Heimpleite gegen Lübeck selbst eingeleitet / „Im Abstiegskampf angekommen“

0:2 – und Petersen schämt sich für den vorletzten Platz

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Alles Strecken nutzte Michael Wessel (oben) gegen die umsichtige Lübecker Defensive nichts: Hier bringt Rehdens aufgerückter Innenverteidiger nach dem x-ten weiten Einwurf von Jeffrey Obst die Kugel nicht vor das VfL-Gehäuse.

Rehden - Von Cord Krüger. Die Ovationen der knapp 60 mitgereisten Fans vom VfB Lübeck für ihre Mannschaft vor dem Gästeblock bekamen die Verlierer des BSV Rehden gar nicht mehr mit – denn die Blicke von Innenverteidiger Michael Wessel und seinen Kollegen im Mittelkreis wanderten ins Leere. Vielleicht ganz gut so, diese Party nicht mit ansehen zu müssen, denn Rehdens 0:2 (0:1) und der damit verbundene Sturz auf den vorletzten Regionalliga-Platz waren schon bitter genug. Nicht etwa, weil die Heimschlappe unverdient gewesen wäre, sondern weil Rehden sie leichtfertig selbst eingeleitet hatte – wieder mal.

„Jetzt sind wir im Abstiegskampf angekommen“, nannte BSV-Torwart Milos Mandic das Kind beim Namen. Weil aber zum Abstiegskampf eben Kämpfen gehört, verfinsterten sich bei die Mienen der Schwarz-weißen noch mehr – denn von Kampf erkennt Trainer Andreas Petersen bisher wenig: „Wir sind nicht giftig, gallig, schmutzig genug, sondern zu bieder“, nahm sich der 54-Jährige sein Team zur Brust: „Für diesen Abstiegsplatz schäme ich mich.“ Nur zu gut weiß er nämlich, dass bei solchen Platzierungen immer auch die Trainerfrage aufkommt – doch in Rehden stellte die bisher niemand. Also will Petersen den BSV „aus diesem Tal der Tränen führen. Aber im Moment geben wir für jeden einen guten Sparringspartner ab.“

Diesmal stand er dem Aufsteiger als Aufbaugegner zur Verfügung. VfB-Trainer Denny Skwierczynski gab nämlich zu: „Heute haben wir nicht unser bestes Spiel gemacht, aber trotzdem zu null gewonnen.“

Bis zur Pause hatte es danach nicht ausgesehen, denn Rehden zeigte mehr Zug zum Tor – wenn auch fast nur über links durch den guten Außenverteidiger Jeffrey Obst und Mattia Trianni vor ihm. Trotz der diesmal Spitzen – Kiala Kifuta und Omar El-Zein – fand Trianni im Zentrum aber keine Abnehmer für seine Flanken, so dass er selbst abschließen musste. Erster Versuch: leichte Beute für VfL-Torwart Jonas Toboll (2.). Zweiter Versuch: per 30-Meter-Freistoß – zu weit, um Toboll zu überraschen. Dritter Versuch: ärgerlich, denn Trianni sprintete an allen vorbei, schoss hart, aber zu früh – wieder siegte Toboll (12.). Bis dahin hatten die Platzherren vor 340 Zuschauern alles unter Kontrolle, störten rechtzeitig. Auch die erste echte Lübecker Chance kam nicht aus dem Spiel zustande, sondern nach einer Ecke von Marcello Meyer, an der Mandic vorbeisegelte (32.). 60 Sekunden danach blieb der aufgerückte Rechtsverteidiger Andor Bolyki im VfB-Strafraum liegen, forderte Elfmeter, wo es keinen geben durfte, Meyer leitete den Konter ein, bediente Stefan Richter, Rehden reklamierte auf Abseits, Wessel klärte in höchster Not. Der BSV bettelte ums Gegentor – und bekam es: Ein Eckball von Finn Lasse Thomas flog zu Meyer, der völlig frei zum Einköpfen bereit stand und dafür nicht mal hochsteigen musste – 0:1 (44.). „Wir hatten klar abgesprochen, aufzupassen, wenn bei Ecken mal ein Mann mehr in den Strafraum läuft – aber nichts ist passiert“, wetterte Petersen. „Ein saudummer Standard“, meinte Mandic: „Die Jungs haben momentan ohnehin kein Selbstvertrauen – und das hat uns das Genick gebrochen.“

Allerdings lief nach dem Wechsel der Ball besser durch die BSV-Reihen – endlich auch über Taiki Hirooka, der als Linksaußen in der ersten Hälfte wenig zeigte. Doch egal von wem und welcher Seite: Vor dem Strafraum war Schluss – meist beim souveränen Abwehrchef Moritz Marheineke, der El-Zein und Kifuta fast allein in Schach hielt. Lübeck bewahrte die Ruhe, nachdem El-Zein mit einem Kopfball Pech hatte (61.) und der satte 16-Meter-Schuss von Startelf-Debütant Matthias Tietz knapp am Kasten vorbei rauschte (65.). Als sich die BSV-Hoffnungen auf wenigstens einen Punkt ohnehin zerschlagen hatten, legte El-Zein als Abwehr-Aushilfe Sven Theißen im Strafraum, Marheineke verwandelte den Elfmeter sicher (86.). „Aber das 0:2 war ja schon außerhalb der Wertung“, umschrieb Mandic die Bedeutungslosigkeit angesichts seiner vorn zu ungefährlichen Kollegen. Schwer zu sagen, gegen wen Rehden so noch punkten kann.

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