legte auf der linken Seite ein Solo hin, bei dem Dennis Wehrendt und Lukas Knechtel nicht mitkamen, flankte in den Rücken der Abwehr – und aus zehn Metern traf Moses Lamidi per Scherenschlag in der Luft zum 1:0 (37.). Das zweite Tor in Lamidis zweitem Spiel als Artmann-Stellvertreter „hat uns in die Karten gespielt“, wusste Kiene: „Ich habe den Jungs vorher gesagt, dass wir mehr Räume bekommen, wenn wir früh in Führung gehen und die Null halten.“ Diese Null stand bis zum Ende, weil Lübeck viel Pech im Abschluss hatte und ein halbes Dutzend Bälle knapp vorbei oder drüber rauschten. Ansonsten stand die Defensive sicher – selbst nach dem Ausfall von Abwehrchef Stefan Heyken, der sich vier Minuten nach Wiederanpfiff an den linken Oberschenkel fasste. „Ob Zerrung oder Muskelfaserriss – das müssen wir am Montag sehen, wenn Stefan beim Doc war“, meinte Kiene: „Es war die Stelle, an der er schon im Spiel gegen Meppen Probleme hatte.“

Doch wie beim 2:1-Sieg in Meppen vertrat ihn der aus der Doppel-Sechs zurückbeorderte Jeff Gyasi super, ließ hinten nichts anbrennen – und köpfte bei einer Pekrul-Ecke das 2:0 ins lange Eck (63.). Da ahnte Kiene, „dass es gelaufen ist. Und mit zwei Kontern haben wir den Sack zugemacht.“ In Gestalt durch zwei Joker: Einen brachte Matthias Tietz nach Querpass von Abu Bakarr Kargbo zum 3:0 unter (77.), das 4:0 legte Tietz Paul Kosenkow vor, der schon 59 Sekunden nach seiner Einwechslung im Nachsetzen traf (86.). „Wer auch reinkommt – er funktioniert“, freute sich Kiene. Mit dieser Flexibilität lässt sich viel erreichen.

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