Starke Schlussphase

Irre! Mehanovic dreht das Spiel - BSV Rehden gewinnt 4:2

Mirhad Mehanovic traf nach einem 65-Meter-Sprint zum 3:2 für den BSV Rehden. - Foto: wie
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Mirhad Mehanovic traf nach einem 65-Meter-Sprint zum 3:2 für den BSV Rehden.

Rehden - Von Daniel Wiechert. Wenn ein Torwart zum 20-Meter-Sprint ansetzt, um seinen Mitspieler nach einem Riesen-Fauxpas zu trösten; wenn ausgewechselte Spieler neben der Trainerbank stehenbleiben und ihre Teamkollegen nach vorne peitschen – ja, wenn dies vorkommt, dann stimmt die Chemie innerhalb der Mannschaft.

Alles war Mittwoch Abend beim BSV Rehden zu beobachten. Der Fußball-Regionalligist zeigte eine Riesen-Energieleistung, gewann nach 1:2-Rückstand noch mit 4:2 gegen den TSV Havelse und setzte damit ein Signal im Abstiegskampf.

„Wir haben nicht nur Moral bewiesen, sondern auch gezeigt, dass wir richtig gut Fußball spielen können“, freute sich BSV-Trainer Benedetto Muzzicato: „Außerdem merkt man, dass wir physisch zugelegt haben. Wir konnten in der Schlussviertelstunde noch einmal richtig nachlegen.“

Er hatte drei Veränderungen gegenüber dem 0:0 vom Sonntag in Egestorf vorgenommen. Für Miguel Fernandez, Francky Sembolo und Philip Kürble begannen Tim Rieckhof, Josip Tomic und Addy-Waku Menga.

Start mit einer Viererkette

Die Rehdener starteten mit einer Viererkette, bei eigenem Ballbesitz rückten die Außenverteidiger weit auf, der defensive Mittelfeldspieler Kai-Bastian Evers ließ sich fallen, damit eine Dreierkette entstand. Außerdem gingen die Gastgeber viel früher ins Pressing als noch in Egestorf.

Den ersten Torschuss hatten aber die Gäste aus Garbsen. Allerdings hatte BSV-Keeper Milos Mandic kein Problem, den 17-Meter-Freistoß (9.) von Deniz Cicek zu entschärfen. Drei Minuten später hatten die Rehdener Fans bereits den Tor-Schrei auf den Lippen, doch Havelses Noah Plume klärte auf der Linie einen Schuss von Rieckhof. 

Doch die Gastgeber waren jetzt voll in der Partie. Tomic zog aus 21 Metern knapp links vorbei (14.), bevor erneut der 24-Jährige nach einer Rechtsflanke von Rehden-Routinier Viktor Pekrul knapp in der Strafraummitte verpasste (18.). Zwei Minuten später löffelte Lennart Madroch den Ball aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum, Menga verlängerte mit dem Hinterkopf in Uwe-Seeler-Manier, doch Havelses Keeper Pascal Paatzsch war zur Stelle.

Gäste schlagen aus dem Nichts zu

Erneut 120 Sekunden später setzte Madroch seinen Schuss aus 22 Metern zu hoch an. Und mitten in der Rehdener Sturm- und Drang-Zeit schlugen die Gäste aus dem Nichts zu. Ein Eckball von Tom Merkens segelte durch den BSV-Fünfmeterraum und fand am langen Pfosten in Niklas Tasky einen dankbaren Abnehmer – 1:0 (28.). Für die Gastgeber ein Schock. Keiner traute sich mehr etwas zu. 

Symptomatisch: Keeper Mandic brauchte 30 Sekunden mit dem Ball am Fuß, bis er mal einen Abnehmer fand. Erst durch eine Einladung der Gäste kam Rehden zurück. Über Corvin Behrens und Madroch landete der Ball bei Menga, Noah Plume hielt den Fuß hin, der BSV-Stürmer fiel drüber, klarer Elfmeter. Evers verwandelte sicher oben rechts – 1:1 (41.).

Doch auch die Rehdener hatten die Spendierhosen an. Neun Minuten nach Wiederbeginn spielte Innenverteidiger Tobias Esche einen viel zu kurz geratenen Rückpass auf Mandic, Julius Langfeld sagte Danke und traf zum 2:1. „Das war natürlich ein Gastgeschenk von uns“, sagte Muzzicato.

Es wurde noch bekloppter

Sein Team blieb nun aber dran. Zwar hatte Madroch zunächst Pech, als er mit einem abgefälschten Schuss die Latte (72.) traf, doch der Mittelfeldspieler ließ sich nicht entmutigen. Sechs Minuten später bediente Madroch von der Strafraumkante aus Menga, der Ex-Zweitliga-Spieler behielt aus 13 Metern die Ruhe und schob ein – 2:2 (78.).

Und es wurde noch bekloppter. Außenverteidiger Mehanovic schnappte sich nach einer Gäste-Ecke den Ball, setzte zum 65-Meter-Sprint an, zog Robben-like nach innen und traf (81.). Wahnsinn in den Waldsportstätten. Als schließlich noch einmal Sembolo nach starker Vorarbeit von Mehanovic auf 4:2 (90.+1) erhöhte, war der „Dreier“ perfekt. „Dieser Heimsieg war unglaublich wichtig für die Köpfe“, sagte Benedetto Muzzicato.

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