Kiene-Ausstieg kein Grund der Heimpleite

Selbstkritik ohne Suche nach Alibis

+
Am Boden ist Sandy Peter Röhrbein (l.) nicht. Doch der Interimscoach musste gegen Drochtersen schon etwas leiden.

Rehden - Es war der Tiefpunkt einer ohnehin schon deprimierenden Woche, die niemand beim BSV Rehden jemals wieder so erleben möchte. Doch nach der 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen Aufsteiger SV Drochtersen/Assel beteuerten alle Schwarz-Weißen unisono, dass diese Schlappe am Samstagnachmittag nichts mit dem überraschenden Abgang ihres Trainers Alexander Kiene zu tun hatte. „Ich bin zwar enttäuscht, dass er uns so fallen gelassen hat – schließlich war er derjenige, der immer den Teamgeist und das gemeinsame Ziel beschworen hat“, sagte Mittelfeldmann Marcel Stutter über den am Mittwoch zurückgetretenen Coach: „Und noch am selben Tag lässt er sich in Havelse fotografieren“, ärgerte sich der Sechser über Kienes flotte Vorstellung beim Liga-Konkurrenten. Doch diesen Einschnitt wollte er nicht als Entschuldigung für die erste Heimniederlage des Jahres gelten lassen: „Wir waren in den Tagen vorher trotzdem gut drauf. Nur heute habe ich die schlechteste erste Halbzeit gesehen, die wir je gespielt haben.“

BSV-Torwart Milos Mandic stimmte zu: „Hatten wir heute überhaupt eine Torchance?“, fragte der Keeper beim Gang zur Kabine. Und ob! In Form des Pfostenkrachers von Jeff-Denis Fehr nach sieben Minuten. Doch danach brachte der BSV in der Box kaum noch Zwingendes zustande. Und das, meinte Stutter, lag nicht an Kienes Flucht aus Rehden: „Wir wussten, dass Drochtersen viel mit langen Bällen arbeitet, und das hatten wir auch gut im Griff. Aber nach vorn war das einfach zu wenig.“

Mandic hat dies „nicht zum ersten Mal in den zurückliegenden sechs Wochen“ beobachtet: „Schon die Spiele in Goslar und Flensburg oder die erste Halbzeit gegen Schilksee waren echt schwach“, erinnerte der Schlussmann an einige der letzten Partien unter Kienes Regie. Nun sei die Situation zwar „alles andere als befriedigend, aber er hat eigentlich eine intakte Mannschaft zurückgelassen. Da muss jeder von uns in der Lage sein, diese Unruhe 90 Minuten lang auszublenden“, forderte Rehdens Nummer eins.

Interimstrainer Sandy Peter Röhrbein stellte sich hingegen vor sein Team: „Es war eine schwierige Woche für die Jungs. Ich mache ihnen keinen Vorwurf.“ Sogar von einem Ex-Rehdener ernteten die BSV-Kicker Verständnis: „Kienes Aus kam auch für mich überraschend – gerade im Moment schien doch alles hier so gut zu laufen“, schilderte Drochtersens Stürmer Alexander Neumann, bis Sommer 2014 noch beim BSV. „Natürlich trägt das jetzt der eine oder andere mit sich herum.“ Neumann selbst konnte darauf keine Rücksicht nehmen. Er leitete das Tor des Tages von Jasper Gooßen (71.) ein.

ck

Mehr zum Thema:

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Die deutschen Promis bei der Berliner Fashion Week - Bilder

Die deutschen Promis bei der Berliner Fashion Week - Bilder

Grippewelle 2017: Die aktuelle Lage in Deutschland

Grippewelle 2017: Die aktuelle Lage in Deutschland

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Kommentare