„Erst auf die Fresse kriegen“

1:1 - Rehden rettet Remis im Kampf gegen VfB Oldenburg

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Viel und schnell unterwegs: Rehdens Shinji Yamada (l.) enteilt hier Oldenburgs Ibrahim Temin (M.) und Dominique Ndure.

Rehden - Von Cord Krüger. Sorry, aber jetzt gibt’s schwere Kost fürs Phrasenschwein: Dieser Punkt kann für den BSV Rehden noch ganz wichtig sein! „Aber in unserer Situation darf man das so sagen“, räumte BSV-Kapitän Michael Hohnstedt Mittwoch Abend ein. Er selbst hatte diesen Zähler kurz zuvor erzwungen – in der 90. Minute mit seinem Tor zum 1:1 (0:0)-Endstand gegen den VfB Oldenburg, durch das sich die Schwarz-Weißen vom Tabellenende der Fußball-Regionalliga immerhin auf Platz 14 hievten. Daran geglaubt hatten nach dem 0:1 durch Maik Lukowicz (74.) längst nicht mehr alle Zuschauer in den Waldsportstätten. Einige waren bereits auf dem Heimweg – in der Ahnung, dass Rehdens Offensive wohl wieder leer ausgehen würde.

„Mir fehlen da vorn einfach die Alternativen“, verdeutlichte Rehdens Trainer Benedetto Muzzicato mit fast flehendem Unterton. „Bis auf Francky Sembolo und Addy-Waku Menga habe ich keinen im Sturm.“ Menga fehlte wegen einer Zerrung, Sembolo ackerte ohne brauchbares Futter zwischen den VfB-Innenverteidigern Orkan Erdogan und Gazi Siala (einer von vier Ex-Rehdenern in Oldenburgs Startelf) auf sich allein gestellt. „Alle unsere Flanken kamen zu kurz“, monierte der BSV-Coach.

Ob der kurz vor dem Anpfiff vorgestellte Argentinier Santiago Aloi von Nordost-Regionalligist Chemnitzer FC da hilft? Rehdens Sportvorstand Michael Weinberg glaubt es: „Er kann als Zehner und auf beiden offensiven Außenbahnen spielen. Wir erhoffen uns von ihm eine Belebung im Angriff.“

Santiago Aloi soll Offensive beleben

Gestern gab’s davon nichts zu sehen – weder vom gerade erst angekommenen Aloi noch von frischem Wind im Sturm. Die 750 Zuschauer bekamen stattdessen ein Kampfspiel geboten – mit stabilen Abwehrreihen auf beiden Seiten. Die erste und gleichzeitig letzte Chance der Platzherren vor der Pause vergab der wieder mal fleißige Shinji Yamada, als er Oldenburgs Rechtsverteidiger Dominique Ndure im Laufduell sieben Meter vor dem Tor den Ball abluchste, doch Torwart Dominik Kisiel bereinigte die Situation (6.). Oldenburgs beste Gelegenheit: ein um die Mauer gezirkelter Freistoß von Süleyman Celikyurt, der knapp am linken Giebel vorbei segelte (45.). Dazwischen neutralisierten sich beide Seiten, die Gäste zeigten spielerisch jedoch mehr. „In den ersten 25 Minuten hatten wir Oldenburg gut im Griff“, lobte Muzzicato die Leistung seiner bei Ballbesitz mit einer Dreierkette operierenden Defensive. In der Rückwärtsbewegung machten rechts Yamada und links Nnaemeka Anyamele schnell ihre Seiten zu. Vor allem Anyamele gewann viele Zweikämpfe. „Wir wollten so lange wie möglich die Null halten“, schilderte Hohnstedt, diesmal wie zuletzt in Flensburg im Mittelfeld eingesetzt.

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff wäre dieses Ziel fast dahin gewesen, doch Rehdens Schlussmann Rico Sygo verhinderte das 0:1, als er einen strammen Schuss von Celikyurt aus dem Winkel kratzte (55.). Die Gastgeber reagierten darauf halbherzig. Bestes Beispiel: Yamada zog den Pass auf Ronaldo Felix jr. vor, anstatt selbst zu schießen, Ronaldo traute sich auch nicht und spielte noch mal quer auf Hohnstedt, der schob nach links raus – Angriff vorbei, Gejaule auf der Haupttribüne, Muzzicato fassungslos: „Aus der Position zieht keiner mal ab, dabei hat Ronaldo so einen Schuss – das kann nicht sein. Da müssen wir erst auf die Fresse kriegen, ehe wir anfangen, Fußball zu spielen.“

Maik Lukowicz schlägt schmerzhaft zu

Jenen schmerzhaften Schlag verpasste seinen Kickern Maik Lukowicz. Er belebte nach seiner Einwechslung das Spiel der Gäste. Und als Rehden den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam, der allein gelassene Anyamele vergeblich versuchte, die Kugel aus dem Strafraum zu grätschen und Steinwender den Ball auf Lukowicz hob, schob der vom kurzen Pfosten ins lange Eck – 0:1 (74.). Muzzicato antwortete mit einem Doppelwechsel, brachte Außenstürmer Mohammed Salifou und Mittelfeldmann Rilind Neziri. Doch außer einem knapp über den Querbalken geköpften Ball des aufgerückten Innenverteidigers Augusto Canzian da Silva (81.) sprang nichts heraus. Bis zur Schlussminute, als Neziri von links vor den VfB-Kasten passte und Hohnstedt die Kugel in die Maschen drosch. Nun war Rehdens Körpersprache da, „aber eine Führung in der Nachspielzeit wäre wohl zu viel gewesen“, urteilte der Torschütze: „Es war ein Punkt für die Moral.“ Und die Moral, fand Muzzicato, „stimmt bei uns“.

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