Trainer des VfL Wolfsburg II traut morgigem Gegner Großes in Regionalliga zu

Ismael ist sicher: „Es wird schwer, Rehden zu knacken“

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Valerien Ismael zeigt es an. Er will mit Wolfsburg II nach vorn. Doch auch Rehden räumt er eine gute Chance im Titelkampf ein.

Rehden/Wolfsburg - Von Cord Krüger. Den BSV Rehden kennt Valerien Ismael bereits seit der Vorsaison. Damals gewann er als Trainer mit Hannover 96 II 2:1 in den Waldsportstätten, musste im Rückspiel aber ein 0:1 hinnehmen.

Seitdem hat sich einiges verändert – auch für ihn. Der Neu-Coach des VfL Wolfsburg II spricht vor dem morgigen Auftritt ab 15 Uhr in den Rehdener Waldsportstätten über den Start seines Teams, die Stärke der Liga und das Potenzial des BSV Rehden.

Herr Ismael, nach sechs Jahren als Spieler, im Management und zuletzt als Trainer der U 23 haben Sie Hannover 96 verlassen. Wie lange mussten Sie überlegen, als der VfL Wolfsburg lockte?

Valerien Ismael (37):Allein die Namen Klaus Allofs und Dieter Hecking waren ein Anreiz. Mit beiden hatte ich als Spieler eine erfolgreiche Zeit (unter Manager Allofs von 2003 bis 2005 bei Werder und mit Trainer Hecking von 2007 bis 2009 bei 96, d. Red.). Andererseits war in Hannover noch meine Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Planung. Aber wenn man sich schon so gut kennt, weiß man, dass man die gleichen Visionen hat. Das hat mir die Entscheidung erleichtert.

Nach dem 1:1 in Goslar am zweiten Spieltag wirkten sie zufriedener als nach dem jüngsten 2:0 über Norderstedt. Warum die deutliche Kritik trotz des Sieges?

Ismael:Die Mannschaft muss lernen, immer bereit zu sein, 100 Prozent Leistung abzurufen und Vorgaben zu respektieren. 80 Prozent reichen nicht. Man braucht also nicht immer eine Niederlage, um Kritik zu üben. Niemand darf hier anfangen, sich zu schonen.

Sie hatten also Selbstzufriedenheit ausgemacht?

Ismael:Ja, und es war auch nachvollziehbar, weil die Jüngeren noch lernen müssen, erst zufrieden zu sein, wenn man seine Ziele erreicht hat. Und wir haben hohe Ziele.

Sie sprechen es an, und auch viele Ihrer Trainerkollegen nennen Wolfsburg II als Titelkandidaten. Spüren Sie großen Druck?

Ismael:Nein, den Druck machen wir uns selbst: Wir wollen mittelfristig in die Dritte Liga, dafür haben wir einen großen Kader, der in der Breite gut aufgestellt ist. Ich denke, wir können eine gute Rolle im Meisterschaftskampf spielen, aber wir sind nicht die einzigen. Rehden zähle ich auch dazu. Es wird sehr interessant. Ich glaube, in der Regionalliga Nord geht es viel offener zu als in den anderen vierten Ligen.

Jetzt ist der Management-erfahrene Valerien Ismael gefragt: Unterschätzen manche Clubs die wirtschaftlichen Risiken dieser Klasse?

Ismael:Durch die Regionalliga-Reform mit den kürzeren Wegen ist es immerhin ein bisschen einfacher geworden. Aber es bleibt schwer, mit Einnahmen zu planen. Die Fernsehgelder sind gleich null, da ist es mit Sponsoren schwieriger. Der beste Ausweg ist natürlich der Aufstieg – und ich glaube, dass viele Vereine dies auch wollen, aber es nicht so sagen mögen.

Befürchten Sie, dass sich Insolvenzen wie die des VfB Lübeck und des FC Oberneuland wiederholen könnten?

Ismael:Das war eine Katastrophe, denn es hätte Holstein Kiel fast um den Aufstieg gebracht (auch Kiels Punkte gegen Oberneuland wurden durch die Insolvenz annuliert, d. Red.). Die Verantwortlichen im Verband müssen noch besser aufpassen, noch genauer in die Bücher der Clubs schauen. Es hätte ja sein können, dass ein Verein schon für die neue Liga geplant hätte, weitere Mitarbeiter für die Geschäftsstelle eingestellt, Sponsorenverträge gemacht hätte. Alles wäre hinfällig geworden.

Nun reisen Sie zu einem Gegner, der keine hauptamtlichen Geschäftsstellen-Mitarbeiter und keine große Stadt hinter sich hat. Wie beurteilen Sie die Entwicklung des BSV Rehden?

Ismael:Sie ist gut – denn man darf nicht vergessen, dass es kleinere Clubs mit ihrer Infrastruktur nicht einfach haben. Wenn es so einen Winter wie im letzten Jahr gibt, können sie kaum regulär trainieren – das haben ja selbst wir in Hannover zu spüren bekommen. Diese Vereine müssen kreativer sein, um ihre Spieler zu motivieren oder die entsprechenden Möglichkeiten zu schaffen, damit sie ihre Leistung bringen. Trotzdem hat auch Rehden aus eigenen Reihen gut ausgebildeten Nachwuchs, der auf diesem Niveau bestehen kann. Die Liga ist gut geworden – und das bekommen auch die Profi-Mannschaften im DFB-Pokal zu spüren.

Haben Sie die neu zusammengesetzte Rehdener Mannschaft schon gesehen?

Ismael:Wir haben Rehden viermal beobachten lassen – und natürlich das Spiel im DFB-Pokal gesehen. Wir wissen, was auf uns zukommt: Das ist eine sehr disziplinierte und kompakte Mannschaft. Wie schwer sie zu knacken ist, hat man gegen Bayern gesehen. Wir sind auf jeden Fall mehr gefordert als letzte Woche gegen Norderstedt.

Können Sie diese Aufgabe in Bestbesetzung angehen?

Ismael:Ja. Nur Kevin Scheidhauer ist angeschlagen.

Patrick Helmes stand bei Ihnen immer in der Startelf. Bekommen die Rehdener Fans den Ex-Nationalspieler ebenfalls zu sehen?

Ismael:Das ist momentan noch offen und wird sich erst kurzfristig entscheiden.

Wäre es eines der letzten Helmes-Spiele im VfL-Dress?

Ismael:Ich habe natürlich auch gelesen, was in den Medien darüber berichtet wurde. Aber dazu sagen kann ich nichts. Das fällt nicht in meinen Aufgabenbereich und ist somit nicht mein Thema.

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