Hegerfeld Dreifach-Vorbereiter bei Rehdens 6:0 über Vicky / „Gute Generalprobe“

Fürs Finale warmgeschossen

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Fertigmachen zum Jubeln: Torschütze Marius Winkelmann (rechts) dreht nach seinem 3:0 grinsend ab, Vorbereiter Danny Arend (Mitte) ballt die Faust, Victorias Steven Lindener fasst sich an den Kopf, Benny Hoose steht entgeistert daneben.

Hamburg - Von Cord Krüger. Björn Wnuck hatte nichts zu meckern – und seine „Jungs“, so forderte der Trainer des BSV Rehden am Samstag kurz nach dem Abpfiff im Spielerkreis auf dem Rasen des Stadions „Hoheluft“, sollten gefälligst auch kein Haar in der Suppe suchen.

 Nicht nach diesem starken 6:0 (4:0) beim SC Victoria Hamburg am letzten Regionalliga-Spieltag: „Am Ende war es nicht mehr ganz so souverän, aber bitte: Jetzt nicht anfangen zu hadern, sondern den Moment genießen und mitnehmen für Mittwoch“, forderte Wnuck mit Blick aufs Niedersachsenpokalfinale bei Oberligist FT Braunschweig: „Dann haben wir die Chance, aus einer guten Saison eine richtig, richtig gute zu machen.“

Das wünschte sich auch Christian Hegerfeld, der diesen höchsten Saisonsieg mit seinen Freistoß-Vorlagen zum 1:0 durch Stefan Heyken (11.) und 2:0 durch Marius Winkelmann (16.) eingeleitet hatte: „Ich hoffe, wir haben jetzt nicht all unser Pulver für Mittwoch verschossen“, grinste der Linksverteidiger. Doch irgendwie war es ihm schon ein wenig unheimlich, dass „wir heute fast alle unsere Chancen reingemacht haben“. Während der vorherigen 33 Regionalliga-Partien des BSV war dies bei weitem nicht immer der Fall. „Doch diesmal waren wir gnadenlos effektiv“, freute sich der scheidende Wnuck über seinen gelungenen Punktspiel-Ausstand: „Endlich hatten wir mal wieder mit unserer schärfsten Waffe Erfolg“, sagte der 29-Jährige mit Blick auf die ersten Treffer nach Standards, „andererseits haben wir vieles echt klasse herausgespielt.“

Etwa Taiki Hirooka, der als Vertreter des zunächst geschonten Kapitäns Kevin Artmann in der offensiven Mittelfeldzentrale viele Bälle holte und verteilte. „Wie Taiki immer wieder die Initiative ergriffen hat – super“ – damit meinte Wnuck auch Hirookas Tor, als er sich gegen die halbe Victoria-Abwehr durchsetzte und aus der Drehung zum 3:0 abzog (34.). „Danach gingen bei unseren jungen Spielern natürlich die Köpfe runter“, schilderte Hamburgs Trainer Lutz Göttling die Phase, in der „Vickys“ Fans skandierten: „Außer Tobi könnt ihr alle geh'n!“ Gemeint war Schlussmann Tobias Grubba, der angesichts der komplett ungedeckten Torschützen bis dato nichts zu halten hatte. Auch beim 4:0 durch Kiala Kifuta, schön bedient von Danny Arend (37.) und frei durchgelaufen, blieb Grubba nur das Nachsehen. Vielleicht hatte er „Kifu“ auch als reinen Rechtsfuß in Erinnerung, „aber jetzt hat er, glaube ich, zum ersten Mal mit links getroffen“, staunte Wnuck – und freute sich beim 5:0 durch den Kongolesen (48.), „dass er endlich mal mit dem Kopf Glück hat: Es gibt keinen, der so hoch steigen kann, bisher aber so viel Pech hatte.“

„Kifu“ drehte nach der durch ihn ins kurze Eck genickten Hegerfeld-Flanke ab, blickte gen Himmel und dankte Gott für die gelungene persönliche Revanche fürs Hinspiel, als er sich zu einer Roten Karte hatte provozieren lassen.

Doch nun war die Luft im Stadion „Hoheluft“ raus. Die Hanseaten wussten, dass ihr Abstieg besiegelt war, „und für uns war es bei diesen hohen Temperaturen auch nicht leicht“, entschuldigte sich Hegerfeld für die „nicht mehr ganz so gute zweite Halbzeit. Aber wenn man so hoch führt, ist das vielleicht menschlich.“ So musste BSV-Keeper Celio Rocha noch gegen Vincent Boock (50.) und Benjamin Bambur (75.) retten, während vorn erst Kifuta (60.) und danach Winkelmann das 6:0 (74.) vergaben. Erst der eingewechselte Erdin Ramic komplettierte das halbe Dutzend, als er aus 25 Metern knallhart abzog und die Kugel unten links einschlug. „Das war hoffentlich eine gelungene Generalprobe für Mittwoch“, fieberte Hegerfeld schon dem Cup-Finale entgegen.

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