Björn Wnuck will sich mit einem Titel verabschieden: 

„Ich werde meinen Weg als Trainer weitergehen“

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Rehdens Trainer Björn Wnuck wünscht sich vom Verband in der Lizenzfrage mehr Flexibilität. ·

Rehden - Von Arne Flügge. Björn Wnuck verlässt den BSV Rehden (wir berichteten). Notgedrungen, weil dem Trainer die nötige A-Lizenz fehlt, die für die Fußball-Regionalliga vom Verband vorgeschrieben ist. Im Interview spricht der 29-Jährige ausführlich über diese Thematik und versichert: „Ich werde meinen Weg weitergehen. Ich habe Blut geleckt und richtig Bock dazu, weiter Trainer zu sein.“

Herr Wnuck, wie haben Sie es aufgenommen, nicht mehr Trainer beim BSV Rehden sein zu dürfen?

Björn Wnuck:Relativ gefasst, muss ich ehrlich sagen. Es ist schade, das habe ich auch den Jungs gesagt. Ich hätte gerne weitergemacht. Was mir dabei auch wehtut, ist die zweite Mannschaft, die ich vorher trainiert hatte. Ich will jetzt kein böses Blut vergießen – überhaupt nicht. Ich bin Rehden für zwei sehr intensive Jahre sehr dankbar. Aber wenn man es geschafft hätte, diese Entscheidung früher zu treffen, hätte ich gesagt: Okay, ich mach’ wieder die Zweite. Jetzt hat der Club aber bereits einen neuen Trainer geholt.

Haben Sie ein Stück weit damit gerechnet, gehen zu müssen?

Wnuck:Was heißt gerechnet? Es gab lange Zeit keine klare Tendenz. Klar war nur: Es gibt diese Regel des Verbandes, dass ein Regionalliga-Trainer die A-Lizenz besitzen muss. Und wir haben versucht, Möglichkeiten zu finden.

Eine wäre gewesen, einen sogenannten Strohmann mit A-Lizenz zu installieren.

Wnuck:Es ist doch so: Du kannst nicht irgendeinen auf dem Papier einsetzen, und ich bin weiter der Trainer. Das ist ja eine Provokation. Es wäre nur gegangen, wenn wirklich ein Trainer gekommen wäre. Doch wer macht das schon?

Ist so eine Regel nicht unsinnig? Soll doch der die Mannschaft trainieren, den sich der Verein wünscht.

Wnuck:Es ist müßig, darüber zu diskutieren. Aber es ist schon bitter. Im deutschen Fußball wird viel dafür getan, dass sich junge Spieler schnell entwickeln und ihr Potenzial ausschöpfen können. Warum aber gilt das nicht auch für die Trainer? Wir müssen erst ein Jahr mit einer Lizenz arbeiten, um dann die nächste beantragen zu können. So verliert man viel Zeit.

Wird Ihnen somit eine Chance auf ein gutes Trainerengagement genommen?

Wnuck:Absolut, klar. Natürlich ist es wichtig, eine Lizenz zu haben. Doch mir ist das Ganze einfach zu starr. Ich würde mir da mehr Flexibilität wünschen, dass mehr von Fall zu Fall entschieden wird. Wenn jemand schon eine Regionalliga-Mannschaft trainiert, warum kann man dann nicht gleich die Lizenzen B und A sofort hinterherschieben? Und selbst wenn ein Lehrgang auf dem Papier vielleicht voll ist: Kann man nicht doch noch irgendwie Platz schaffen?

Sie sprechen von einer genommenen Chance. Wären Sie Trainer in Rehden geblieben, wenn sie die Lizenz schneller bekommen hätten?

Wnuck:Davon gehe ich aus. Das war auf jeden Fall die Aussage des Clubs.

Wie hat es die Mannschaft erfahren?

Wnuck:Ich habe es ihr gesagt. Das wollte ich unbedingt selbst tun, bevor es öffentlich wird.

Wie haben die Spieler reagiert?

Wnuck:Nach dem letzten Bericht in Ihrer Zeitung haben einige es wohl schon geahnt. Trotzdem: Die Jungs fanden es traurig und schade. Aber so ist das nun mal im Fußballgeschäft.

Gab es einen Moment, in dem Sie überlegt haben, sofort aufzuhören, anstatt bis zum Saisonende weiterzumachen?

Wnuck:Nein, überhaupt nicht. Das ist nicht meine Art, und es gab keinen Grund dafür. Außerdem hätten die Jungs das nicht verdient gehabt. Wir wollen die Saison vernünftig zu Ende spielen. Schließlich stehen wir ja noch im NFV-Pokalfinale. Und es gibt doch nichts Geileres, als sich mit einem Titel zu verabschieden.

Allerdings sind Sie dann im August nur Zuschauer, wenn der BSV Rehden wieder im DFB-Pokal antritt. Wurmt Sie das nicht? Schließlich haben Sie die Mannschaft doch dorthin geführt.

Wnuck:Das ist schade, gar keine Frage. Ich hätte es gerne mitgenommen, klar. Aber ich war ja nur im Halbfinale in Uphusen verantwortlich. Die erste Runde hatten wir Freilos, die beiden nächsten hat noch Predrag Uzelac mit der Mannschaft gewonnen. Insofern hat er prozentual mehr Anteil am DFB-Pokaleinzug als ich.

Es heißt, sie werden den BSV Rehden jetzt verlassen. Wie geht’s weiter?

Wnuck:Ja, das ist richtig. Es gibt aber noch nichts Konkretes, weil ich mich mit dem Thema eigentlich noch gar nicht beschäftigt hatte. Rehden war immer meine erste Option. Ich bin aber relativ entspannt. Wir werden sehen, was passiert. Im September mache ich meine B-Lizenz – und ich will weiter als Trainer arbeiten, definitiv. Ich habe Blut geleckt, brenne darauf, habe richtig Bock dazu. Ich werde meinen Weg als Trainer weitergehen, das ist klar.

Können Sie sich irgendwann eine Rückkehr nach Rehden – dann mit A-Lizenz – vorstellen?

Wnuck:Im Fußball sieht man sich immer häufiger mal wieder. Deswegen soll man grundsätzlich niemals nie sagen. Auch wenn das eine olle Floskel ist. Aber warum nicht? Wir haben unser Haus in Rehden, hier ist unser Lebensmittelpunkt. Und außerdem habe ich dem BSV Rehden den Einstieg in meine Trainerlaufbahn zu verdanken. Ich denke aber auch, dass ich in den letzten beiden Jahren einiges zurückgegeben habe.

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