„Ich habe alles reingelegt – jetzt bin ich leer“ / Gunkel Übergangstrainer

Aus und vorbei! Petersen wirft in Rehden das Handtuch

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Andreas Petersen hat sich gestern Abend von den Spielern des BSV Rehden verabschiedet.

Rehden - Von Arne Flügge. Andreas Petersen ist nicht mehr Trainer von Fußball-Regionalligist BSV Rehden. Nach der blutleeren 1:4-Pleite in Goslar teilte der 54-Jährige am späten Sonntagabend in einem langen Telefonat Clubchef Friedrich Schilling mit, dass er zurücktritt. Mit sofortiger Wirkung.

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Bereits gestern Abend verabschiedete sich Petersen von der Mannschaft. Ab heute wird übergangsweise U23-Trainer und Ex-Profi Daniel Gunkel das Team trainieren. Die Ergebniskrise der vergangenen Wochen, die zuletzt leblosen Auftritte der Mannschaft, der damit verbundene Absturz auf den vorletzten Platz sowie die für ihn letztendlich nicht ausreichend professionellen Bedingungen in Rehden haben Petersen dazu veranlasst, jetzt die Reißleine zu ziehen und von sich aus das Handtuch zu werfen. „Schweren Herzens“ habe er sich zu diesem Schritt entschlossen, „aber ich wollte nicht verlogen weitermachen. Ich hatte keinen Plan mehr. Ich habe alles reingelegt, was man reinlegen kann. Jetzt bin ich leer.“

Seine Entscheidung sei nicht aus Wut oder Enttäuschung entstanden, beteuerte der 54-Jährige, „und ich will jetzt auch nicht nach Ausreden suchen. Schließlich war ich für die Mannschaft verantwortlich. Aber ich hatte mir das hier schon alles etwas professioneller vorgestellt.“

Petersen sieht sich als Profitrainer, der den ganzen Tag auf dem Platz steht, mehrfach mit den Spielern trainieren und dann in die Analyse gehen kann. Das gibt es in Rehden nicht. Die Spieler arbeiten und können erst abends trainieren. Für Petersen schlussendlich zu wenig. Dabei wusste der Coach im Juli bei seinem Amtsantritt ja, auf was er sich einlässt. Und noch vor wenigen Tagen hatte der Trainer im Interview mit dieser Zeitung erklärt: „Wer A sagt, muss auch B sagen. Dazu stehe ich.“ Jetzt doch die Kehrtwende: „Vermutlich habe ich das Ganze auch ein Stück unterschätzt“, räumt Petersen ein. Von daher sei ihm nun ein Ende mit Schrecken lieber als ein Schrecken ohne Ende. „Natürlich werden jetzt einige sagen, ich bin ein Verräter oder Wegläufer. Aber das bin ich nicht. Es geht hier nicht um mich, sondern um den Verein“, betont Petersen: „Ich möchte hier nicht das Lebenswerk von Friedrich Schilling kaputtmachen. Vielleicht bin ich ja auch der Klotz am Bein gewesen.“

Natürlich wollte Petersen auch einem Rauswurf vorbeugen. Denn nach den zuletzt schwachen Leistungen und den Niederlagen in den vergangenen Wochen wäre für den Coach nach einer weiteren Pleite am Sonntag gegen Norderstedt mit ziemlicher Sicherheit Schluss gewesen. So sagt es Vereinsboss Friedrich Schilling. „Die Ergebnisse haben dem Trainer richtig zu schaffen gemacht, und er wollte uns sicher zuvorkommen“, glaubt der 62-Jährige, „bei einer weiteren Niederlage wäre seine Zeit hier sicherlich abgelaufen, zumal es zwischen Mannschaft und Trainerteam auch nicht mehr so funktioniert hat.“ Das Spiel in Goslar habe gezeigt, dass jeder Spieler völlig verunsichert sei.

Schilling („Wir haben sehr freundschaftlich zusammengearbeitet“) hatte gehofft, mit Petersen eine langfristige Lösung auf dem Rehdener Trainerstuhl zu haben, „doch wenn es für ihn zu schwierig ist, sich mit unseren Bedingungen anzufreunden, dann ist er auch nicht der Richtige“, stellt Schilling klar. Und daher habe Petersen ihm auch erklärt, „dass es für den Verein das Beste ist, jetzt den Cut zu machen“.

Übergangsweise wird nun „die nächsten zwei, drei Wochen“ (Schilling) U23-Coach Daniel Gunkel den Regionalligisten trainieren. Zusammen mit Jacek Burkhardt und A-Lizenzinhaber Heinrich Neddermann, der dafür vom JFV freigestellt wurde. Bis dahin will der BSV Rehden einen neuen Trainer gefunden haben. Die Suche hat bereits begonnen. „Aufgrund der Situation der letzten Wochen sind wir ja nicht ganz unvorbereitet“, bestätigt Schilling Kontakte: „Wir haben einen Plan B in der Tasche.“ Andreas Petersen anscheinend auch. „Ich habe sofort meinen Berater informiert. Vielleicht ergibt sich für mich ja noch kurzfristig etwas Neues.“ Nordost-Regionalligist TSG Neustrelitz hat angekündigt, am Mittwoch einen neuen Trainer zu präsentieren...

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