Rehdens Trainer Muzzicato: „Also ist das 0:0 gerecht“ / Hannover II mit spätem Dusel

Hinten dicht, vorn zu schlicht

Rehdens aufgerückter Innenverteidiger Michael Wessel (links, hinter Kai Bastian Evers) hat hier bei einer Ecke Pech: Seinen Kopfball fälscht Hannovers Kapitän Henrik Ernst (rechts) noch ab. - Foto: ck

Rehden - Von Cord Krüger. Ein Schuss, ein Wumms – und ein fassungsloser Kevin Njie. Der aufgerückte Innenverteidiger des BSV Rehden hatte am Samstag in den letzten Sekunden des Regionalliga-Heimspiels gegen Hannover 96 II alles richtig gemacht, nach einem Freistoß von Corvin Behrens per Vollspann abgezogen – doch auf der Linie klärte 96-Abwehrmann Maurice Springfeld, indem er sich mit der Brust in den Ball warf. Frust bei Njie und seinen Kollegen, die so den Last-Minute-Sieg verpassten.

Doch Benedetto Muzzicato kommentierte diese letzte Szene mit einem knackigen Kurz-Fazit: „Wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt, also ist das 0:0 gerecht.“ Mal wieder war der BSV-Trainer „mit der Chancenverwertung nicht einverstanden. Das stört mich, und deswegen müssen wir da personell in der Winterpause etwas tun.“

Allerdings fand er auch positive Punkte: „Die Einstellung und das Engagement haben gestimmt“, lobte Muzzicato seine Mannschaft, die abermals nicht in Bestbesetzung antrat. Neben dem wegen Hüftbeschwerden fehlendem Zehner Kevin Artmann und dem unter muskulären Problemen leidenden Stürmer Addy-Waku Menga musste der A-Lizenz-Inhaber kurzfristig noch auf Außenspieler Patrick Papachristodoulou verzichten, der sich am Morgen grippekrank abgemeldet hatte. Dafür rückten Mirhad Mehanovic als Linksverteidiger und Abdullah Dogan auf der rechten offensiven Außenbahn in die Startelf, Marko Stojanovic kehrte als Linksaußen zurück. „Alle haben ihre Chance genutzt“, urteilte Muzzicato, dem vor allem „Abus Schnelligkeit und Markos Ideen“ gefielen.

Erste Halbzeit geht an Rehden

Trotzdem sahen die 280 Zuschauer in den Waldsportstätten eine an Strafraumszenen arme erste Hälfte, weil beide Defensivreihen sicher agierten. Auf Rehdener Seite lag das vor allem an Abwehrchef Michael Wessel. „Micha hat vor der Pause nur einen einzigen Zweikampf verloren“, verdeutlichte sein Coach. Wessel hielt sich eher allgemein: „Man hat gesehen, dass alle wollten. In der ersten Halbzeit waren wir klar besser.“

Die erste Chance überhaupt hatten folglich die Gastgeber – wenn auch erst in Minute 33, als Lennart Madroch bei einem zu kurzen Rückpass auf Torwart Marlon Sündermann den Braten roch, dazwischensprintete und Sündermanns Rettungsschuss an den rechten Fuß bekam – doch der Abpraller trudelte vorbei. Kurz vor der Pause schwamm die Bundesliga-Reserve bei einer Ecke von Stojanovic, Njie vertändelte aber aus sechs Metern (40.). Und Sekunden vor der Pause zwang BSV-Rechtsverteidiger Viktor Pekrul nach einer Madroch-Ecke mit einem Schuss aus der zweiten Reihe Sündermann zur Glanzparade. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war das insgesamt viel zu harmlose Hannover von Trainer Mike Barten mit dem 0:0 zur Pause gut bedient.

Entscheidende Phase steht bevor

Der 96-Coach muss in der Kabine deutliche Worte gefunden haben, denn die Anfangsphase der zweiten Hälfte gehörte den Gästen. „Da standen sie deutlich besser“, fand Madroch. „Wir haben in dieser Phase gepennt, und der Gegner hat uns den Schneid abgekauft“, ergänzte Wessel. Allerdings tappte 96 in den ersten fünf Minuten nach Wiederanpfiff dreimal in die Abseitsfalle, und Marcel Langer schoss drüber (56.). Erstmals im gesamten Spiel eingreifen musste Rehdens Schlussmann Milos Mandic in Minute 63 – per Faustabwehr gegen Mehli Hortum. Die Schwarz-Weißen hatten die Ordnung verloren, überstanden diese Phase aber und griffen wieder an. Corvin Behrens köpfte nach einer Pekrul-Flanke haarscharf drüber (73.), Stojanovic zielte nach einer Dogan-Ablage ebenfalls zu hoch (75.). Auf der anderen Seite hatte Rehden Glück, als Kai Bastian Evers auf der Linie einen Schuss von Kevin Wolf klärte (77.). Selbiges gelang kurz vor ultimo aber eben auch Springfeld. „Wenn wir ein paar Plätze höher in der Tabelle stehen würden, wäre mehr Selbstvertrauen dabei“, haderte Wessel: „Dann fällt so ein Ball mal rein.“

„Es war kein fußballerischer Leckerbissen“, bilanzierte Barten, „aber wir nehmen diesen Auswärtspunkt gern mit.“ Das taten auch die Rehdener mit ihrem Zähler. „Aber jetzt kommen die Sechs-Punkte-Spiele“, mahnte Madroch mit Blick auf die Partie in Havelse am Sonntag und das Heimspiel am Samstag darauf gegen den VfB Oldenburg. Dann rechnet sich auch Muzzicato mehr aus „als gegen diese wirklich gut ausgebildeten Bundesliga-Nachwuchsteams. Da können wir nämlich eher das Spiel machen.“

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