Kevin Artmann schießt bärenstarke Rehdener zum 2:0 gegen den HSV II

Die Stunde des Dirigenten

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Rehdens Doppeltorschütze Kevin Artmann (li.) nahm auch die Glückwünsche von Michael Wessel entgegen.

Rehden - Von Arne Flügge. Als Kevin Artmann in der 73. Minute das Feld verließ, erhoben sich die meisten der rund 500 Zuschauer in den Waldsportstätten von ihren Plätzen und applaudierten. Beim überraschenden 2:0 (2:0)-Sieg von Fußball-Regionalligist BSV Rehden über den Tabellendritten Hamburger SV II hatte der Kapitän beide Tore erzielt. Kevin Artmann – Man of the Match!

„Das kann man diesmal wohl so sagen“, grinste der 28-Jährige später. In der neunten Minute hatte er einen tollen Pass von Jeff Gyasi aufgenommen und den Ball aus halbrechter Position mit dem linken Außenrist ins lange Eck geschlenzt. „Den wollte ich genauso dahin haben“, meinte Artmann, „aber natürlich gehört dann auch ein bisschen Glück dazu.“ In der 16. Minute knallte der Ex-Werder-Profi den Ball dann aus 18 Metern mit links genau in den rechten oberen Giebel. Da gab es selbst für den ansonsten bärenstarken HSV-Keeper Alexander Brunst nichts zu halten. „Den hab’ ich wirklich gut erwischt“, strahlte Artmann. Und Keeper Milos Mandic lobte: „Das waren zwei überragende Aktionen von Kevin.“

Doch in der Stunde des Triumphes wollte Artmann die Lorbeeren nicht für sich allein einheimsen. „Es war ein Sieg der Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben wir spielerisch und taktisch eine überragende Leistung gezeigt“, lobte Artmann das gesamte Team.

Rehden war von der ersten Minute an hellwach, zeigte eine große Laufbereitschaft und ein unglaublich intensives Pressing, mit dem die Hamburger überhaupt nicht zurecht kamen. Schon in der dritten Minute hatte der BSV den Torschrei auf den Lippen, aber Abu Bakarr Kargbo stand bei seinem Abstaubertor im Abseits. Doch die Rehdener ließen sich davon nicht beirren und gingen bis zur 16. Minute durch die beiden Treffer von Artmann mit 2:0 in Führung. „Wir haben sehr aggressiv verteidigt und mutig nach vorn gespielt“, lobte BSV-Trainer Alexander Kiene den engagierten Auftritt seiner Mannschaft: „Die Mannschaft hat die Spielphilosophie überragend umgesetzt.“

Und sie hatte einen Keeper zwischen den Pfosten, auf den Verlass war, wenn es brenzlig wurde. So klärte Mandic in der 22. Minute per Fußabwehr gegen den freistehenden Holger Nils Brüning. „Das war für mich eine der entscheidenden Szenen“, sagte Artmann: „Milo hält den Ball überragend und uns damit im Spiel. Er hat damit auch seinen Kritikern gezeigt, dass er eine unheimliche Qualität hat.“ Mandic blieb bescheiden: „Ich habe nur meinen Job gemacht...“

Den verrichtete der Keeper in der ersten Halbzeit noch zwei Mal gegen Nico Charrier (24.) und Brüning (26.) erstklassig, während Rehdens Kargbo zwischenzeitlich das 3:0 verpasst hatte (25.). Auch zehn Minuten später hatte Kargbo kein Glück, scheiterte erneut an Brunst. „Wenn wir das dritte Tor nachlegen, ist die Partie entschieden“, meinte BSV-Coach Kiene.

So musste der BSV Rehden nach dem Wechsel gegen wütend anrennende Hamburger in den Infight gehen – und bestand die Belastungsprobe mit Bravour. Denn der HSV II kam gegen die vielbeinige Rehdener Defensive kaum noch zu gefährlichen Aktionen. Auf der anderen Seite hätten die Gastgeber bei mehreren Kontermöglichkeiten den Deckel drauflegen müssen. Trainer Kiene war dennoch „sehr, sehr stolz auf die Leistung der Mannschaft. Wir hatten Struktur und Ordnung und haben zu Null gespielt. Das ist die Basis für Erfolg.“ Und im Abstiegskampf haben die Rehdener mit diesem Sieg drei big points gesammelt. Doch Kiene warnte: „Wir sind noch nicht durch.“

Schon am Freitag in Meppen soll die Serie von nun neun ungeschlagenen Spielen in Folge ausgebaut werden. „Wenn wir diesen Weg fortsetzen“, sagte Kiene, „bin ich zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen und das kleine Wunder vollenden.“

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